Überblick | Bezahlen an öffentlichen E-Ladesäulen Elektroauto: Bezahlsysteme an Stromtankstellen

Wer ein Auto mit Verbrennungsmotor fährt, hat es leicht beim Tanken: an die nächste Tankstelle fahren, kurz Benzin in den Tank laufen lassen und bezahlen – mit Bargeld, EC- oder Kreditkarte. Bei Elektroautos ist die Sache etwas komplizierter. Um längere Strecken zurückzulegen, ist es notwendig, sich vorher genau darüber zu informieren, wie und wo man sein Elektroauto tanken kann. Die Unterschiede bei Bezahlsystemen an öffentlichen Ladestationen im Überblick.

Ein Überblick über die verschiedenen Bezahlsysteme an öffentlichen Ladesäulen

Elektroautos laden - eine komplizierte Angelegenheit

Elektroautos haben unbestritten Vorteile. Abschreckend auf viele potenzielle Käufer wirkt jedoch die Tatsache, dass ihre Reichweite immer noch beschränkt ist. Oft kommen E-Autos mit einer Ladung kaum mehr als 100 Kilometer. Um dann sein Fahrzeug reibungslos laden zu können, sollte man sich vorher darüber informiert haben, wo und wie die Aufladung möglich ist. Denn vielen potenziellen Betreibern sind die Gewinne durch öffentliche Ladestationen zu gering. So lässt die Ladeinfrastruktur für E-Autos zu wünschen übrig. Hinzu kommt, dass die Tarife für den Strom genauso unterschiedlich ausfallen wie die Bezahloptionen. Oft ist es sogar notwendig, vorher einen Vertrag mit dem Anbieter abzuschließen, um überhaupt für das Laden zugelassen zu sein. Einfach losfahren und irgendwann irgendwo aufladen, ist somit keine Option.

Ladesäulen für Elektroautos - wenig rentabel

Während Fahrer unter einer mangelnden Versorgung mit Ladestationen und unübersichtlichen Funktionsweisen leiden, stellt sich für potenzielle Betreiber ein grundsätzliches Problem. Kurze Ladezeiten sind bei Elektroautos alles andere als rentabel, handelt es sich nicht um eine Schnellladestation. Und selbst wer sein Auto eine Stunde laden lässt, bringt dem Besitzer der Ladestation kaum Geld ein, vor allem im Vergleich mit den Kunden herkömmlicher Tankstellen. Somit schrecken viele davor zurück, öffentliche Ladesäulen für E-Autos in Betrieb zu nehmen.

So bezahlt man an einer Elektrotankstelle

An herkömmlichen Tankstellen haben Auto-Besitzer beim Bezahlen die Wahl. Ob Bargeld oder Karte bleibt ihnen überlassen. Auch in dieser Hinsicht sind Ladestationen für Elektroautos komplizierter. Wie der Strom für Elektroauto-Besitzer bezahlt werden kann unterscheidet sich je nach Anbieter. Abhängig von diesem funktioniert die Bezahlung des Strom-Tankens beispielsweise über:

  • Bargeld
  • Smartphone-App
  • Tokens
  • Karten, die an die Ladesäule gehalten werden
Wie Besitzer den Strom für sein Elektroauto bezahlen kann unterscheidet sich je nach Anbieter

Es ist also notwendig, schon vor dem Losfahren zu wissen, wie an welcher Stom Ladestation zu zahlen ist. Außerdem müssen E-Auto-Fahrer oftmals einen Vertrag mit dem jeweiligen Ladesäulen Anbieter haben. Einschlägige Apps helfen nicht nur beim Bezahlen. Sie ermöglichen es zusätzlich, freie Ladestationen ausfindig zu machen und Ladekosten zu vergleichen.

