Streaming Box mit SmartThings Nvidia Shield: Vom Gaming-Profi zum Smart Home-Hub

Nvidia Shield gilt als unangefochtener König unter den Streaming Boxen. Wo Apple TV und Amazon Fire TV in diesem Jahr erst nachziehen, hat der bekannte Grafikkartenherstellers 4K und UHD längst verbaut. Mit Android TV, Chromecast und dem Google Play Store bietet Nvidia Shield volle Freiheit: Streamingdienste und Media-Server wie Kodi und Plex können einfach per App installiert werden. Mit dem neuesten Software-Update für Shield TV erobert die kleine Box jetzt auch das Smart Home: Samsung SmartThings sorgt für größtmögliche Kompatibilität, Google Assistant für komfortable Sprachsteuerung.

Samsung SmartThings Link rüstet Nvidia Shield zum Smart Home-Hub um

Streaming und Gaming auf höchstem Niveau mit Nvidia Shield

„The Streamer for Gamers“ nennt Nvidia die Streaming Box Shield. Und tatsächlich hat der Hersteller für Grafikkarten, der seit jeher eng mit der Gaming-Szene verbunden ist, eine ganz eigene Nische für sich geschaffen: Shield ist eine Streaming Box, die sich mit 4K Ultra HD, HDR und Dolby Atmos auf dem neuesten Stand der Technik bewegt. Der neue Prozessor Nvidia Tegra X1 reagiert blitzschnell auf Nutzereingaben. Eine Vielzahl an Streaming-Plattformen hat Shield bereits mit an Bord: Netflix, Amazon Video, YouTube und Google Play sind vorinstalliert, ebenso das Mediacenter Plex für den Zugriff auf Musik, Videos und Fotos im Heimnetzwerk. Mit Apps wie Kodi aus dem Google Play Store lässt sich ein ganz eigener Media-Server zusammenstellen – Shield bietet Nutzern die volle Freiheit. Über die integrierte Sprachsuche sind Inhalte immer nur einen Griff zur Fernbedienung entfernt.

Das Alleinstellungsmerkmal von Nvidia Shield jedoch sind die umfangreichen Gaming-Funktionen, mit denen die Streaming Box den Wettbewerb aussticht. Wo Android-TVs bislang hinterherhinken, setzt Nvidia neue Standards. Das Geheimnis? GameStream. Die schlaue Technologie lagert die hohe Prozessorlast moderner Spiele einfach an einen Server im Internet oder den Gaming-PC zuhause aus - Voraussetzung ist eine kompatible Geforce-Grafikkarte und die Software Geforce Experience. Vollwertige PC-Spiele auf der Gaming-Box am Wohnzimmerfernseher oder auf Handelds wie dem Shield Tablet K1 spielen – das funktioniert so nur mit Nvidia.

Smart Home mit Nvidia Shield

Obwohl die neue Shield-Generation bereits im Januar 2017 auf den Markt kam, wurde sie erst mit dem seit 23. Oktober erhältlichen Software-Update für den Einsatz im Smart Home ausgerüstet. Mit der Software-Version 6.0 hält Google Assistant Einzug auf Shield TV – und Nvidia Shield wird zum echten Tausendsassa. Streamen und Gaming beherrscht die kleine Box bereits, jetzt soll sie ihre Talente als Zentrale für die Heimautomatisierung ausspielen. Im Verbund mit Google Assistant macht sie die Stimme zur Fernbedienung im Smart Home. Und mit dem angekündigten Mini-Mikrofon Spot lauscht der smarte Sprachassistent bald in jedem Raum auf neue Befehle, um Lampen einzuschalten, Thermostate zu regulieren oder die Musiklautstäke anzupassen – ganz ohne Smart Home-Lautsprecher Google Home.

