Wetterstation mit Wind- und Regenmesser Test: Netatmo Wetterstation und Netatmo Alexa-Skill

Die Netatmo Wetterstation liefert im Basispaket Daten sowohl zur Außentemperatur und Wetterlage als auch zu Innentemperatur und Raumluftqualität. Erweitert durch die Zusatzmodule Regen- und Windmesser ergeben sich fast zu viele Parameter – die gut strukturierte Netatmo-App führt alle Messergebnisse zusammen und gibt neben Diagrammen auch Hintergrundinformationen. Verbunden mit unserem Amazon Echo Dot haben wir die Alexa-Integration der Wetterstation über den Netatmo-Skill verprobt. Was die Netatmo Wetterstation wirklich kann, wie die Installation und Verwaltung mit der Netatmo-App läuft und ob es Alexa für dieses Smart Home-gerät wirklich braucht, zeigt unser Praxistest.

Braucht es den Alexa-Skill zur Netatmo Wetterstation?

Testprodukte: Netatmo Wetterstation mit Regen- und Windmesser

Im Smart Home-Sortiment des französischen Unternehmens Netatmo findet sich neben vernetzten Überwachungskameras wie Welcome und Presence auch eine appgesteuerte Wetterstation. Sie besteht aus einem Innen- und einem Außenmodul, die per Bluetooth gepaart und über die Netatmo-App eingerichtet, verwaltet und abgerufen werden. Als Zusatzmodule sind der Netatmo Windmesser sowie der Regenmesser erhältlich, um die persönliche Wetterstation mit weiteren Daten zu füttern. Über den Netatmo-Skill lässt sich die smarte Wetterstation mit Amazons Sprachassistentin Alexa verbal befragen – ob dieses Feature so nützlich ist, wie es sein könnte? Wir haben die Netatmo Wetterstation samt Wind- und Regenmesser über Wochen hinweg getestet und Installation und Wertigkeit, die Alexa-Integration mit Echo Dot sowie den generellen Mehrwert im smarten Alltag untersucht.

Testpaket: Die Netatmo Wetterstation samt App

Installation der Netatmo Wetterstation mit der Netatmo-App

Die Komponenten der Wetterstation kamen in ansprechenden Boxen mit zurückhaltendem Design bei uns an, neben den Geräten liegt der Verpackung jeweils ein übersichtliches Heftchen mit Anweisungen für die ersten Schritte bei. Die Wetterstation an sich mit Innenmodul etwas kleinerem Außenmodul wirkt hochwertig und unaufdringlich. Die schlichte Oberfläche der Zylinder im Chromdesign entspricht der weiterer Netatmo-Produkte wie dem Healthy Home Coach und der Welcome-Kamera. Sie wird lediglich durch eine längliche LED-Leuchtanzeige unterbrochen, die anzeigt, wenn das Gerät gekoppelt werden kann oder wie die Qualität der Raumluft ist. Gummifüße verleihen den beiden Komponenten einen sicheren Stand im Haushalt.

Weitaus weniger wertig: Netatmo Windmesser

Die Zusatzkomponenten Regenmesser und Windmesser heben sich vom wertigen Netatmo-Design ab – sie sind aus schwarz-weißem Plastik und optisch weitaus weniger ansprechend. Zudem wirkt vor allem der Aufbau des Windmessers instabil. Da beide Geräte für den Außeneinsatz vorgesehen sind, stellte sich uns die Frage, wie gut sie wohl Witterung oder einem rauhen Winter standhalten können.

Für die Installation muss das Basismodul der Wetterstation für den Innenraum mit dem mitgelieferten Netzteil dauerhaft ans Stromnetz angeschlossen werden. Die weiteren Schritte werden sehr gut nachvollziehbar in der Netatmo-App angegeben, die zunächst heruntergeladen werden muss. Sie ist für iOS und Android erhältlich – wir haben im Test die Android-Version verwendet und hatten keinerlei Schwierigkeiten mit dem Setup der Wetterstation.

