Stiftung Warentest Saugrobotern im Test geht die Luft aus

Bereits zum zweiten Mal hat die Stiftung Warentest Saugroboter auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis überrascht. Bei den meisten Modellen wurde die Reinigungsleistung mit „ausreichend“ oder „befriedigend“ bewertet. Sie konnten keinen ausreichend starken Sog aufbauen, um Schmutz effektiv aufzunehmen. Nur eines der sechs getesteten Modelle erhielt die Note „gut“. Wir zeigen die Testergebnisse im Überblick.

Smarte Putzroboter werden immer beliebter

Wo und wie wurden die Saugroboter getestet?

Im Februar 2017 hat die Stiftung Warentest zum zweiten Mal Saugroboter im Labor unter die Lupe genommen. Ausgewählt wurden dafür sechs Modelle bekannter Markenhersteller aus der mittleren Preisklasse zwischen 360 und 980 Euro. Darunter auch Miele und Samsung.

Alle Saugroboter mussten im Praxistest zeigen wie gut sie herumliegende Kabel, flache Teppichkanten, Ecken und andere Hürden meistern konnten. Bewertet wurde die erbrachte Saugleistung in Bezug auf Teppich- und Holzböden. Zusätzlich untersuchten die Tester, ob zum Beispiel ein Boden mit auffälligem Schachbrettmuster die Sensoren der Geräte außer Gefecht setzen kann. Leider wird im Testbericht nicht darauf hingewiesen ob die getesteten Modelle rechtzeitig zu ihrer Ladestation zurückkehren und wie gut sie sich befreien können, wenn sie hängen bleiben.

Bewertungskriterien der Stiftung Warentest

Im Fokus des Tests der Stiftung Warentest stand die Reinigungsleistung der Geräte. Während die einzelnen Modelle bei der Navigation, Haltbarkeit, Handhabung und weiteren Testkategorien nur wenig voneinander abwichen, schwankt die Saugleistung von Gerät zu Gerät stark. Zwar wurden die Saugroboter beim Labortest nicht direkt mit klassischen Bodenstaubsaugern verglichen, sondern als eigene Produktgruppe bewertet, trotzdem wurde deutlich, dass sie durch ihre kompakte Bauart nicht annähernd so viel Schmutz und Dreck einsammeln konnten wie die manuellen Kollegen. Zwei der Saugroboter beseitigten auf Teppichböden sogar nur 50 Prozent des Schmutzes. Einer entfernte Staub und Fasern nur mangelhaft. Trotzdem konnten sie in Bezug auf Hartböden durchaus punkten und eine gute Ergänzung darstellen. In Wohnungen mit freien Bodenflächen und wenigen Hindernissen eignen sie sich sogar als Ersatz für den herkömmlichen Staubsauger.  

Zusätzlich machen die kleinen Haushaltshelfer ihre geringere Saugleistung oft durch enormen Arbeitseifer wieder wett. Ein Saugroboter, der 90min am Tag durch die Wohnung fährt kann durchaus einiges an Staub aufsammeln. Vor allem aber reinigt er systematisch alle Flächen nacheinander und übersieht nichts. Selbst Lücken unter Möbeln und Engstellen zwischen Stuhl- oder Tischbeinen sind in der Regel auch kein Problem.

 

Saugroboter erkennen Hindernisse und umfahren diese.

Der Testsieger: Vorwerk Kobold VR 200

Der Saugroboter von Vorwerk ist mit einem Herstellerpreis von 749,00 Euro eines der teureren Modelle, überzeugte die Tester aber mit der besten Leistung. Denn der Kobold VR 200 erzielte als einziger die Reinigungsnote „gut“ (2,1) und die Gesamtnote 2,2 (App-Fernsteuerung nicht berücksichtigt).

Abbildung des Kobold VR200 Saugroboters

Der Vorwerk Kobold VR 200 verfügt über neuartige Bürsten - unter anderem eine mit Gummilamellen und eine mit Borstenstreifen. Diese rotieren bis zu 30 Mal pro Sekunde und nehmen so besonders viel Dreck auf. Zusätzliche Seitenbürsten erfassen den Staub und schieben ihn zu den Rundbürsten in der Mitte des Gerätes, so dass auch Leisten und Kanten richtig sauber werden. Durch seine D-Form kann der Kobold VR 200 sogar in den Ecken kehren. 

