Reichweiten-Spitzenreiter unter den Elektroautos Tesla Model S | elektrische Oberklassenlimousine

Nach der in Kleinserie bei Lotus gefertigte Tesla Roadster war das Tesla Model S die erste Eigenproduktion des Autoherstellers aus und in Kalifornien. Das Model S wurde 2012 auf den Markt gebracht. In Europa ist es seit 2013 erhältlich. Dabei war die 5-türige Sportlimousine von Anfang an mit dem Ziel angetreten, in der Oberklasse mitzumischen. Das zeigt sich sowohl in der modernen Innenausstattung als auch in der Leistung des schnittigen Fahrzeugs. Vor allem die Beschleunigung des Elektroautos ist legendär. Doch wie schlägt es sich sonst im Vergleich?

Tesla Model S - eine größere Reichweite hat kein anderes Elektroauto

Das Tesla Model S – halb Sportwagen, halb Luxuslimousine – voll elektrisch

Das Tesla Model S beschleunigt wie ein Sportwagen, ist luxuriös wie eine Oberklasselimousine und gleichzeitig so praktisch, dass die ganze Familie mit Hund und Gepäck in den Urlaub fahren kann. Was sich nach einem Schweizer Taschenmesser anhört beschleunigt als Modell P100D in sagenhaften 2,7 Sekunden von 0 auf 100, verkauft sich besser als die etablierten Luxuslimousinen von BMW und Mercedes und bietet bis zu fünf Erwachsenen und zwei Kindern Platz und dabei immer noch etwas Kofferraum im Frontwagen. Preislich allerdings liegt das Model S auch in den Regionen seiner Konkurrenz aus der Oberklasse von BMW und Mercedes. Aber genau dieses Segment ist es auch, auf welches das Model S seit seiner Markteinführung im Jahr 2012 abzielt. Denn alleine die große verbaute Batterie treibt den Preis nach oben. Also dachte sich wohl Elon Musk, warum nicht gleich die Käuferschicht anvisieren, die bereits hohe Preise gewohnt ist. Mit Erfolg. Die Zulassungszahlen bestätigen dies.

Aber nicht nur in der Oberklasse verkauft sich das Model S gut, auch wenn das reine Segment der Elektroautos betrachtet wird, findet sich der Tesla in den vorderen Zulassungszahlen oder gar an der Spitze wieder, trotz dem hohen Preisunterschied zu den übrigen Elektroautos. In Deutschland ergatterte das Model S 2017 immerhin den 6-ten Platz in Zulassungsstatistik für Elektroautos. Weltweit war das Model S im Jahr 2016 sogar Spitzenreiter mit ungefähr 50.931 verkauften Fahrzeugen – zum zweiten Mal in seiner Geschichte. Und 2017 konnte der Absatz abermals gesteigert werden.

Tesla Model S - Ein so großes Display wurde vorher noch nie in einem Auto verbaut

Tesla Model S im Reichweiten-Vergleich

Mit einer Reichweite, abhängig vom Modell, von bis zu 623 Kilometer (NEFZ) ist das Tesla Model S unangefochtener Spitzenreiter unter den Elektroautos. Zum Vergleich: Der BMW i3 94 Ah kommt gerade einmal auf knapp die Hälfte und wer sich für einen Peugeot iOn entscheidet, muss sich mit 150 Kilometer begnügen. Allerdings schrumpft die angegebene maximale Reichweite im Alltag schnell. Übrig bleiben aber immerhin noch bis zu 500 Kilometer.

Damit ist das Model S nicht nur für Spritztouren in der Stadt und kurze Ausflugsfahrten geeignet. Auch längere Fahrten lassen sich mit dem E-Auto problemlos meistern. Die Gelegenheiten zum Aufladen sollten allerdings auch hier im Auge behalten werden. Hierfür hat Tesla extra ein eigenes Ladenetz mit seinen eigenen Tesla Superchargern aufgebaut.

