Ratgeber: So erhalten Sie Strom trotz Schufa Stromtarif ohne Schufa: Anbieter, Kosten und Wechselmöglichkeiten

Ein Jobverlust, familiäre Krisen oder gesundheitliche Probleme können unerwartet schnell zur finanziellen Herausforderung werden. Zudem belasten die aktuell drastisch steigenden Heiz- und Stromkosten die Haushaltskasse vieler Verbraucher stark. Wir zeigen, wie Sie trotz negativer Schufa den Stromanbieter wechseln und so bares Geld sparen können.

Wir zeigen, welche Möglichkeiten Kunden mit Geldproblemen haben

Das Wichtigste zu Stromtarifen ohne Schufa in Kürze

  • Auch bei negativer Schufa muss der Grundversorger Strom liefern, seine Gebühren sind allerdings oft vergleichsweise hoch.
  • Selbst bei negativer Bonität ist ein Anbieterwechsel möglich, wurde jedoch bereits eine Stromsperre verhängt, lässt sich diese nicht einfach durch den Wechsel umgehen.
  • Energieversorger, die keine Schufa Auskunft verlangen, setzen oft auf Tarife mit Vorkasse oder Paketpreise, um sich abzusichern.
Teure Stromkosten muss man nicht einfach hinnehmen

Woher bekommt man Strom bei negativer Bonität?

Laut Gesetz muss der Grundversorger alle Haushalte beliefern und darf einzelne Neukunden nicht einfach ablehnen. Er ist also genau genommen ein Stromlieferant ohne Bonitätsprüfung. Trotzdem lohnt es sich nach günstigeren Alternativen zu suchen, weil Grundversorger selten preiswerte Tarife anbieten.

Ein Großteil der unabhängigen Stromanbieter prüft allerdings vor Vertragsabschluss wie Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden sind und lehnt Neukunden mit entsprechend schlechtem Schufa-Eintrag ab. Es kann also sein, dass man in dieser Situation mehrere Versuche benötigt, um einen neuen und günstigeren Anbieter als den Grundversorger zu finden.

Stromanbieter wechseln trotz offener Rechnung – so geht‘s

In nur drei Schritten können Privatkunden ganz einfach den Stromanbieter wechseln.

  1. Eigene Kosten prüfen und online mit weiteren Stromtarifen vergleichen, um festzustellen, ob sich der Wechsel lohnt. Dabei gilt: Extrem günstige Anbieter sind teilweise eher unseriös und sollten kritisch gesehen werden. Hier besteht die Gefahr, dass es den Stromversorger möglicherweise nicht lange geben wird.
  2. Entscheidung für ein Angebot mit oder ohne Prämie treffen. Wer z. B. eine Kaffeemaschine, ein Handy oder Fernseher als Prämie wählt, erhält diese für einen Bruchteil der Originalkosten (z. B. 5 Euro), zahlt anschließend jedoch mehr für den Stromtarif.
  3. Wechselantrag beim neuen Versorger stellen. Dafür sind u. a. folgende Angaben nötig: Zählernummer, Namen des aktuellen Anbieters, Kundennummer und Zählerstand. Wird der Antrag angenommen, kümmert sich der neue Energieversorger um alle weiteren Formalitäten.
Auch beim Anbieterwechsel bleibt die Stromversorgung gewährleistet

Kann man Strom anmelden mit Schufa?

Manche Energieversorger prüfen bei Neukunden deren Schufa-Einträge nicht oder ignorieren sie. Darüber hinaus gibt es Anbieter, die sich in einem persönlichen Gespräch kulant zeigen und Interessenten trotz negativer Schufa als Kunde aufnehmen.

Welche Stromanbieter bieten Vorkasse an?

Um sicher zu gehen, dass sie ihre Gebühren bekommen, verlangen einige Energieversorger die Zahlung per Vorkasse. Genauso wie bei anderen Anbietern sollte man bei ihnen auch vor Vertragsabschluss jedoch genau auf folgende Faktoren achten:

  • Mindestvertragslaufzeit
  • Regionale Verfügbarkeit
  • Kündigungsfristen
  • Kilowattstundenpreis
  • Willkommens- oder Wechselboni
  • Preisgarantien

Wichtig: Bevor Interessierte ein Angebot mit Vorkasse buchen, sollte bedacht werden, dass schon gezahlte Beträge bei einer Insolvenz des Anbieters verloren sind. Die Verbraucherzentrale bietet in solchen Fällen Hilfe und passende Musterbriefe.
Abgesehen davon kommt es manchmal vor, dass Betrüger sich Geld für Stromlieferungen zahlen lassen, die anschließend nicht erfolgen. Aufgrund dieser Risiken haben wir beschlossen keine Empfehlung für Anbieter mit Vorkasse-Option auszusprechen.

Wo finde ich Tests oder Kundenbewertungen zu Stromanbietern mit Vorkasse?

Online gibt es zahlreiche Portale, die schnell günstigen Zugriff auf Strom versprechen und Neukunden auch ohne Bonitätsprüfung mit hohen Einstiegsprämien oder Billig-Tarifen ködern. Viele Experten raten von Tarifen mit Vorkasse allerdings eher ab. So auch Stiftung Warentest, die zuletzt 2011 folgende Energieversorger geprüft hat.

