Kias Elektroauto im Vergleich Kia Soul EV 2018 | Überblick, Ladezeiten & Reichweite

Der Kia Soul EV ist die voll-elektrische Version des Kia Soul mit Verbrennungsmotor und erweitert diese Modellpallette nunmehr seit 2015 auch in Europa. Mit dem Modellupdate für 2018 steht dieser nun nochmals erfrischt und mit größerer Batteriekapazität zum Kauf bei den Händlern. Beliebt war er bei den Käufern schon immer. So entschieden sich 2016 in Deutschland stolze 43 Prozent der Kia Soul Käufer für die Elektrovariante. Der Kia Soul EV gibt sich somit selbstbewusst und punktet mit seinem sparsamen Elektroantrieb, der gehobenen Innenausstattung und 7 Jahre Garantie – sogar auf die Batterie. Bisher fuhr er der Elektro-Konkurrenz jedoch in den Zulassungszahlen immer knapp hinterher. Wurde dem Kia Soul EV nun durch das jüngste Modellupdate der letzte fehlende Schliff verpasst, um sich endlich die Zulassungskrone zu holen?

Der Kia Soul EV bietet viel Komfort und eine moderate Reichweite für ein Elektroauto.

Kia Soul EV: mehr Reichweite durch sein Eco-Facelift

Der Kia Soul EV findet sich immer wieder unter den vorderen Plätzen bei den Zulassungszahlen von BEVs in Deutschland. Doch nach ganz vorne hat er es am Jahresende bislang noch nie geschafft. Hier hängt er an den Stoßstangen seiner direkten Konkurrenten vom Renault ZOE und dem e-Golf. Da scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann er auf die Überholspur ausschert und an den Konkurrenten vorbeifährt. Der Hersteller Kia ist sich der Attraktivität von seinen Elektroauto Soul EV bewusst und will diese noch steigern, indem er nun an den richtigen Stellen nachgebessert hat. Die kastenförmige Minivan-Optik ist Geschmackssache – aber sie bietet unbestreitbar einen höheren Komfort für die Fahrgäste. Auch die Extras bringen Freude. Dem Serienmodell in der Ausführung „Plug“ für nun 29.490 Euro und damit 600 Euro teurer als zuvor, spendiert Kia bereits ein 8“-Touch-Navigationssystem, einen Tempomat und sieben Jahre Garantie, auch auf die Batterie. Das Smarteste aber: Die punktuelle Fahrerzonenklimatisierung beheizt auf Wunsch nur den Fahrerbereich, was Energie einsparen lässt. Mit dem für Modelljahr 2018 eingeführten Eco-Facelift, bestehend aus serienmäßigen Eco-Reifen von Michelin, einer um 3 kWh vergrößerte Batteriekapazität und einem insgesamt gesenkten Verbrauch von 0,4 kWh, wird nochmals ordentlich Energie gespart und Reichweite gewonnen. Und das alles für einen wirklich geringen Mehrpreis zum Vorgänger. Für weitere 1.900 Euro Aufpreis kann der Kia Soul EV jetzt auch in der „Play“ Version geordert werden, die noch ein paar Extras mehr aufweist als das bereits gut ausgestattete Basismodell.

Kia Soul EV im Reichweiten Vergleich

Die Reichweite der ersten Kia Soul EV-Ausführung betrug nur 212 km (NEFZ) und wurde deshalb in vielen Tests als Manko angeführt. Schließlich kommt der Renault Zoe, der übrigens die Tabelle der meistverkauften E-Autos 2017 in Deutschland anführt, offiziell auf 400 km (NEFZ). Kia hat aber mit dem Soul EV Modelljahr 2018 nachgelegt und die Reichweite um 18 Prozent gesteigert. Bis zu 250 Kilometer quetscht der Soul EV nun nach der Norm Neuer Europäischer Fahrzyklus aus einer 30 kWh großen Batterie.