Keine Prämie mehr für das Model S von Tesla

Bislang bestand die Möglichkeit, sich die Anschaffung vom Tesla Model S mit einer Prämie in einer Höhe von 4.000 Euro versüßen zu lassen. Seit Anfang Dezember 2017 gehört dies der Vergangenheit an. Grund dafür: Das zuständige Bundesamt für Ausfuhrkontrolle strich das E-Auto aus der Liste der förderfähigen Fahrzeuge. Die Begründung dafür lautet, dass das Fahrzeug nur mit einem zusätzlichen Komfortpaket zu haben sei, der seinen Preis auf mehr als die maximal zulässigen 60.000 Euro hebe. Tesla widerspricht dem. Damit bleibt abzuwarten, ob in Zukunft wieder eine Förderung möglich ist. Immerhin profitieren Käufer vom Tesla Model S weiterhin von einer Befreiung von der Kfz-Steuer für zehn Jahre.

Schnell und spurtstark – Details zum Antrieb des Oberklassewagens von Tesla

250 km/h Höchstgeschwindigkeit, das ist wohl mehr als ausreichend für die meisten. Schon alleine weil die Konkurrenz aus Deutschland ebenfalls bei dieser Geschwindigkeit abgeregelt wird. Anders sieht es bei der Beschleunigung aus. Wer sich für ein Modell mit Beschleunigungs-Upgrade entscheidet, kann erleben, wie sein Fahrzeug dank 700 PS und beinahe 1.000 Newtonmeter Drehmoment in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt. Dem Ludicrous-Modus und einer Launch-Control sei Dank. Der Tesla kann je nach Ausführung mit einer oder zwei angetriebenen Achsen gekauft werden. Bei der Allradversion sind dann zwei Elektromotoren verbaut und es versteht sich von selbst, dass diese dann eine höhere Gesamtleistung aufweisen.

Tesla Model S - Konkurrenz zur Mercedes S-Klasse

Die wichtigsten Werte vom Tesla Model S im Überblick

Ein Auto für Sparfüchse ist das Tesla Model S nicht. Die Preise des schnittigen E-Autos beginnen aktuell (2018) bei stolzen 69.019Euro und reichen bis hin zu 144.670 Euro. Wohlgemerkt ist dies jeweils der Basispreis der Einstiegs- und der Topmodellausführungen. Vollausgestattet kann das Topmodell P100D auch 170.070 Euro kosten. Aktuell werden zudem nur noch zwei unterschiedliche Batteriegrößen verbaut, nämlich mit 75 oder 100 kWh Kapazität. Wie bereits angesprochen stechen im Vergleich besonders die Beschleunigungswerte der Limousine hervor. Laut Hersteller beschleunigt der Wagen, dank einem maximalen Drehmoment von 525 bis 967 Nm in einer Zeit zwischen 2,7 und 4,4 Sekunden, von 0 auf 100 km/h. Es wird eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h bzw. 250 km/h erreicht und Reichweiten nach Herstellerangabe von 490 km bis 632 km. Der Kofferraum ist mit seinen etwa 900 Liter richtig groß und kann notfalls auch Platz für eine Rückbank bieten, auf der zwei Kinder bequem gegen die Fahrtrichtung sitzen können.

Steckbrief - Tesla Model S auf einen Blick

ModellModel S 75
Kaufpreisab 69.019 Euro
Akku-Mietenein
Ladekapazität75 kWh
Verbrauch Herstellerangabe18,5 kWh
EPA Reichweite401 km
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h5,6 s (5,1 s)
Höchstgeschwindigkeit225 km/h
Maximale Leistung (PS. bzw. kW)387 PS
Maximaler Drehmoment (Nm)525 Nm
Abmessung L x B x H4979 x 1964 x 1445 mm
Kofferraum Volumen894 L
Leergewicht2.188 kg
2,3 kW - „Haushalts-Stecker“ca. 32 Std. Ladedauer
11 kW - Typ 2 (3-phasig, 20 A)ca.  8 Std. Ladedauer
Tesla Superchargerca. 30 Min. Ladedauer für 275 km

