Must-haves aus Verbrauchersicht Die 6 Erfolgsfaktoren von Smart-Home-Systemen

Ein Smart-Home-System muss die Anforderungen der Masse des Marktes erfüllen, um langfristig erfolgreich zu sein. Klingt simpel. Blickt man aber auf den nun 30 Jahre bestehenden Home-Control-Markt, stellt man schnell fest: In vielen Fragen haben die allermeisten Lösungen die Kunden bislang offenbar nicht wirklich überzeugt. Dabei sind die Anforderungen und Wünsche der Kunden an das Smart Home recht einfach, wie auch die „Smart Home Studie 2020“ des Bitkom einmal mehr deutlich zeigt. Bernd Grohmann, Vorstand der eQ-3 AG (Hersteller des Smart Home Systems Homematic IP), stellt die Erfolgsfaktoren von Smart Home Systemen vor.

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1. Einfachheit

Kunden möchten eine Lösung aus einem Guss, die durch eine einfache Handhabung überzeugt. Laut Studie des Bitkom ist der Aspekt Benutzerfreundlichkeit für 63 Prozent aller Anwender eine der drei wichtigsten Anforderungen an ein Smart Home System. Kunden installieren heute DSL-Router, PCs, Laptops, Drucker, Smart TVs, WLAN Router oder auch Smartphones und Apps. In diese Welt und zu der damit verbundenen Einfachheit in der Installation und Handhabung muss auch eine Smart-Home-Lösung passen. An vielen Stellen ist das aber noch keineswegs selbstverständlich – und das werden Kunden auf Dauer nicht akzeptieren. Eine Smart-Home-Technologie, bei der nur Fachhandwerker und von denen auch nur tagelang geschulte Betriebe zusammen mit spezialisierten Ingenieurbüros Änderungen an der Konfiguration vornehmen können ist a) nicht mehr zeitgemäß und könnte sich mangels Personal auch b) überhaupt nicht im Massenmarkt durchsetzen.

Smart Home muss für praktisch jeden Handwerker und auch für technik-affine Endkunden beherrschbar sein – in Installation, Konfiguration und Anwendung. Nur dann kann sie die Kunden langfristig überzeugen.

2. Bezahlbarkeit

Laut Bitkom-Studie ist der Preis das zweitwichtigste Kaufkriterium für Smart-Home-Anwendungen. Das verdeutlicht: Einer Verbreitung von Smart Home standen bislang auch zu hohe Kosten im Weg. Natürlich gibt es Systeme, die in Bürogebäuden und in sehr teuren Wohngebäuden verbreitet sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde für Hausautomation mehr als 15 – 20 Prozent der Nettobausumme ausgibt, ist jedoch gering. Bei vielen Produkten kommen nicht selten versteckte Kosten auf die Nutzer zu, weil die App-Nutzung und Cloud-Dienste gebührenpflichtig sind. Eine Massentauglichkeit kann hier in Frage gestellt werden.

Um Lösungen für die Masse zu schaffen und potenziell jedes Haus zu einem Smart Home zu machen, bedarf es günstiger und stabiler Produkt- und Gesamtkosten, sodass ein Smart Home für nur 1-2 Prozent der Netto-Bausumme oder sogar ganz ohne Mehrkosten realisiert werden kann.

3. Sicherheit

Der Zugewinn an Sicherheit ist neben dem Zugewinn an Komfort laut Bitkom-Studie der zweithäufigste Grund für den Kauf von Smart-Home-Komponenten. Der Begriff „Sicherheit“ betrifft tatsächlich aber drei unterschiedliche Themen:

Gerätesicherheit: Grundvoraussetzung ist, dass ein Gerät unter den üblichen Nutzungsbedingungen und über die gesamte Produktlebensdauer sicher ist. Die genauen Anforderungen an Geräte sind in Europa durch entsprechende Richtlinien bzw. Normen klar geregelt. Dem Verbraucher wird dies mit dem „CE“-Zeichen signalisiert, das allerdings mittels Selbstdeklaration erfolgt. In der Realität stellt es sich so dar, dass einige Hersteller essenzielle Normen durchaus ignorieren und dafür einfach andere heranziehen – zulasten der Sicherheit der Anwender. Gerade bei 230-V-Installationen ist die von den Geräten ausgehende Gefahr nicht zu unterschätzen.

Cybersecurity: Laut Bitkom-Studie fürchtet sich jeder Dritte vor Hacker-Angriffen (34 Prozent) oder hat Angst vor dem Missbrauch persönlicher Daten (33 Prozent) im Smart Home. Erwartet wird ein gegen Angriffe aus dem Internet sicheres System, das sich auch nicht von Handwerkern, dem Reinigungspersonal oder Fremden lokal manipulieren lässt. Viele Smart-Home-Produkten – auch von namhaften Herstellern – weisen aber nach wie vor massive Sicherheitsmängel auf, können beim Anlernen abgehört, lahmgelegt oder gar von außen gesteuert werden, wie Untersuchungen der Hochschule Emden/Leer zeigen.