  • 123energie (Marke der Pfalz­werke AG)
  • Flex­strom AG
  • Prio­strom (Marke der Extra Energie GmbH)/ Prio Services GmbH
  • stromistbillig (Marke der SWP Stadt­werke Pforzheim)
  • Super Energie (Marke der Stromio GmbH)

Gibt es einen Extrazuschuss für Strom, wenn das Hartz IV-Geld nicht reicht?

Hartz IV-Empfänger dürfen leider nicht auf Stromzuschüsse hoffen, da die Gebühren für den Haushaltsstrom in den Regelleistungen nach SGB II und XII bereits mit eingerechnet sind. Eine Ausnahme gilt laut Caritas nur dann, wenn das Warmwasser dezentral mit Strom aufbereitet wird. (Stand: 01/2022)

Was tun bei einer Stromsperre?

Kunden den Strom abzustellen ist Anbietern innerhalb der Grundversorgung nur erlaubt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Die Schulden betragen mindestens 100 Euro und die Sperre wurde mindestens 4 Wochen vor dem angesetzten Termin mitgeteilt. Darüber hinaus muss der Stromanbieter zusätzlich nochmals drei Tage vor dem Abstellen des Stroms seine Kunden über die Sperre informieren.
  • Eine Möglichkeit zur Sperre ohne Ankündigung besteht nur in Fällen, bei denen Kunden ihre Messeinrichtungen gezielt umgangen oder manipuliert haben. In solchen Betrugsfällen kann der Stromanbieter die Energielieferung ohne Vorwarnung einstellen.

Ist bereits eine Stromsperre angekündigt oder sogar vollzogen worden, haben Stromkunden folgende Möglichkeiten:

  • Dem Anbieter formale Fehler nachweisen: Z. B. durch schriftliche Belege, die zeigen, dass die Schulden dank Nachzahlung unter 100 Euro liegen oder dass die Vorankündigung nicht korrekt erfolgte.
  • Die eigene Zahlungsabsicht glaubhaft belegen. Denn in diesem Fall zeigen sich die meisten Energieversorger sehr kulant.
  • Einen Härtefall beantragen. Befinden sich im Haushalt pflegebedürftige Personen, Schwangere oder Kleinkinder, deren Versorgung durch den Stromausfall gefährdet würde, gilt dies als Härtefall. Ebenfalls kann unter Umständen z. B. die Gesundheitsgefahr durch den Ausfall einer Elektroheizung oder die Gefährdung von Tierwohl geltend gemacht werden.
  • Ratenzahlung beim Stromanbieter beantragen: Sie ist für Privatpersonen oft ein guter Kompromiss, um aufgelaufene Kosten begleichen zu können. Alle, die Sozialleistungen erhalten, können zudem versuchen ihre Schulden durch ein Darlehen des Sozialamts oder Jobcenters zu bezahlen. Gesetzliche Grundlage dafür ist bei Hartz IV-Beziehern § 22 SGB II und bei Sozialhilfebeziehern, Rentnern oder Erwerbstätigen § 36 SGB XII.
  • Hilfe suchen: Sind alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft, helfen die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale sowie verschiedene Schuldner- und Sozialberatungsstellen in akuten Notlagen weiter. Einige Kontaktadressen dazu haben wir am Ende dieses Artikels als Quelle vermerkt.

Darf ich dem Netzbetreiber den Zutritt zur Wohnung verweigern?

Wer hofft sich der Stromabschaltung entziehen zu können, in dem er dem zuständigen Monteur einfach nicht die Tür öffnet, schadet sich damit selbst. Denn zum einen ist auch eine deutlich teurere Stromsperre aus der Ferne möglich und zum anderen kann es sogar passieren, dass der Stromanbieter sich im schlimmsten Fall von der Polizei die Tür öffnen lässt.

Stromzähler dürfen weder manipuliert, noch der Zugang für Fachpersonal versperrt werden

Kann man mit einer Stromsperre den Anbieter wechseln?

Ein Stromanbieter-Wechsel ist grundsätzlich immer möglich. Wurde jedoch bereits eine Stromsperre vollzogen, nützt auch der Wechsel nichts mehr. Denn der Grundversorger sperrt und plombiert nicht nur den Stromzähler, sondern meldet diesen Vorgang auch der Netzagentur.

Quellen und weiterführende Informationen zu Strom-Problemen

Bundesnetzagentur: Energie. Strom- oder Gassperre - was tun?
Caritas: Allgemeine Sozialberatung und kostenlose Onlineberatung
Caritas: Stromsparcheck
Deutsches Rotes Kreuz: DRK Schuldnerberatung
Stiftung Warentest: Gas- und Strom­anbieter, die Tarife mit Vorkasse anbieten
Verbraucherzentrale NRW: So finden Sie den passenden Strom- oder Gastarif
Verbraucherzentrale NRW: Strom, Gas, Heizöl – Tipps und Hilfen rund um Ihre Energieverträge
Verbraucherzentrale NRW: So läuft der Anbieterwechsel bei Strom und Gas ab

homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Sammelte schon im Studium Erfahrungen mit innovativen Ambient Assisted Living Geräten und bloggte viele Jahre darüber. Mariella Wendel gehört von Anfang an zum home&smart-Redaktionsteam und testete die Echo Lautsprecher bereits vor der Markteinführung in Deutschland. Außerdem verfasste sie 2017 die erste umfassende Übersicht Alexa kompatibler Geräte. Heute zählen außerdem intelligente Haushalts-Gadgets und fernsteuerbare Gartengeräte zu ihren Lieblingsthemen.

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