In der Praxis sehen die Werte meist etwas anders aus. Der Renault Zoe beispielsweise kommt bei normaler Nutzung tatsächlich nur auf etwa 300 km. Beim aktuellen Kia der Modellgeneration 2018 liegen noch nicht so viele Testergebnisse vor, um hier eine wirklich Aussage machen zu können, doch schon mit der alten Version war es nicht völlig abwegig, die angegebenen Herstellerangaben auch wirklich im Alltagsbetrieb zu erreichen. Natürlich kommt es immer auf die Wetterbedingungen und das Fahrprofil an. Was bei Kia aber immer wieder erstaunt: Wie genau der Soul die Restreichweite berechnen kann.

Jedenfalls haben sich die Ingenieure bei Kia mehr Gedanken gemacht, wie man möglichst stromsparend unterwegs ist, als bei anderen Herstellern. So wie beispielsweise das elektrische Wärmepumpensystem, das die Abwärme des Kühlwassers für die Beheizung nutzt. Ein weiterer grüner Faktor des Kia Soul EV ist die erwähnte serienmäßige Fahrerzonenklimatisierung, die das punktuelle Heizen ermöglicht. Somit kann man sich mit dem Kia Soul EV locker von Stuttgart nach Frankfurt wagen, ohne nachzuladen.

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E-Auto-Prämie für den KIA Soul EV

Für den Kia Soul EV gibt es ebenfalls die volle Umweltprämie für Elektroautos in Höhe von 4.000 Euro netto. Damit rückt der Kia Soul EV schon sehr nahe in die Preisgefilde von einem vergleichbaren Kia Soul Benziner oder Diesel, wenn dort alle Extra hinzugerechnet werden, die bei dem Soul EV schon serienmäßig an Bord sind.

Der Kia Soul EV fällt mit seiner kubischen Form auf bietet dadurch aber sehr viel Platz für die Insassen.

Kia Soul EV: Steuerersparnis, Prämie & Förderung 

Neben der Prämie im vierstelligen Bereich bietet die Bundesregierung eine Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge an, die von fünf Jahren auf zehn Jahre angehoben wurde. Wer sich vor dem 31. Dezember 2020 für den Kia Soul entscheidet, darf sich über eine Steuerbefreiung im Gesamtwert von 560 Euro freuen.

Antrieb des Kia Soul EV

Mit 11,3 Sekunden von 0 auf 100: Damit steht der Kia Soul EV dem Brudermodell Kia Soul mit Benzinmotor um nichts nach. Das sind zwar keine Spitzenwerte aber der beliebte Renault Zoe braucht zum Vergleich 1,3 Sekunden länger. Der Fahrkomfort ist zudem auf einem sehr hohen Niveau für diese Fahrzeuggröße und ist auch auf eine erstaunliche Geräuschminimierung und ein sicher Fahrgefühl zurückzuführen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 145 km/h bei einer maximalen Leistung von 81,4 kW (110 PS) und einem konstant hohen Drehmoment von 285 Nm.

Das Elektroauto Kia Soul EV bietet Kraft in jeder Situation.

Wie praxistauglich ist der KIA Soul EV im Vergleich?

Der KIA Soul EV ist perfekt für den Stadtverkehr geeignet. Der straffe Anzug und seine kompakte Form machen sich auf viel befahrenen Straßen bezahlt. Im Gegensatz zu Renault ZOE und Nissan Leaf fühlt man sich im Kia Soul weniger beengt, wobei seine Höhe natürlich zuträglich ist. Auch große Menschen über 1,90 m finden hier ausreichend Platz. Und das, obwohl beim Elektro-Soul wegen der Batterie die Rückbank etwas nach vorne rücken musste und höher verbaut wurde, als beim Benzinbruder. Um seinem Namen alle Ehre zu machen, ist das Innenleben des KIA Soul EV besonders rein und passt damit ins Gesamtkonzept. Bio-Kunststoffe und lösemittelfreie Lacke freuen vor allem Gesundheitsbewusste und Familien mit Kindern. Lediglich das Verreisen mit der Familie wird etwas problematisch mit einem Kofferraum von 280 Litern und nur 4 vollwertigen Sitzplätzen.

Auch ansonsten fühlt man sich im Kia Soul EV gut aufgehoben, vor allem, weil das Design praktisch und stimmig ist. So schweben die Hochtöner beispielsweise über der Lüftung und ein Display zwischen den Sitzen gibt – bereits vorm Einstieg – Auskunft über den Ladestand.

Das Elektroauto Kia Soul EV ist ein dynamiker in jeder Lebenslage.