Lademöglichkeiten für die Limousine von Tesla

Um das Tesla Model S aufzuladen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Das beginnt beim Aufladen zu Hause. Zu diesem Zweck erhalten Käufer einen Adapter für die normale Steckdose mitgeliefert. Das dauert allerdings bis zu 45 Stunden (je nach Größe der verbauten Batterie). Als Wallbox empfiehlt sich zum Beispiel die ABL Wallbox EVSE563. So ist das Laden in den eigenen vier Wänden schnell und komfortabel möglich. Hier sei jedoch gesagt, dass ein aktueller Tesla Model S nicht von den ganzen 22 kW Ladeleistung der Wallbox profitiert, da mittlerweile im Fahrzeug ein Bordlader verbaut wird, der im AC-Betrieb nur maximal 16,5 kW aufnehmen kann. Damit sinken jedoch die Ladezeiten immerhin auch zu Hause auch auf 5 bis 6,5 Stunden und ist damit trotzdem wesentlich besser als das Aufladen als an einer SchuKo-Steckdose. Ein Tesla verwendet einen Typ 2-Ladestecker.

Ebenso wie zu Hause besteht auch unterwegs die Möglichkeit an öffentlichen Ladestationen mit einem Typ 2-Ladeanschluss zu tanken. Aber besonders komfortabel und vor allem besonders schnell gestaltet sich das Aufladen an den Schnellladestationen von Tesla, den sogenannten „Superchargern“. Besitzer vom Model S können dieses so in 30 Minuten zu 80 Prozent aufladen. Möglich ist die durch sehr hohe Ladeleistung von 120 kW mit Gleichstrom. Dies war anfangs auch noch kostenfrei, doch mittlerweile bekommen Kunden nur noch 400 kWh im Jahr geschenkt, was nach Ansicht von Tesla den Bedarf der meisten Kunden für Langstrecke abdecken soll. Die Zahl verfügbarer Supercharger ist europaweit mittlerweile auf über 1.100 Ladestationen angewachsen und damit zwar noch nicht flächendeckend, aber schon sehr beachtlich, da ja nur Tesla Fahrzeuge diese Ladestationen benutzen können. Der Stecker den Tesla hier verwendet ist übrigens ebenfalls der gleiche Typ 2-Ladestecker, aber die Anschlussbelegung ist eine andere.

Tesla Model S - Elektropioneer als Underdog der Automobilbranche

Das sind die Vor- und Nachteile vom Tesla Model S

Eines steht fest: In Sachen Beschleunigung ist das Model S von Tesla nicht nur unter den E-Autos eine Klasse für sich. Dabei kombiniert es seine Spurtfähigkeit mit einem hohen Fahrkomfort. Vor allem die Ruhe beim Fahren bleibt nachhaltig im Gedächtnis. Ähnliches lässt sich für den stattlichen Kofferraum und die ebenso moderne wie praktische Konsole im Cockpit sagen. Dazu kommt eine stolze Reichweite, die das Model S auch für längere Fahrten geeignet macht. Trotzdem bleibt es ratsam, sich vor Fahrtantritt über das Vorhandensein von Superchargern auf der geplanten Route zu informieren. Um nicht unterwegs allzu lange Ladestops zu einlegen zu müssen. Zudem bietet Tesla einen bereits sehr weitentwickelten Autopiloten an, der autonomes Fahren bald komplett ermöglichen soll, sobald die Gesetze dies entsprechend zulassen. Was bislang auch noch kein Autohersteller angeboten hat, ist die Freischaltung von Funktionen per Software-Update. Diese sind schon hardwareseitig an Bord, werden aber erst noch freigeschaltet, wenn dafür gezahlt wird. Als vergangenen Herbst ein starker Hurrikan durch Teile der USA zog, hat Tesla beispielsweise per Fernzugriff die Reichweite einiger Tesla Modelle vorübergehend erhöht damit die Leute aus Krisengebieten flüchten konnten.

All das hat natürlich seinen Preis. Hinzu kommt, dass selbst der Supersprinter unter den Elektroautos in der Höchstgeschwindigkeit nicht mit vergleichbaren Oberklassenautos mit Verbrennungsmotor mithalten kann. Und das Fahrgefühl erfordert etwas Eingewöhnung, gerade für alle, die bisher nur mit Benziner unterwegs waren.

