DLNA - Geschichte und Wirken der Digital Living Network Alliance DLNA Zertifizierung für Multimedia-Anwendungen im Heimnetzwerk

Das DLNA Siegel verspricht ungestörtes Plug and Play bei Multimedia-Anwendungen im heimischen Netzwerk. Das englische Wort Plug sollten Sie dabei aber nicht zu wörtlich nehmen, denn die meisten DLNA zertifizierten Geräte verbinden sich auch drahtlos miteinander. Einstöpseln brauchen Sie dann höchstens noch den Netzstecker.

dlna Certified Logo der Digital Living Network Alliance

DLNA - die Heinzelmännchen der Heimvernetzung

DLNA standardisiert zwar die Vernetzung von Multimedia-Anwendungen, ist aber selbst kein eigentlicher Standard. Die Digital Living Network Alliance, so der volle Name, zertifizierte Geräte, die einem ausgewählten Satz existierender Standards entsprechen. Anfang 2017 löste sich die DLNA-Vereinigung auf. Die DLNA-Zertifizierung existiert aber weiterhin. Sie wird von SpireSpark, der Nachfolgerin der Digital Living Network Alliance durchgeführt.

DLNA begegnet Nutzern auch, ohne dass diese auf die vier Buchstaben zu stoßen. In Windows 10versteckt sich die entsprechende Funktionalität zum Beispiel im Control Panel unter dem Stichwort Media Streaming. Über alle Versionsgrenzen hinweg unterstützt der Windows Media Player die standardisierte multimediale Vernetzung. Aber die ist längst nicht auf Windows beschränkt.

Geschichte und Status der Digital Living Network Alliance

Die Digital Living Network Alliance ging auf eine Initiative von Sony zurück. Der Medienkonzern rief 2003 die Digital Home Working Group ins Leben, die sich ein Jahr später den aktuellen Namen gab. Fast alle namhaften Firmen der Branche hatten sich der Allianz angeschlossen. Die Liste der aktiven Mitglieder umfasste 2015 über 200 Unternehmen. Die bemerkenswerteste Ausnahme war Apple. Trotzdem lassen sich auch Computer mit OS X oder iOS durch entsprechende Software in Media Server und Player verwandeln.

Die Anzahl von zertifizierten, in Benutzung befindlichen Geräten beziffert das Nachfolgeunternehmen SpireSpark auf ihrer Webseite für die Produktsuche auf rund vier Milliarden. Über diese Produktseite können Nutzer außerdem kompatible Geräte anhand des Herstellers, der Produktart oder der Geräteklasse beziehungsweise der Geräteeigenschaften auffinden.

So funktioniert DLNA

DLNA teilt die zertifizierten Geräte in zwölf verschiedene Klassen ein. Diese große Zahl ergibt sich durch die Trennung von stationären und mobilen Anwendungen. PCs oder NAS-Systeme, die einen Musik-Stream ins Netzwerk senden, werden beispielsweise als Media Server (DMS) klassifiziert. Ein streamendes Smartphone ist dagegen ein Mobile Digital Media Server (M-DMS). Entsprechend werden auch stationäre und mobile Player (DMP/M-DMP) oder Renderer (DMR/M-DMR) differenziert. Der Player unterscheidet sich dabei vom Renderer dadurch, dass er selbständig Inhalte auf Media Servern finden und von dort laden kann.

Der Renderer ist bei dieser Aufgabe auf einen Media Controller (DMC) angewiesen. Dieser gibt die Medieninhalte nur aus. Diese Klassifizierung ist aber flexibel. Je nach Anwendungsfall kann ein bestimmtes Gerät unterschiedliche Rollen einnehmen. Ein Smartphone eignet sich zum Beispiel dazu, Musik auf einem Server zu finden und unmittelbar abzuspielen. Es funktioniert dann als Player. Es kann aber auch die Rolle eines Controllers einnehmen, wenn Sie es nur für die Suche nach der Musik nutzen und es dann Ihre Anlage instruiert, diese abzuspielen.

