Bosch-Innovation Touchpad BML050 ist reine Projektion

Gerade einmal so groß wie eine Kreditkarte ist der Mikroscanner, den Bosch auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt hat und damit eine neue Projektionstechnologie, die jede Oberfläche zu einer interaktiven Schaltfläche umwandelt. Ein neues Bedienkonzept für das Smart Home.

Zahlreiche Einsatzgebiete sind für das Projektionsmodul denkbar

Interessantes Steuermodul für Entwickler

Ob Tisch, Wand oder eine andere Oberfläche – Hier könnte in Zukunft ein virtuelles Schalt-Menü sein. Der Lichtschalter zum Beispiel wird an die Wand projiziert; ein einfaches Tippen darauf und in der Realität geht das Licht an. Sowohl die Projektion des Bildes, beziehungsweise der Schaltoberfläche, als auch die Eingabe werden ermöglicht durch einen Laserprojektor. Diesen stellt Bosch Sensortec als ein „Baukasten-Modul“ zur Verfügung. Hersteller von Tablet, Smartphone, sozialen Robotern, Smart Home Produkten und Co., können den Scanner in ihre Produkte integrieren.

Das kompakte Mikroscanner-Modul verfügt über zwei flexible Mikro-Spiegel, die - ständig in Bewegung - einen Farblaserstrahl auf eine beliebige Oberfläche projizieren. Dabei wird das Bild Zeile für Zeile geschrieben. Das Laserprojektionsprinzip erfordert kein Fokussieren, das Bild ist gestochen scharf. Bosch zufolge geht der Farblaserraum des BML050-Moduls weiter über die bisherigen Branchenstandards, wie sie etwa vom Adobe®RGB realisiert, hinaus.

Einsatzbereich Mensch-Technik-Interaktion

Die interaktive Benutzeroberfläche wird dank einer integrierten Fotodiode ermöglicht, die das reflektierte Licht zusätzlich misst und das Pixel für Pixel. Dank der Fotodiode werden Bewegungen erkannt – etwa der Finger, der auf den projizierten Schalt-Button tippt. Beliebige Oberflächen werden somit zur interaktiven Benutzerschnittstelle für die vernetzte Welt. Die Anwendungsbereiche reichen weit über ein einfaches An- und Ausschalten von beispielsweise Licht oder Musik hinaus. Insbesondere auch für die Bereiche Enter- und Infotainment kann das BML050-Modul ein nützliches Tool sein – etwa für Spiele, Head-up-Displays im Auto oder sonstige Augmented-Reality-Anwendungen. Auch in einen smarten Roboter integriert, kommt die Mensch-Technik-Interaktion zum Tragen: normalerweise kommunizieren intelligente, soziale Roboter sprachbasiert. Mithilfe des Moduls kann die Interaktion mit dem Nutzer ergänzt werden. Sprich: Die Frage, in welcher Größe der Nutzer gerne seinen Kaffee wünscht, wird auf eine beliebige Fläche projiziert, auf der der Nutzer seine Wunschgröße nun mittels virtuellen Knopfdrucks auswählen kann. Das neue Bedienkonzept soll simpel und nutzerfreundlich sein.

Was ist kompatibel mit dem BML050-Projektionsmodul

Ziel von Bosch ist es natürlich, das BML050-Projektionsmodul in möglichst viele Geräte zu integrieren. Das Referenz-Design ist so konzipiert, dass es sich schnell und problemlos in die Produkte integrieren lässt. Welche Betriebssysteme allerdings genau mit dem Modul kompatibel sind, lässt Bosch bisher noch nicht verlauten. Man werde „für die wichtigsten Betriebssysteme“ Kunden-Softwaresupport und weitere Unterstützung bei der Hardwareintegration und Parameterkonfiguration anbieten. BML050 unterstütze „eine Vielzahl von Anwendungen.“ Die Dauer der Produkteinführung wird laut Bosch deutlich reduziert - Kunden erhalten dadurch einen Wettbewerbsvorteil im Hinblick auf die neue Marktentwicklung. Das Modul soll noch in der zweiten Hälfte dieses Jahres für Hersteller verfügbar gemacht werden – bis es soweit ist, werden sicherlich weitere Details bekanntgegeben.

Der BML050 ist gerade mal so groß wie eine Kreditkarte

Das Prinzip kennen wir schon

Interessant ist die Projektionstechnologie von Bosch Sensortec für neue IoT-Anwendungen. Das Prinzip des Moduls kennen wir schon. Zum Beispiel vom Xperia Touch-Projektor von Sony, der allerdings als Hardware ein reines Endprodukt ist.

Preise und Verfügbarkeit

Mit etwa 100 Dollar (94 Euro) ist das Modul angesichts seiner Funktionalität relativ kostengünstig. Laut Bosch Sensortec soll der BML050 in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres für „ausgewählte Kundenprojekte“ zur Verfügung stehen.

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homeandsmart Redaktion David Wulf

Leitet nach dem Studium Wirtschaftsingenieurwesen und Praktika in der Energiewirtschaft das Portal bei homeandsmart.de. Mit dem ersten Kaffee bereits die neuesten Marktentwicklungen und Nachrichten rund ums Smart Home. Spinnt die Fäden im Hintergrund und schreibt an vorderster Front – immer die Frage im Kopf: Wie sieht das Leben von morgen aus?

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