Eine Übersicht aller verfügbaren Zubehörteile, Kundenbewertungen und weitere Informationen zu den Vorwerk Saugrobotern finden Sie   bei Amazon.

 

Die Testnoten der Konkurrenten in der Übersicht

  • iRobot Roomba 980 (für 899 Euro) - Note 2,8
  • Neato Botvac D85 (für 439 Euro) - Note 3,1
  • Samsung Powerbot VR20J9020UR/EG (für 439 Euro) - Note 3,5
  • iRobot Roomba 616 (für 316 Euro) – Note 3,8
  • Miele Scout RX1 Red (für 479 Euro) – Note 3,8

Günstige Alternative: Neato Botvac D85

Zwar kann der Neato Botvac D85 nicht beim Labortest mit dem mehr als doppelt so teuren Testsieger mithalten, aber in der Praxis überzeugt er viele Nutzer durch seine kraftvolle Reinigung und die vielen Extras. Dazu gehören zum Beispiel: Hygienefilter, XXL Staubbehälter, Anti-Allergie-Mikrofiltersystem, Smart Laser Mapping Funktion, Zeitsteuerung, Absturzsicherung und Intensivreinigungsmodus. Übrigens: Einige Modelle aus der Neato Saugroboter Serie sind bereits Alexa kompatibel.

Weitere Informationen und Kundenmeinungen zum Neato Botvac D85 finden Sie  hier.

 

Neato BotvacConnetcted Neato

Vorteile von smarten Saugrobotern

  • Egal ob im Urlaub oder während der Arbeit: die smarten Helfer reinigen geduldig stundenlang alle Böden je nach Wunsch im Intensiv- oder Ecomodus und laden sich bei Bedarf selbst wieder auf.
  • Saugroboter erreichen auch Ecken und niedrige Stellen (z.B. unter dem Sofa). Durch ihre Sensoren scannen Sie systematisch die Umgebung und reinigen systematisch jeden Winkel.
  • Bei unerwarteten Hindernissen (z.B. Haustiere, spielende Kinder) können smarte Saugroboter flexibel reagieren und diese umfahren.
  • Sie unterstützen nicht nur Menschen, die beruflich viel unterwegs sind, sondern erleichtern auch Senioren und Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Alltag.

Übrigens für glatte Böden (z.B. Stein, Fliesen oder Parkett) gibt es auch schon einige Wischroboter. Wie zum Beispiel den   Boden-Wisch-Roboter PCR-1130  von Sichler.

 

Nachteile von smarten Saugrobotern

  • Leider geben zumindest die getesteten Modelle im Durchschnitt mehr Staub in die Raumluft ab als ein Bodenstaubsauger und sind auch deutlich lauter.  Deshalb sollten empfindliche Menschen den Raum besser verlassen, wenn die smarten Helfer am Werk sind.
  • Vor allem die Tiefenreinigung von Teppichen durch Saugroboter funktioniert noch nicht besonders gut. Deswegen eignen sie sich eher für Hartböden oder als Ergänzung für herkömmliche Staubsauger.
  • Besonders hochflorige Teppich können viele Modelle nicht gut überqueren und umfahren diese großräumig. Im schlimmsten Fall können sie auch darin hängen bleiben und Schäden am Bodenbelag verursachen.
  • Tipp: Gute Bodenstaubsauger gibt es ab 160 Euro. Smarte Saugroboter mit ausreichender Reinigungsleistung dagegen kosten mindestens 350 Euro – einige Modelle sogar an die 1000 Euro. Daher sollte sich besser niemand mit billigen Modellen in die Schnäppchenfalle locken lassen, sondern lieber gut recherchieren und den passenden Saugroboter zu den eigenen Böden kaufen.
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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Studium Germanistik und Multimedia, zahlreiche Film- und Schreibprojekte, freie Autorin im Bereich Medizin, Pflege und Erlebnispädagogik. Stellt sich immer neuen technischen Herausforderungen. Kreativ und handwerklich geschickt. Heute Redakteurin bei home&smart. Mit Leidenschaft an der Entwicklung neuer Formate beteiligt. Lässt sich von Bedienungsanleitungen nicht aus der Ruhe bringen. Am Ende läuft alles rund.