Wo Chirurgie an ihre Grenzen stößt, soll ein Handschuh helfen GHOST - feel it. gibt Patienten das Gefühl in ihren Händen zurück

Im Alltag müssen unsere Hände so einiges leisten. Viele unserer Bewegungen spielen sich unbewusst ab, gehen uns locker von der Hand. Wenn unsere Hände uns aber im Stich lassen - beispielsweise infolge eines Unfalls, aufgrund der Einnahme nervenschädigender Substanzen oder als Nebenerscheinung anderer Erkrankungen, wie etwa Diabetes oder Parkinson - wird uns die wichtige Rolle unserer Hände vor Augen geführt. Betroffenen ihren Tastsinn zurückzugeben, haben sich deshalb die zwei Gründerinnen hinter dem Start-up GHOST - feel it. zu ihrer Aufgabe gemacht.

Der smarte GHOST – feel it Handschuh soll den Tastsinn wiedergeben - Fotos dazu gibt es leider noch nicht

GHOST - feel it. lässt Patienten den Alltag besser meistern

Was passiert mit uns, wenn wir unsere Hände nicht mehr so benutzen können, wie wir es gewohnt sind? Selbst die kleinsten Aufgaben, die wir zuvor mit Bravour meisterten, werden zum Problem, wenn die Hände taub sind und sich nicht bewegen lassen. Auch die beiden Co-Founder Laura Bücheler und Isabella Hillmer stellten sich diese Frage– und entwickelten GHOST - feel it., eine Orthese in Form eines Handschuhes, die zusammen mit einer speziellen App Betroffenen ein Gefühl in die Hände zurückgeben soll.

Das Start-up verspricht autonomes Leben für Menschen mit Handschädigungen

Cleveres Zusammenspiel aus Neurologie und intelligenter Technologie

Mit dem Ziel, die menschliche Wahrnehmung zu erweitern, soll GHOST - feel it. Tastsinn und Temperaturempfinden über einen intelligenten Handschuh in die Hände von Patienten leiten. Dank der sogenannten Plastizität des menschlichen Gehirnes, das heißt, die Fähigkeit der Nervenzellen, sich zu verändern und neu zu bilden, soll es GHOST – feel it. in Zukunft gelingen, diese neu gebildeten Verknüpfungen des Gehirns zu steuern und so ein Fühlen mithilfe des Handschuhes möglich zu machen. Natürlich ist es nicht realisierbar, auf diese Weise geschädigte Nervenbahnen zu reparieren. Für die beiden Gründerinnen verspricht eine erfolgreiche Einführung ihres Produktes auf dem Markt allerdings die Rückgewinnung von Eigenständigkeit im Alltag und auf der Arbeit, und somit ein neu gewonnenes Gefühl von Lebensqualität für Patienten.

Als Erstes soll dies für Menschen ermöglicht werden, deren Hände erhalten sind und bei denen ein Nervenschaden im Bereich des Handgelenkes vorliegt. Darauf aufbauend sollen in Zukunft auch Menschen mit einer Handprothese den Smart-Handschuh nutzen können. Die dazugehörige Trainings-App schließlich soll Patienten den Umgang mit dem intelligenten Handschuh vermitteln.

In Zukunft könnte der Handschuh auch Menschen helfen, denen Teile der Hand fehlen

Gute Aussichten für das Start-up: GHOST - feel it. gewinnt Gründer-Award

Die Chancen, dass dem jungen Start-up mit seinem Produkt der Durchbruch auf dem Markt in absehbarer Zeit gelingt, stehen gut. Bereits vergangenes Jahr wurde GHOST – feel it. mit dem Smart Wearables x Smart Textiles Award ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro hilft den beiden Gründerinnen dabei, die Produktentwicklung voranzutreiben, sowie die Kosten für Patent und Zertifizierung zu tragen. Gleichzeitig war es dem Start-up möglich, auf Expositionen und Workshops wie dem MUST HealthcareSummit und dem SmartTex Workshop für seine Vision zu werben. Als Teil des MedInnovates Hubs steht den Jungunternehmerinnen das Netzwerk der TU München zur Verfügung. Zudem zählt ein Pool aus Chirurgie, Physiotherapie und Orthopädie zu ihren Kooperationspartnern.

Autonomie von Patienten ist mehr als nur die Beweglichkeit der Finger

Zwar versprechen bionische Prothesen und Operationsverfahren aus der Mikrochirurgie wie die End-zu-End-Naht oder eine Nervenersatzoperation die Wiederherstellung der Grundfunktionen der Hand, sodass ein Greifen oder die Bewegung der Finger wieder möglich wird, aber nicht alle Verfahren können die Rückkehr des Gefühls in die Finger garantieren. Das will das Start-up GHOST - feel it. mit der Einführung seines intelligenten Wearables und einer dazugehörigen App nun ändern. Mit ihrem gesammelten Wissen aus Medizintechnik, Projektmanagement, Psychologie und Neurowissenschaften arbeiten die beiden Köpfe hinter GHOST - feel it. an der smarten Vernetzung von intelligenter Orthese und Neurologie. Neben der Wiederherstellung von Tastsinn und Temperaturempfinden verspricht ihr Handschuh auch eine Linderung von Phantomschmerzen sowie Schutz vor Sekundärverletzungen.

Fazit zum smarten GHOST – feel it. Handschuh

Wie bereits auf vorangegangenen Messen und den Smart Wearables x Smart Textiles Awards kann die Vision von GHOST - feel it. überzeugen. Auch wenn es schwer vorstellbar ist: Einen hundertprozentigen Schutz vor einer neuralen Verletzung gibt es nicht. Somit kann im Ernstfall jeder Mensch im Laufe seines Lebens von einem Nervenschaden betroffen werden. Der Bedarf an gefühlsvermittelnden Orthesen ist vorhanden und somit bleibt auf die Fertigstellung von GHOST - feel it. zu warten.

Preise und Verfügbarkeit

Der smarte Handschuh befindet sich momentan noch in der Verifizierungsphase, somit bleiben die genauen Kosten noch abzuwarten. Vorstellbar wäre jedoch auch ein Finanzierungsmodell über die Krankenkassen, schließlich ergeben sich durch die Linderung von Folgeverletzungen auch geringere Kosten bei der Physiotherapie. Betroffene, die selber an den Folgen eines Nervenschadens leiden, können auf der GHOST - feel it Webseite des Start-ups durch die Teilnahme an einer Umfrage ihren Beitrag zur Entwicklung des Produktes leisten.

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Bereits als Kind an Fotografie-Projekten beteiligt. Später Germanistik und Multimedia Studium. Seit 2009  für verschiedene Websiten und als Buchautorin in den Bereichen Erlebnispädagogik und Pflege tätig. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de und zuständig für Anwendungsratgeber und Produktbilder. Lässt sich auch von komplexen Bedienungsanleitungen nicht aus der Ruhe bringen. 

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