Christian Schoeller, Gesellschafter-Geschäftsführer contronics „Wer möchte schon die Rollläden manuell hochfahren?“

Unternehmen, die Automationslösungen für Privathaushalte anbieten, mussten sich lange Zeit mit dem Unverständnis des Durchschnittsbürgers gegenüber dem Bereich Smart Home abfinden. Christian Schoeller hat die Entwicklung des Hausautomations-Marktes seit mehr als einer Dekade mit contronics erlebt und ist überzeugt: Smart Home geht jetzt vom Luxusstatus in die Normalität über.

Christian Schoeller ist seit mehr als 15 Jahren in der Hausautomationsbranche tätig

Christian Schoeller ist seit über 15 Jahren geschäftsführender Gesellschafter der contronics GmbH in Merzenich in der Nähe von Düren. contronics bietet Lösungen für die Hausautomation im privaten Smart Home sowie für gewerbliche Nutzer an. Mit der Gründung des Unternehmens wurde eine eigene Software entwickelt, über die sich auch komplexe Wünsche der Kunden realisieren lassen.

Christian Schoeller im Interview

Wie sieht der deutsche Haushalt 2020 aus?

Oberflächlich betrachtet wird sich gar nicht viel ändern. Wir stellen aktuell fest, dass Anwender, die sich für diese Themen interessieren, die Möglichkeiten wie selbstverständlich nutzen. Eine neue App wird heute nicht mehr bestaunt, der Umgang mit technischer Innovation wird zur Normalität. Wer findet schon ein neues Smartphone oder ein Auto mit Display–Armaturen innovativ? Das Neue wird zur Normalität. Daraus ergibt sich aber auch, dass die Technik in den Hintergrund treten und das Leben erleichtern soll. Automation soll die Dinge nicht komplizieren, sondern vereinfachen. Heizungssteuerung, Sicherheitssystem - solche Anwendungen werden in jeden Haushalt kommen, weil sie sinnvoll und erforderlich sind. Das Zukunftsträchtige an der Hausautomation ist auch, dass sich die Systeme nachrüsten lassen. Durch die Verwendung von Funk müssen keine Leitungen gelegt werden, es wird die vorhandene Elektrik verwendet.

Was haben Sie zuhause Smartes?

Ich lebe in einem alten denkmalgeschützten Haus mit hohem Energieverbrauch - dieser wurde durch eine Einzelraumregelung um fast 50 Prozent gedrosselt. Wir nutzen eine Anwesenheitssimulation, die das Haus jederzeit belebt aussehen lässt, wenn niemand da ist. Natürlich haben wir auch Alarmtechnik integriert und können alles über das Smartphone steuern. Dann kommt der Spaßfaktor hinzu: unsere Alexa und mehrere kleine einprogrammierte Details, die das Haus besonders machen. Was bei uns fehlt sind Bildschirme neben den Türen und solcher Schnickschnack. Unser Haus kann von jedem bedient werden: der Schalter ist neben der Tür und macht das Licht an. Hinter dem Schalter befindet sich aber ein Aktor, der zusätzlich die Anwesenheitssimulation steuert.

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Was begeistert Sie am Thema Smart Home?

Es macht insgesamt Freude - allerdings nicht dieselbe Freude, die zum Beispiel ein schnelles Auto macht. Am Anfang ist es das Erstaunen, dass Dinge auf einmal wie von Zauberhand so geschehen, wie man es sich wünscht. Die Freude, aus der Ferne zugreifen zu können oder erfahren zu können, wenn etwas im Haus nicht in Ordnung ist.

Wie schätzen Sie den Markt für Smart Home Lösungen aktuell ein?

Kurz nach der Jahrtausendwende war in diesem Bereich noch nicht von einem Markt zu sprechen. Es ließen sich viele Erfahrungen sammeln, die Umsätze waren aber schwach. Das hat sich in den letzten fünf Jahren geändert, als das Thema Smart Home bekannter wurde und auch in anderen Bereichen Automatismen Raum griffen. Moderne Autos sind beispielsweise voller Automatismen und Assistenzsysteme - ein Modell ohne Zentralverriegelung wäre mittlerweile unverkäuflich. Im häuslichen Bereich fehlen diese Dinge noch. Aktuell springt der Markt an, weil er das Luxussegment verlässt und in die Normalität übergeht. Wer möchte schon zweimal täglich durchs Haus gehen und die Rollläden hochfahren? Das schreit doch nach Automation.

Dennoch ist das Smart Home beziehungsweise die Hausautomation noch zu wenig bekannt. Viele verbinden damit sehr teure Lösungen, die nur für den Neubau geeignet sind. Bei der Betrachtung des Marktes sind zum Beispiel auch die Demografie und die finanziellen Möglichkeiten der unterschiedlichen Altersgruppen zu bedenken.

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Welche Player werden zukünftig den Markt dominieren?

Hersteller, die umfassend denken und Lösungen anbieten, die sich mit anderen Angeboten vernetzen lassen und selbst sehr umfänglich sind. Insellösungen werden meiner Einschätzung nach verschwinden.

Informationen und Kontaktdaten zu contronics finden Sie auf der Unternehmensseite.

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homeandsmart.de Redaktion

Selbständiger Service-Designer und Webseiten-Betreiber. Liebt sein Smart Home. Interessiert sich für Internet-Technologie, Wirtschaft, Technik, Internet of Things – einfach alles Digitale. Passionierter Macher. Entwickelt, baut und berät Internet-Portale. Der erste Tweet am Morgen: sicherlich von Kai. Das Thema: sicherlich das Neueste aus der Smart Home Welt.