Voreingenommene Sprachassistentin Ruiniert Alexa den Einzelhandel?

Die fünf Internetriesen Apple, Amazon, Google, Facebook und seit neuestem auch Microsoft kämpfen schon lange um die Marktmacht im Netz. Jedes erfolgreiche Konzept wird daher umgehend von der Konkurrenz nachgeahmt. Nur in einem Punkt hebt sich Amazons Alexa (bisher) von den anderen ab: sie tätigt im Auftrag ihres Besitzers Einkäufe. Damit hat das Shopping im Netz eine völlig neue Dimension erreicht. Einige Kritiker befürchten bereits Einbußen im Einzelhandel und die Verdrängung von Nischenproduzenten.

Lokale Einzelhändler setzen auf direkten Kundenkontakt

Siri redet, während Amazon Alexa handelt

Die Sprachassistentin Siri aus dem Hause Apple ist schon lange in deutschen Haushalten heimisch und wird auch gerne auf dem Smartphone unterwegs um Rat gefragt. Bisher schnitt Siri in Praxistest oft sogar besser ab als Amazons Alexa, unter anderem weil sie Fragen präziser und schneller beantworten konnte. Bis jetzt: Denn nun hat Amazon mit der Sprachsteuerung Alexa eine Shoppingberaterin oder besser Verkaufsexpertin in seinen smarten Lautsprecher Amazon Echo integriert. Als clevere Ergänzung zum Dash-Button-Bestellsystem, bei dem auf Knopfdruck bestimmte Marken nachbestellt werden, soll auch Alexa Kunden dauerhaft an Amazon binden. In Verbindung mit einem Amazon Prime Konto können durch Alexa alle Wocheneinkäufe bequem vom Sofa aus getätigt werden: Vom günstigen Waschmittel über frisches Obst bis hin zu teuren Geschenken und sperrigen Möbeln ist fast alles lieferbar. Dafür müssen die gewünschten Gegenstände nur in Kombination mit bestimmten Stichworten laut ausgesprochen werden.

 

Amazon Alexa macht Onlineshopping noch bequemer

Amazon verspricht seinen Kunden dadurch umständliches Suchen im Supermarkt, langes Warten an der Kasse und lästiges Schleppen schwerer Einkaufstaschen zu ersparen. Außerdem muss sich niemand mehr an Öffnungszeiten orientieren, denn der Onlinestore von Amazon hat rund um die Uhr geöffnet. Als besonderen Service wird sogar eine Lieferzeit von gerade einmal zwei Stunden versprochen.

Welche Konsequenzen hat der Onlinekauf für Verbraucher?

Während Amazon den höheren Komfort beim Onlinekauf per Sprachassistent betont, wird eine entscheidende Tatsache verschwiegen: Alexa fragt nicht nach persönlichen Vorlieben oder Markenwünschen, sondern bestellt automatisch die vorprogrammierten Markenprodukte von Amazon Kooperationspartnern. Da viele Menschen aus Bequemlichkeit einfach nur bestimmte Lebensmittel (wie z.B. „Milch“ oder„Käse“) ordern, geben sie dadurch unwissentlich einen bedeutenden Anteil ihrer Entscheidungsfreiheit ab. Nicht zuletzt bleibt auch die Preisgestaltung unklar. Weil Alexa die Kosten für bestellte Waren direkt vom Konto abbucht, fallen versteckte Preiserhöhungen nicht sofort auf.

Amazon Alexa: Welche wirtschaftlichen Folgen sind denkbar?

Sollte sich das Shopping durch Alexa und andere Sprachsteuerungssysteme tatsächlich durchsetzen, hätte dies entscheidende Folgen für den Einzelhandel. Während er bisher eher auf klar kommunizierte Sonderangebote und persönliche Beratung setzte, spekuliert Amazon auf die Bequemlichkeit seiner Nutzer. Abgesehen davon wäre es sehr umständlich bis nahezu unmöglich, Alexa eine Liste aller aktuellen Sonderangebote einer bestimmten Sparte vorlesen zu lassen und dann aus dem Gedächtnis heraus eines davon auszuwählen.

Manche Kritiker befürchten sogar, dass lokale Geschäfte im schlimmsten Fall nur noch in Nischenbereichen (zum Beispiel am Bahnhof) erfolgreich arbeiten könnten. In Folge des geänderten Kaufverhaltens würden jedoch in jedem Fall mehr Flächen in zentraler Lage für Lagerhallen und Versandzentren benötigt werden. Dies könnte tatsächlich kleinere Einzelhändler verdrängen.

Bewertung von Amazon Alexa als Kaufassistentin

Unsere Redaktion hat Alexa bereits einigen Praxistest unterzogen und festgestellt, dass sie noch weit davon entfernt ist, ein effizienter Shoppingberater für die breite Masse zu sein. Nicht nur uns schreckten die penetranten Kaufempfehlungen ab, die auf nahezu jede Frage folgen. Viele deutsche Nutzer beschwerten sich bereits im Netz über die ständige Werbung für Amazon Prime.

Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Wohnung nur schlecht verlassen können, ist das Onlineshopping per Sprachassistent  eine mögliche Alternative. Allen anderen dagegen empfehlen wir eher die nicht extra kostenpflichtigen Funktionen zu nutzen. Als Musiklautsprecher, digitales Lexikon und Witze-Erzähler konnte sie nämlich – nach einigen Startschwierigkeiten- durchaus punkten.

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Studium Germanistik und Multimedia, zahlreiche Film- und Schreibprojekte, freie Autorin im Bereich Medizin, Pflege und Erlebnispädagogik. Stellt sich immer neuen technischen Herausforderungen. Kreativ und handwerklich geschickt. Heute Redakteurin bei home&smart. Mit Leidenschaft an der Entwicklung neuer Formate beteiligt. Lässt sich von Bedienungsanleitungen nicht aus der Ruhe bringen. Am Ende läuft alles rund.