Eine wertvolle Orientierung geben hier Zertifizierungen durch renommierte Prüflabore, vor allem durch den VDE. Verbraucher sollten jedoch darauf achten, dass die Zertifizierung neben der IT- und Datensicherheit auch die Protokollsicherheit abdeckt. Nur dann ist das vom Anwender erwartete Maß an Sicherheit tatsächlich gewährleistet. Wählen Verbraucher hingegen ein System ohne hinreichende Security, ist Angriffen auf das Heim Tür und Tor geöffnet. Dabei sind Angriffe auf Smart Home Funktionen noch die geringste Sorge: Schwächen in WLAN-Produkten können für Hacker auch das Heimnetz öffnen und große Schäden durch Identitätsdiebstahl überhaupt erst ermöglichen.

Sicherheit als Anwendung: Wer sich für smarte Technik entscheidet, will sich keine zusätzlichen Gefahrenherde ins Haus holen, sondern die eigene Sicherheit steigern. Neben dem Schutz vor Einbruchsversuchen, ist vor allem die empfundene Sicherheit aller Bewohner das Ziel. Nach der smarten Einzelraumregelug ist der Bereich Sicherheit und Alarm daher aus Kundensicht der zweitwichtigste Anwendungsbereich im Smart Home. Gute Produkte sollten einen wirksamen Schutz vor Angriffen bieten, indem sie Funk-Störungsversuche erkennen und melden und auch bei einem Unterbrechen der Internetverbindung zuverlässig alarmieren.

4. Flexibilität

Die Bitkom-Studie zeigt auch, wie wichtig den Menschen der Faktor Flexibilität ist. Hier werden die Kompatibilität oder die Möglichkeit der Sprachsteuerung explizit genannt. Insellösungen, die lange Zeit den Smart-Home-Markt dominiert haben, werden von offenen und anwenderorientierten Systemen abgelöst, welche zu zahlreichen Produkten kompatibel sind. Somit wird der Kundenwunsch darüber entscheiden, was es zukünftig geben wird – und nicht mehr länger die Lösungsentwickler und -anbieter. Die Möglichkeit, alle Komponenten per Sprachbefehl zu steuern, ist dabei fast schon selbstverständlich.

Was wir in der Praxis auch sehen ist, dass Kunden es immer weniger akzeptieren, dass jedes Mal ein Fachhandwerker eingesetzt und bezahlt werden muss, wenn beispielsweise eine Lichtszene, die Funktion eines Tasters oder die Darstellung auf einem Smartphone oder Tablet verändert werden soll. Die Kombination von Bus und Funk im Smart Home bietet hier ein Optimum an Zuverlässigkeit, günstige Preise und zugleich eine große Flexibilität und Erweiterbarkeit im Neubau.

5. Zuverlässigkeit

Kunden wünschen sich, das zeigt die Bitkom-Studie ebenfalls, dass ein System technisch ausgereift ist und zuverlässig funktioniert. Ein Problem ist dabei, dass viele Systeme das 2,4 GHz Band nutzen. Hier muss mit Störungen durch WLAN gerechnet werden, die aktuell sogar massiv anwachsen. Gerade bei fest installierten und auch bei batteriebetriebenen Produkten ist eine ernsthafte Nutzung des 2,4 GHz Bandes für Smart Home eigentlich ausgeschlossen. Besser ist es, das 868 MHz Band zu nutzen, in dem es diese Störungen nicht gibt und in dem außerdem weitaus höhere Reichweiten erzielt werden können.

Mit dem Update Advanced Routing zeigt unser System Homematic IP beispielsweise, wie mehrere Access Points in eine Installation integriert werden und Ausfälle so auffangen können. Das ist beim Einsatz nur einer Zentrale im Haus nicht zu erreichen.

6. Zukunftssicherheit

Kunden setzen voraus, dass es das System ihrer Wahl und dazu kompatible Produkte auch in 10 Jahren noch gibt. Es zeichnet sich inzwischen sichtbar ab, dass sich TCP/IP – d.h. in der Form von IPv6 – auch im Smart Home als Standard durchsetzen wird. Das bedeutet, dass alle Lösungen, die heute nicht auf IPv6 basieren, komplett und von Grund auf geändert werden müssen. In anderen Industrien sind bislang anerkannte Standards in der Transformation eigentlich immer untergegangen – und mit ihnen die meisten Hersteller, die diese Technologien bis dahin vertreten haben.

Ebenso wichtig ist, ob und wie lange ein Hersteller eine langfristige Verfügbarkeit rechtlich verbindlich zusichert.  Oft wird „Standard“ hier als Argument aufgeführt. Wer hätte dies bei ISDN vor 10 Jahren noch als Antwort akzeptiert? Und was kann ich heute noch mit ISDN kaufen? Für das System Homematic IP gibt es von eQ-3 eine verbindliche Zusage bis zum 31.12.2030 für eine langfristige Zukunftssicherheit.

Fazit

Nur wenn ein Smart-Home-System die beschriebenen Anforderungen erfüllt, können Verbraucher und Kunden wirklich sicher sein, an ihren Smart-Home-Systemen heute, aber auch in Zukunft Freude zu haben.

bernd-grohmann-vorstand-eq3

Bernd Grohmann ist seit 2008 Vorstand der eQ-3 AG, die unter anderem Hersteller des Smart-Home-Systems Homematic IP ist.  Mit über 25 Jahren Erfahrung in den Bereichen Technologie- und Hightech Business Management sowie über 15 Jahren im Home Control-Segment ist Grohmann ein profunder Experte des Smart Home- und IoT-Marktes.

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