Strom selbst erzeugen Was macht ein kleines Kraftwerk auf dem Balkon?

Nicht zuletzt mit der Energiekrise des vergangenen Jahres ist das Thema Balkonkraftwerk für viele Menschen interessant geworden. Jedoch bestehen bei den meisten erhebliche Unsicherheiten zu der Frage, ob die Einrichtung einer kleinen PV-Anlage auf Balkon oder Terrasse sinnvoll ist. Hier ist primär wichtig zu klären, wann sich die Investition in ein kleines Kraftwerk rentiert. In diesem Beitrag geht es um die Technik hinter dem Balkonkraftwerk, um Kosten, Einsparpotenziale und allgemeine Vorteile.

Balkonkraftwerk

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Die Bezeichnungen für diese Art einer zusätzlichen Gewinnung von Energie variieren. Es ist häufig auch die Rede von einer Mini-PV-Anlage, von steckbaren PV-Anlagen, Plug-and-Play-PV oder Balkon-PV. Im Wesentlichen besteht ein kleines Kraftwerk aus den drei Teilen Wechselrichter, Solarmodul(e) und Vorrichtungen für die Installation. Die Mikro-Wechselrichter werden bei dieser Konstruktion direkt an die Solarmodule angeschlossen.

Über die Solarmodule wird Gleichstrom gewonnen, der über die Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird. Die Anlage wird direkt an den Hausstrom angeschlossen, sodass der Strom dem Verbraucher unmittelbar zur Verfügung steht. Es wird dabei möglich, über ein kleines Kraftwerk auf dem Balkon oder der Terrasse die Grundlast abzusenken. In der Folge muss weniger Strom vom Energieversorger bezogen werden.

Je nachdem, wie viel Strom mit dem Balkonkraftwerk erzeugt werden kann, muss nur der überschüssige Strombedarf vom örtlichen Versorger abgefordert werden. Einen haushaltstypischen Grundverbrauch zwischen 100 und 300 Watt deckt ein durchschnittliches kleines Kraftwerk ab. Besonders der Stromverbrauch im Stand-by, für Wärmepumpen und ähnliche Geräte, lässt sich meist von einem Balkonkraftwerk ziehen.

Was sind die besonderen Vorteile eines Balkonkraftwerks?

Auf dem Punkt: Ein kleines Kraftwerk auf dem Balkon oder der Terrasse kann einiges zur eigenen Stromversorgung beitragen. Neben der Stromgrundversorgung in der Grundlast sind es primär die einfache Installation und die kaum vorhandene Bürokratie, die Balkonkraftwerke attraktiv machen.

Balkonkraftwerke werden einfach in die Steckdose gesteckt. In den meisten Fällen wird kein Elektriker für die Installation benötigt. Ebenso fallen die bürokratischen Hürden, die für klassische PV-Anlagen bestehen, für ein kleines Kraftwerk weg. Eine Anmeldung nach EEG ist ebenso wenig erforderlich wie die als Kleingewerbe.

Die Plug-and-Play-Solaranlage ermöglicht die Gewinnung von sauberem Strom direkt vor Ort für den eigenen Haushalt. Sie macht Menschen unabhängiger von der zentralisierten Versorgung. Es lässt sich Geld sparen. Die Investition in ein kleines Kraftwerk kann sich rentieren. Deshalb unterstützen viele Gemeinden die Anschaffung von Balkonkraftwerken über eine Förderung. Mit ihr wird die Anfangsinvestition noch rentabler.

Die technischen Voraussetzungen und Hintergründe bei Mini-PV

Regelkonform ist ein kleines Kraftwerk auf Balkon und Terrasse nur dann, wenn die Anlage auf eine Erzeugung von 600 W begrenzt ist. Ginge man darüber hinaus, wäre man im Bereich einer regulären PV-Anlage mit den weiteren formalen Verpflichtungen. Hochwertigere Balkonkraftwerke sind deshalb von Anfang an mit ihren Wechselrichtern auf die regelkonforme Inbetriebnahme ausgerichtet.

Die meisten Anwender kommen mit ein bis zwei Solarmodulen aus, um ihr kleines Kraftwerk sinnvoll auf begrenztem Raum zu betreiben und damit den Grundstrombedarf zu decken. Wenn man hier die jeweilige Situation der Sonneneinstrahlung berücksichtigen möchte, sind in jedem Fall zwei Module sinnvoll. Dann kann man bei intensiver Sonnenstrahlung intensivere Verbraucher wie Wasch- oder Spülmaschinen ressourcenorientiert betreiben. Ebenso gibt es die Möglichkeit von Speichersystemen, die an die Mini-PV-Anlage angeschlossen sind. Auf diese Weise kann am Tage gewonnener Strom am Abend verbraucht werden.

Die Aktivität des Balkonkraftwerks ist von der Sonnenstrahlung abhängig. Deshalb ist die Menge des gewonnenen Stroms mit dem Wohnort und den individuellen Gegebenheiten dort verbunden. Inzwischen kann man über spezielle Rechner im Internet Berechnungen zur möglichen Stromgewinnung in der Region durchführen.