Kia Soul EV im Überblick

Der Kia Soul EV verbraucht 14,3 kWh pro 100 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h. Von 0 auf 100 flitzt der Koreaner in 11,3 Sekunden mit einem Drehmoment von 285 Nm. Eine gute Leistung bei einem Radstand von 2570 mm. Der Kia Soul EV ähnelt mit 1600 mm Höhe einem Minivan, der mit einer Länge von 4140 mm aber kompakt ausfällt. Nach etwa 250 km neigt sich die Leistung der Batterie im Soul EV dem Ende zu. Dann wird das Elektroauto entweder zu Hause wahlweise mit einer Wallbox oder dem ganz normalen Haushaltsstrom geladen oder unterwegs an einer Ladesäule. Für 25.490 Euro ist das Serienmodell inklusive der staatlichen Förderung bereits zu haben.

Steckbrief | Kia Soul EV auf einen Blick

Kaufpreis 29.490 Euro
Ladekapazität30 kWh
Verbrauch (Herstellerangabe)14,3 kWh
NEFZ Reichweite250 km
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h11,3 s
Höchstgeschwindigkeit145 km/h
Maximale Leistung (PS bzw. kW)110 PS
Maximaler Drehmoment (Nm)285 Nm
Abmessung L x B x H4.140 x 1.800 x 1.600 
Kofferraum Volumen280 L
Leergewicht1.638 kg
2,3 kW - „Haushalts-Stecker“15 Std. Ladedauer (100%)
3,7 kW - Typ 1 (1-phasig, 16 A)9 Std. Ladedauer (100%)
4,6 kW - Typ 1 (1-phasig, 20 A)7 Std. Ladedauer (100%)
50 kW - CHAdeMO (nur "Play" Variante)33 min. Ladedauer (80%)

Kia Soul EV Laden | Ladeleistung, Ladedauer, Ladekabel 

Eine Wechselstrom-Ladeleistung von 6,6 kW (Typ 1-Stecker) ist beim Kia Soul EV serienmäßig an Bord. Diese kann in Deutschland jedoch nicht ganz ausgereizt werden. Maximal sind über eine einphasige Ladesäule 4,6 kW Ladeleistung möglich, womit man auf eine Ladezeit von etwa 7 Stunden kommt. Für die Typ 2-Ladekabel, die in Europa am verbreitetsten sind, nutzt man einfach ein Mode 3-Ladekabel als Zwischenverbindung. Unterwegs orientiert man sich bestenfalls an Ladesäulen mit CHAdeMO-Anschluss, sofern die Kia Soul EV „Play“ Variante gewählt wurde. Mit diesem Schnellladeanschluß dauert eine 80 Prozentige-Ladung dann nur noch 33 Minuten.

Die Kia Soul EV wurde nicht als Elektroauto entwickelt - die Batterie findet im Unterboden Platz.

Lademöglichkeiten für den Kia Soul EV

  • Ladestationen mit Typ 1-Ladekabel
  • Ladestationen mit CHAdeMO Ladekabel (nur Kia Soul EV „Play“)
  • Ladestationen mit Typ 2-Ladestecker + Mode 3-Ladekabel (von Typ 1 auf Typ 2)
  • Heimisches Stromnetz (2,3 kW) + Mode 2-Ladekabel
  • Wallbox mit Typ 1-Stecker
Ein DC Ladestecker ist beim Kia Soul EV nur gegen Aufpreis erhältlich.

Geeignete Wallboxen für den Kia Soul EV

  • ABL Wallbox eMH1 Basic (3,7 kW, inkl. 5m-Kabel Typ 1) für ca. 799 Euro
  • KEBA Wallbox 98.154 KeContact P30 b-series (4,6 kW, inkl. 4m Kabel Typ1) für ca. 999 Euro

Vor- & Nachteile des Kia Soul EV

Der Kia Soul EV punktet mit seinem ausgewogenen Fahrverhalten, das durchaus auch dynamisches Fahren ermöglicht. Dabei fühlst sich der Kia sportlich an, obwohl die Leistungswerte dies nicht unbedingt erahnen lassen würden. Die intelligenten Energiemanagementsysteme sorgen dafür, dass der Kia wirklich versucht jede Kilowattstunde in Reichweite umzusetzen. Dabei passt der Preis von 29.490 Euro durchaus zum Gesamtpaket, das der Kia Soul EV bietet. Ein größerer Wermutstropfen geht an den etwas klein geratenen Kofferraum und an die überschaubaren Sicherheitssysteme, die in der Serienausstattung mitkommen. Wobei das herstellerübergreifend (leider) oftmals nicht besser ist.