Selbständige Vernetzung von Geräten mit UPnP

Die DNA-Zertifizierung verlangt von Geräten, dass sie mindestens das Protokoll UPnP unterstützen. Dieses Universal Plug and Play ermöglicht eine vollautomatische Konfiguration in einem IP-basierten Netzwerk. Mit UPnP können sich Geräte selbst in ein IP-Netzwerk einbinden und auch gegenseitig darin auffinden, ohne dass der Nutzer eine händische Konfiguration vornehmen müsste. Das gibt beispielsweise dem Netzwerkdrucker die Möglichkeit, seine Dienste im Heimnetz bekanntzugeben. Will ein Nutzer von einem seiner Geräte etwas Ausdrucken, können diese den geeigneten Drucker ebenfalls über UPnP finden.

Vergleich mit anderen Systemen

Bei UPnP und auch allgemein bei DLNA gibt es einen entscheidenden Unterschied zu Cloud-basierten Lösungen mit ähnlicher Funktionalität. Alle Daten bleiben in Ihrem eigenen Netzwerk. Es kann einem Nutzer also nicht passieren, dass er zum Beispiel Musik auf den Server lädt und die Datei beim Download eine Kopiersperre besitzt, welche sie beim Upload nicht hatte. Dies ist nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Bei einem großen, Cloud-basierten Musik-Dienst kommt so etwas tatsächlich vor. Um Platz zu sparen vergleicht der Server dort, ob ein hochgeladenes Stück bereits im Original vorhanden ist, berücksichtigt dabei aber keine Unterschiede in eventuell vorhandenen Restriktionen bezüglich der Nutzung.

WiFi-Direct bietet ebenfalls die Funktion einer Vernetzung ohne Konfigurationsaufwand, beschränkt sich aber auf die Herstellung der Verbindung zwischen zwei Geräten und hilft nicht beim Auffinden von Diensten oder Inhalten.

Fazit zu DLNA - Bedeutung für die Heimvernetzung

Das DLNA Logo erleichtert die Heimvernetzung für Multimedia-Anwendungen. Es kennzeichnet Geräte, die bestimmte Standards für die konfigurationslose Vernetzung unterstützen. Diese verbinden sich ohne Benutzereingriff, um Musik oder Videoaufnahmen auf lokalen Servern zu finden und auf passenden Ausgabegeräten abzuspielen. Ein entscheidender Vorteil ist die große Verbreitung des Standards.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von SpireSpark.

Lesetipps zum Thema Wissen

Was ist ein Hub | Aufgabe, Funktion und Einsatzgebiete
Der Aktor | Was sind eigentlich Aktoren oder Aktuatoren?
Was ist ein Repeater | Größere Reichweiten für Ihr Smart Home

Mehr Infos und Trends zum Smart Home

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
gefällt das
Gefällt mir Gefällt mir nicht
Sie können den Artikel nur einmal bewerten.
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
homeandsmart.de Redaktion

Mit seinem Blog smarthomewelt legte Kai den Grundstein für das home&smart-Portal.  Als Vordenker und Smart Home Fan der ersten Stunde, schrieb er bereits 2014 über IoT-Trends und testete als einer der ersten deutschen Nutzer eine große Anzahl an vernetzten Geräten.  Kai begleitete als langjähriger Experte auch das home&smart-Team bei seinen ersten Schritten im Smart Home Bereich. Bis heute genießt er täglich die Vorzüge seines professionellen Smart Homes und begeistert sich für alle innovativen Dinge im Internet. Sein aktueller Fokus: Cryptowährungen.

Smart Home Angebote bei Amazon
Vernetztes Zuhause
Alexa & Smart Home

Erleben Sie alle Smart Home-Produkte und Geräte mit Sprachsteuerung bei Amazon zu unschlagbaren Preisen.

Zu den Angeboten*
Amazon Prime Mitgliedschaft testen oder abschließen
Jetzt testen!
Amazon Prime

Kostenloser Versand für Prime-Produkte, Zugriff auf Prime Video und Prime Music, Premiumzugang zu Top-Angeboten und vieles mehr.

Zu den Angeboten