Durchschnittlich schafft ein kleines Kraftwerk in Süd-Ausrichtung ohne Beschattung etwa 350 Kilowattstunden pro Jahr. Hier bestehen bei den zurzeit noch weiter steigenden Strompreisen erhebliche Einsparpotenziale von 100 EURO und mehr pro Jahr.

Wichtig ist, dass die Solarmodule auf dem Balkon oder der Terrasse etwa 4-5 Stunden pro Tag intensiv der Sonne ausgesetzt sind. Auch bei bewölktem Himmel und im Winter wird zwar Strom erzeugt. Allerdings ist die Menge dann weniger relevant. Das kleine Kraftwerk ist empfindlich gegenüber Schatten. Deshalb ist die Installation nur dort sinnvoll, wo die Schattenfreiheit für einige Stunden gewährleistet ist.

Gesonderte Stecker sind normalerweise für Balkonkraftwerke nicht notwendig. Hier reicht ein normaler Schukostecker.

Fragen zur Sicherheit von Balkonkraftwerken

Die Sicherheit wird über geprüfte Wechselrichter gewährleistet. Die Spannung schaltet sich sofort ab, wenn die Module von der Steckdose getrennt werden. In bestimmten Fällen nimmt sich die Anlage selbst automatisch vom Netz. Das wird durch bestimmte technische Vorgaben sichergestellt. Bei einem Stromausfall oder einer Netzabschaltung gehen die Plug & Play-Module allein und selbstständig vom Netz.

Wer sich bei der Steckvorrichtung noch mehr Sicherheit wünscht, kann einen Wieland-Stecker und eine Wieland-Steckdose als besondere Steckkomponenten in Betracht ziehen.

Erforderliche Formalitäten bei Einrichtung eines Balkonkraftwerks

Eine einzige Anmeldung ist auch für ein kleines Kraftwerk erforderlich: Nutzer müssen ihren Stromanbieter auf einem von diesem bereitgestellten Formular mitteilen, dass sie ein Balkonkraftwerk eingerichtet haben. Sinnvoll ist es ebenso, die kleine Anlage bei der Bundesnetzagentur in das Markenstammregister einzutragen. Das ist unkompliziert online möglich.

Möglicherweise tauscht der Stromanbieter den Stromzähler aus, nachdem ein kleines Kraftwerk angemeldet wurde. Das kann notwendig sein, damit der Stromzähler bei Einspeisung von Strom über ein kleines Kraftwerk nicht rückwärts läuft. Manche Stromzähler älterer Bauart sind dafür bekannt. Über die Anmeldung beim Stromversorger wird sichergestellt, dass es nicht zu diesem Vorgang kommt.

Gibt es Qualitätsunterschiede bei Balkonkraftwerken?

Hochwertigere Anlagen nutzen langlebige, qualitativ überzeugende technische Komponenten. Davon profitiert die ganze Anlage und der Nutzer. Die Investition in ein kleines Kraftwerk auf dem Balkon rentiert sich erst nach einer gewissen Zeit. Deshalb sollten wirtschaftlich bewusste Nutzer langlebige Qualitätsprodukte bevorzugen. Diese mögen in der Anschaffung etwas teurer sein, machen aber über den gesamten Nutzungszeitraum ihre Arbeit und damit mehr Freude.

Wie lässt sich die Stromerzeugung über ein Balkonkraftwerk selbst messen?

Wer wissen möchte, wie viel Strom die kleine Mini-PV auf dem Balkon produziert, schaltet zwischen die Steckdose und die Module ein Energiemessgerät. Hier gibt es inzwischen Modelle, die sich online in ein WLAN-System integrieren lassen. So kann man bequem jederzeit die Stromproduktion überwachen.

Fazit: Plug &Play Module für den Balkon lohnen sich häufig

Viele Haushalte können von einem Balkonkraftwerk finanziell über längere Zeit hinweg profitieren. Bereits die Sicherung des Grundverbrauchs über ein kleines Kraftwerk führt zu interessanten Einsparmöglichkeiten. Diese werden umso attraktiver, je teurer der Strom vom örtlichen Energieversorger wird. Es ist deshalb in einem ersten Schritt immer sinnvoll, sich über die Standortbedingungen vor Ort und die eigenen Möglichkeiten zur Einrichtung eines Balkonkraftwerks zu informieren.

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homeandsmart.de Redaktion

Als Vordenker und Smart Home Fan der ersten Stunde, schrieb Kai bereits 2014 über IoT-Trends und testete als einer der ersten deutschen Nutzer eine große Anzahl an vernetzten Geräten. Kai begleitet als langjähriger Experte auch die home&smart-Redaktion. Bis heute genießt er täglich die Vorzüge seines professionellen Smart Homes und begeistert sich für alle innovativen Dinge im Internet.

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