Letzteres ist wichtig, denn die Ladekosten für E-Autos unterscheiden sich stark. Dasselbe gilt für die Abrechnungsmethode. Neben der Abrechnung pro Kilowatt ist auch eine Abrechnung je Anschlussdauer verbreitet. Außerdem gibt es die Möglichkeit, bei bestimmten Anbietern Monatsabos zum Festpreis abzuschließen. Welche Variante am preiswertesten ausfällt, hängt entscheidend davon ab, wie viele Kilometer E-Auto-Fahrer im Durchschnitt zurücklegen.

Anbieter von Bezahlsystemen für E-Autos im Überblick

Die Vielfalt von Bezahlsystemen bei Ladestationen für E-Autos ist eng verknüpft mit der Vielfalt von Betreibern. Diese sind teils in großen Netzwerken organisiert. Wer sein Elektroauto laden will, kommt derzeit vor allem mit folgenden Namen in Berührung.

  • Plugsurfing: Plugsurfing bietet eine kostenlose App oder den sogenannten Ladeschlüssel an. Mit beiden ist das Laden an vielen Ladestationen innerhalb Deutschlands und Europas möglich. Außerdem hilft die App des Start-ups dabei, freie Ladesäulen in der Nähe zu finden.
  • EnBW: Das Energieversorgungsunternehmen EnBW (EnBW Energie Baden-Württemberg AG) betreibt selbst öffentliche Ladestationen für Elektroautos. Zusätzlich bietet es eine EnBW mobility+ Ladekarte an, mit der gegen einen pauschalen Aufpreis auch das Tanken an den Ladesäulen anderer Anbieter möglich ist.
  • Intercharge: Als großes Netzwerk von rund 60 000 Ladepunkten arbeitet Intercharge unter anderem mit Partnern wie Bosch, ChargeNow oder EnBW zusammen. Voraussetzung, um das Angebot von Intercharge zu nutzen und sein Elektroauto zu laden, ist ein Vertrag mit einem Fahrstromanbieter. Anschließend haben Kunden die Möglichkeit, mit einer App oder Ladekarte ihr Fahrzeug aufzuladen und bekommen eine Rechnung dafür. Außerdem möglich ist an manchen Ladesäulen die Bezahlung über Onlinebezahldienste wie PayPal mittels intercharge direct.
  • Ladenetz.de: Nach demselben Prinzip wie Intercharge funktioniert auch Ladenetz.de. Zusätzlich zu App und Ladekarte bietet der Anbieter ein zeitlich begrenztes Ladeticket an. Dieses gibt Touristen die Möglichkeit, Ihr E-Auto in einem begrenzten Zeitraum an den Ladestationen von Partnern von Ladenetz.de aufzuladen. Zusätzlich ist das Laden mithilfe von Karten diverser Partner von Ladenetz.de möglich.
  • ChargeNow: ChargeNow von BMW ermöglicht Kunden des Automobilherstellers, Ihr E-Auto bargeldlos aufzuladen. Notwendig dafür ist die ChargeNow-Karte. Schnellladestationen mit dem Kürzel DC reduzieren die Dauer für den Ladevorgang auf etwa eine halbe Stunde.
  • Allego: Allego gehört zum niederländischen Netzbetreiber Alliander. Das Unternehmen betreibt ein ausgedehntes Netz von Ladestationen in Deutschland, das es ständig erweitert.
  • Bosch: Von Bosch Software Innovations gibt es eine internetbasierte Plattform für den Betrieb von Ladestationen in Deutschland. Kunden können Charging Apps des Unternehmens nutzen, um Ihr Auto an vielen Ladesäulen in der Bundesrepublik und Europa bargeldlos aufzuladen.

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homeandsmart Redaktion Samira Nowosak

Gelernte Kauffrau für Marketingkommunikation in Karlsruhe und selbstständige Online-Redakteurin. Fasziniert von der Google-Welt, die von optimalem Content lebt und als Digital Native vor allem auf Pinterest und Instagram unterwegs. Verantwortliche Ressort E-Mobilität bei homeandsmart.de.