Alle Informationen auf einen Blick - im Elektroauto Kia Soul EV.

Modellhistorie des Kia Soul EV

Mit der Modellgeneration 2018 wurde der Kia Soul EV nochmals in einigen Punkten verbessert. Insgesamt kommen die Maßnahmen vor allem einer größeren Reichweite zu Gute und das bei einem moderaten Aufpreis von nur 600 Euro. Die Modelle zwischen 2014 und 2017 waren ebenfalls schon ein guter Kauf, jedoch wurde hier die geringe Reichweite immer etwas bemängelt. Natürlich hätte hier der Zuwachs an Batteriespeicher noch etwas größer ausfallen können, doch dann wäre sicherlich der Preisaufschlag nicht so moderat geblieben.

  • Modelljahr 2014 – 2017: Kia Soul EV, 27 kWh Batteriekapazität, ab 28.890 Euro
  • Modelljahr ab 2018: Kia Soul EV „Plug“/„Play“, 30 kWh Batteriekapazität, ab 29.490 Euro

Modellvarianten des Kia Soul EV

Den Kia Soul EV gibt es in zwei Ausstattungsvarianten, die sich „Plug“ für die Basisausstattung und „Play“ für die nochmals besser ausgestattete Variante nennen. Zusätzlich zu der schon guten Ausstattung des Basismodells bietet die Variante „Play“ dann noch eine DC Schnellladevorrichtung, sowie Nebenscheinwerfer, einen selbstabblendbaren Rückspiegel und eine Batterieheizung. Dafür werden dann mindestens 31.930 Euro fällig. Schade ist nur, dass die DC Schnellladevorrichtung nicht separat bestellt werden kann, da diese wohl die interessanteste Option darstellt. Wahrscheinlich werden viele deshalb gleich zu „Play“ Variante greifen. Unabhängig von der Modellvariante können dann noch Extras wie Sitzheizung auf der Rückbank, belüftete Teilledersitze, eine Rückfahrkamera, Einparkhilfe oder ein Panoramadach geordert werden.

Fazit: Kia Soul EV als attraktiver Ersatz für den Benziner

Der Kia Soul überzeugt vor allem durch sein durchdachtes Konzept, die elektrische Energie wirklich optimal zu nutzen und möglichst viel davon in Reichweite umzusetzen. Zwar entspricht diese nicht immer der Herstellerangabe von 250 Kilometern, aber die Restreichweite wird dem Fahrer stets sehr genau mitgeteilt, so dass er weiß, wann die nächste Ladestation anzufahren ist. Ein bereits sehr gutes Elektroauto wurde nochmals genau dort nachgebessert, wo es noch etwas zu bemängeln gegeben hatte und das zu einem moderaten Mehrpreis. Der Kia Soul EV hat nun mehr denn je das Zeug aus dem Schatten der Mitbewerber zu fahren und die Nummer eins in der Zulassungsstatistik zu werden. Im Bereich Komfort ist Kia bereits jetzt der Sieger im Vergleich zum Nissan Leaf oder Renault ZOE. Wer einmal in den Kia Soul EV einsteigt, will gewöhnlich so schnell nicht mehr raus. Das liegt aber vor allem an seinem ungewöhnlich dynamischen Fahrverhalten.

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Michael Artmann

Ausbildung in Kommunikationselektronik und Informationstechnik. Mehrere Jahre bei einem internationalen PC-Hersteller tätig – Lieblingsaufgabe: Prototypen-Tests für den Europäischen Markt. Schwerpunkte: Video/3D/Netzwerke. Nachgelegt: Studium Energiemanagement. Sieht die Welten von IT und Energiewirtschaft zusammenwachsen. Heute business developer bei einem Energiekonzern und unersetzliche Unterstützung der homeandsmart.de-Redaktion. 

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