Modellhistorie des Tesla Model S

Einen Vorgänger gibt es von dem Tesla Model S nicht. Aber der seit 2012 auf dem Markt befindliche Wagen hat in dieser kurzen Laufzeit schon einige Updates erhalten und etlichen Varianten sind gekommen und gegangen. So gab es schon einige Batterievariationen zu kaufen. Alleine dadurch gab es insgesamt bislang 7 unterschiedliche Fahrzeugtypen, von 40 kWh bis 100 kWh, aber auch in den Leistungswerten und der Anzahl der Elektromotoren und die damit verbunden die Anzahl der angetriebenen Achsen. Aktuell sind noch 4 Versionen in der Produkt Range von Tesla: 75, 75D, 100D und P100D. Das „P“ in der Typenbezeichnung steht übrigens für „Performance Edition“ bietet immer etwas mehr Leistung als normale Version mit der gleichen Batteriegröße. Das „D“ hingegen gibt an, das der Tesla einen Allradantrieb verbaut hat. Im Jahr 2016 kam dann wirklich ein Facelift auf den Markt, mit einer überarbe0iteten Frontpartie, LED-Scheinwerfer und einheitlich wurde nun ein 16,5 kW-Bordlader eingeführt.

Model S - auch in Sachen Komfort steht der Tesla anderen Oberklasse Limousinen in nichts nach

Modellvarianten vom Tesla Model S

Wie bereits erwähnt hat der Kunde aktuell die Wahl zwischen 4 Versionen, davon hat nur die kleinste Variante einen reinen Heckantrieb, alle anderen hingegen sind mit Allradantrieb ausgestattet.

  • Tesla Model S 75, 387 PS, 401 km (EPA) Reichweite, 225 km/h, 4,6 s 0-100 km/h
  • Tesla Model S 75D, 428 PS, 417 km (EPA) Reichweite, 225 km/h, 4,4 s 0-100 km/h
  • Tesla Model S 100D, 428 PS, 539 km (EPA) Reichweite, 250 km/h, 4,3 s 0-100 km/h
  • Tesla Model S P100D, 700 PS, 507 km (EPA) Reichweite, 250 km/h, 2,7 s 0-100 km/h

Ansonsten bietet Tesla für das Model S noch diverse Ausstattungspakete an, die aber unabhängig vom Modell bestellt werden können. Auch eine Kombiversion wurde gesichtet, dabei handelt es sich jedoch um einen Individual-Umbau eines Kunden und nicht um eine weitere Serienvariante.

Tesla Model S P100D - das Topmodell der Reihe

Fazit: teuer, aber oho – das Tesla Model S

Die Anschaffung eines Model S lässt sich Tesla teuer bezahlen. Insofern kommt sie bisher nur für gut verdienende Zeitgenossen infrage. Zumal es keine Förderung mehr für das Fahrzeug gibt. Wer das nötige Kleingeld hat, kann sich über einen echten Oberklassewagen mit Elektroantrieb freuen. In einiger Hinsicht setzt dieser Maßstäbe. Das beginnt bei der rasanten Beschleunigung und schließt den gewaltigen Kofferraum und die moderne Innenausstattung mit ein. Und auch die Reichweite des Modells ist bislang konkurrenzlos in seinem Segment. Damit hat sich Tesla einen guten Vorsprung rausgefahren. Doch nachdem nun das Thema Elektromobilität immer mehr an Fahrt gewinnt und erkannt wurde, das die zunächst unterschätzen Fahrzeuge aus Kalifornien doch Erfolg haben, haben auch etablierte Hersteller aus der alten Autowelt, sich reingehängt und entsprechende Elektroautos konzipiert, die jetzt in den Startlöchern stehen und bald auch zu kaufen sind. Es bleibt abzuwarten, wie gefährlich diese dem Platzhirsch dann wirklich werden können. Tesla sollte jedenfalls nicht den gleichen Fehler machen und die großen Automobilhersteller, wie einst sie ihn, ebenfalls unterschätzen.

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homeandsmart Redaktion Samira Nowosak

Gelernte Kauffrau für Marketingkommunikation in Karlsruhe. Tätigkeit als selbstständige Online-Redakteurin. Schon immer Affinität zum geschriebenen Wort. Fasziniert von der Google-Welt, die von optimalem Content lebt. Als digital native vor allem auf Pinterest und Instagram unterwegs. Heute Redaktionsleitung bei homeandsmart.de. Am liebsten beschäftigt mit smarten Fitness-Trackern. Dem Leitsatz folgend: Sich selbst übertreffen, das ist das Ziel.