Ob Fernbedienung, Controller oder Mini-Mikrofon Spot: Nvidia Shield lauscht Sprachbefehlen

Für die Anbindung von Smart Home-Geräten wie Lampen, Türschlösser, Thermostate, Kameras, Sensoren und vieles mehr soll SmartThings Link sorgen. Der Stick ist bislang leider nur in den USA erhältlich. Er wird über USB an Shield angeschlossen und beherrscht mit ZigBee und Z-Wave gleich zwei große Funkstandards. Auf diese Weise zum vollwertigen SmartThings-Hub aufgerüstet, ist Nvidia Shield mit einer riesigen Zahl von bekannten Smart Home-Produkten kompatibel: angefangen bei den LED-Leuchten von Philips Hue über die Arlo-Kameras von Netgear bis hin zu den smarten Türklingeln von Ring. Wer bereits eine Nvidia Shield-Box besitzt, startet mit SmartThings Link einfach und kostengünstig in die Welt der Hausautomation.

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Wie wird aus Nvidia Shield ein SmartThings-Hub?

  1. Die neueste Shield TV-Software herunterladen und installieren (dieser Schritt entfällt, wenn Shield-Updates automatisch installiert werden). Voraussetzung für die Smart Home-Funktion ist mindestens Version 6.0 der Shield-Software. Mit dem Update wird außerdem eine neue Firmware auf Controller und Fernbedienung aufgespielt.
  2. SmartThings Link an den USB-Anschluss der Shield-Box anschließen.
  3. SmartThings-App sowohl auf Shield TV als auch auf dem Smartphone (Android|iOS) installieren. Die App ist kostenlos, verlangt aber nach einem SmartThings-Account.
  4. Jetzt müssen noch die Smart Home-Komponenten mit Nvidia Shield bekanntgemacht werden: Dazu die SmartThings-App auf Shield starten und den Anweisungen folgen.
  5. Sprachsteuerung testen: Über das Mikrofon in Controller und Shield-Fernbedienung lassen sich alle kompatiblen Geräte auf ganz intuitive Weise steuern. „Verriegle die Tür“, „Stelle den Thermostat auf 20 Grad“ - auf das Aktivierungswort „Ok, Google“ hin reagiert Shield auch ganz ohne Knopfdrücken.

Tipp der Redaktion: Die SmartThings-App auf Nvidia Shield hat neben einigen Anleitungen und Videos nicht viel zu bieten. Zur Verwaltung der Smart Home-Geräte nutzt man deshalb besser die SmartThings-App für Android oder iPhone auf dem Smartphone. Hier ist es möglich, Routinen und Timer einzurichten. Nach diesen Zeitplänen laufen Prozesse automatisiert ab, beispielsweise schaltet eine Morgenroutine zur Weckzeit das Licht an und stellt den Thermostat auf eine höhere Temperatur ein.

Was ist kompatibel mit dem Nvidia Shield Smart Home?

Samsung SmartThings

Nvidia Shield oder Apple TV 4K – welche Streaming Box erobert das Wohnzimmer?

4K-HDR-Streaming, App Store, Sprachsteuerung, Gaming, Smart Home: Dieses Paket kennen wir bereits von einer anderen Streaming Box – dem jüngst vorgestellten Apple TV 4K. Dieser hat Sprachassistentin Siri gleich mit an Bord von tvOS und übernimmt als HomeKit-Hub die Steuerung des Smart Home. Was oft vergessen wird: Auch Apple TV ist eine Gaming-Plattform. Die mitgelieferte Siri-Fernbedienung ist mit Beschleunigungs- und Gyrosensor ausgestattet und kann als Controller verwendet werden. Wer mehr möchte, kann auch reguläre Controller über Bluetooth mit dem Apple TV verbinden.

Mit Nvidia Shield kann Apple TV 4K jedoch einfach nicht mithalten: Für den gleichen Preis erhalten Nvidia-Kunden eine Streaming Box, die mit super schnellem Tegra X1-Prozessor alle anderen Plattformen in Punkto Geschwindigkeit abhängt. Im Bereich Gaming macht dem Spezialisten Nvidia sowieso niemand etwas vor: Mit GameStream kommen ressourcenhungrige Toptitel wie Hitman: Absolution, Tomb Raider oder Deus Ex: Human Revolution auf Shield, die für den Apple TV nicht zu stemmen sind. Was das Thema Smart Home angeht ist die Wahl zwischen der Kombination aus Google Assistant und SmartThings auf der einen und HomeKit und Siri auf der anderen Seite eine reine Glaubensfrage. Sicher ist, dass die Auswahl kompatibler Geräte für SmartThings weitaus größer ist als die von HomeKit. SmartThings Link muss allerdings zusätzlich zu Shield gekauft werden. In einem Punkt hat der Apple TV dann doch die Nase vorn: Er ist mit doppelt so viel internem Speicher ausgestattet wie Nvidia Shield – lässt sich dafür aber nicht erweitern.

Nvidia ist Vorreiter in Sachen Gaming: GameStream bringt PC-Spiele direkt auf Shield

Vorteile von Nvidia Shield

  • Schneller Tegra X1-Prozessor
  • Aufwändige PC-Spiele über GameStream
  • Große Auswahl kompatibler Smart Home-Geräte
  • Erweiterbarer Speicher

Nachteile von Nvidia Shield

  • Kleiner interner Speicher von 16 GB
  • SmartThings Link muss separat erworben werden
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Fernsehen über das Internet empfangen, Videos und andere Medien abspielen: Set-Top-Boxen erweitern den herkömmlichen Fernseher und machen ihn zum Smart TV.

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Fazit: Nvidias Streaming-Player Shield unangefochten an der Spitze

So schnell wird kein anderer Hersteller Nvidia Shield vom Thron stoßen. Zu spannend ist das Paket aus Streaming Box, Gaming-Plattform und Smart Home-Hub, das der Grafikkartenhersteller hier geschnürt hat. Schade nur, dass der Smart Home-Stick SmartThings Link zusätzlich gekauft werden muss und in Deutschland noch nicht verfügbar ist.

Doch was zunächst als Nachteil anmutet, bietet auch Vorteile: SmartThings ist eine Plattform, die sich unzähligen Drittherstellern öffnet und damit eine riesige Produktauswahl bietet. Eine eigene Smart Home-Lösung aus dem Hause Nvidia hätte den Kunden eine solche weitgehende Kompatibilität erst nach Jahren bieten können – wie das Beispiel Apple und HomeKit eindrucksvoll vorführt.

Spiele, Filme, Serien, Musik, Apps: Auf Nvidia Shield ist Content King

Nvidia Shield – Technische Details

  • Prozessor: Nvidia Tegra X1
  • Video: 4K HDR 60 fps
  • Audio: Dolby Atmos- und DTS-X-Surround-Sound
  • Speicher: 16 GB intern, erweiterbar über USB 3.0
  • WLAN: 802.11 ac MIMO-WLAN mit 2,4 und 5 GHz
  • Anschlüsse: HDMI 2.0b, 2x USB 3.0, Gigabit-Ethernet
  • Abmessungen: 159 x 26 x 98 mm
  • Betriebssystem: Android 7.0 (Nougat) mit Android TV und Google Cast

Preise und Verfügbarkeit von Nvidia Shield

Die neueste Generation der Streaming Box Nvidia Shield ist seit Januar auf dem Markt und in drei Versionen erhältlich: Shield mit Fernbedienung und 16GB-Speicher kostet 199 Euro, Shield mit Fernbedienung und Controller mit 16GB-Speicher 229,99 Euro und Shield Pro mit Fernbedienung, Controller und 500GB-Speicher 329,99 Euro.

 

Bislang ist SmartThings Link, der Nvidia Shield zum Smart Home-Hub aufrüstet, ausschließlich in den Vereinigten Staaten verfügbar. Er kostet umgerechnet rund 34 Euro und wird auch in Produktpaketen zusammen mit LED-Leuchten und einem Bewegungssensor angeboten.

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homeandsmart Redakteurin Franzsika Pfeiffer

Studium Germanistik und Multimedia in Karlsruhe, Mitarbeiterin der Arbeitsstelle Bertolt Brecht am KIT, freiberufliche Texterin für verschiedene Onlineformate. Auf Du und Du mit dem Raspberry Pi und dem Smart Home Marke Eigenbau. Immer auf der Suche nach spannenden Open Source-Projekten.