Nachdem sich im Test die Firmware aktualisiert hatte, wurde das Außenmodul per Bluetooth gekoppelt, auch hier leitet die Netatmo-App genau durch den Vorgang. Das Außenmessgerät wird im Freien platziert, sollte jedoch nicht direkter Sonneneinstrahlung, Wind oder Regen ausgesetzt werden. Es nimmt automatisch Messungen vor und speist damit die Werte in der App zur Außentemperatur.

Neben den regelmäßigen automatischen Messungen der Netatmo Wetterstation kann durch leichtes Berühren der Vertiefung auf der Oberseite der Basisstation manuell eine Messung veranlasst werden. Dann fordert das Innenmodul einen Statusbericht des Außenmoduls und aller angeschlossenen Zusatzkomponenten an, um Innen- und Außentemperatur, CO2-Gehalt, Luftfeuchte und Wetterbedingungen zusammenzustellen. Die LED-Anzeige gibt direkt visuelles Feedback: rot bedeutet, die Raumluft ist alarmierend schlecht, orange gibt Anlass zum Lüften oder genaueren Check der Werte in der App und grün bescheinigt gute Luftverhältnisse.

Manuelle Messung: Grünes Licht bedeutet gute Raumluft

Wird eine manuelle Messung vorgenommen, zeigt die App dies als Statusmeldung auf dem Startbildschirm des Smartphones an, durch Antippen öffnet sich die Anwendung mit der genauen Übersicht aller Werte.

Statusbericht bei On Demand-Messung an der Wetterstation

Einbinden der Netatmo-Zusatzkomponenten Regenmesser und Windmesser

Die Integration des Regen- und/oder Windmessers erfolgt wie bei den Basismodulen per Netatmo-App. Der Startbildschirm zeigt Mini-Icons für das Außenmodul, Windmesser und Regenmesser an, durch Wischen gelangt man zum richtigen Feld und wählt dann „Neue Komponente hinzufügen“ aus. Nun führt die App wie gehabt durch die Kopplung und gibt Anweisungen, wo das Produkt aufgestellt und wie es kalibriert werden sollte. Für eine sichere Positionierung im Garten, an der Hauswand oder auf Balkon beziehungsweise Terrasse hat Netatmo einen Standfuß und eine Wandhalterung im Portfolio.

 

Im Test ließ sich der Regenmesser problemlos integrieren, der Windmesser konnte zunächst nicht gefunden werden. Da unsere Testprodukte bereits vorher genutzt wurden, folgten wir der Empfehlung in der App, die Batterien herauszunehmen und den Vorgang zu wiederholen. Dennoch ließ sich der Windmesser nicht verbinden. Nachdem die Batterien komplett erneuert wurden, war der dritte Kopplungsversuch erfolgreich – Erfahrungswerte, wie lange die Komponenten im Außeneinsatz dann zuverlässig mit der Batterieversorgung arbeiten, konnten wir leider nicht erheben.

Mithilfe der Netatmo-App ist der Regenmesser schnell eingebunden

Der bereits bemängelte Aufbau der Zusatzmodule machte ihre Integration weniger angenehm als die Installation der Basismodule: Werden die Komponenten nicht sofort erkannt, empfiehlt die App, die Batterien für 30 Sekunden zu entfernen und wieder einzusetzen. Dieser Reset ist beim Regenmesser leicht durchgeführt, hier muss nur der Boden durch kräftiges Drehen abgenommen werden, um an die Batterien zu gelangen. Am Windmesser hingegen müssen vier Schrauben gelöst werden, damit sich die Verschalung abnehmen lässt.

Der Praxistest der Übertragung von Messgerät zu App verlief erfolgreich: Ein Glas Wasser in den Trichter des Regenmessers gekippt vermeldete die App als starken Regenfall, das kräftige Pusten in den Windmesser ließ die Statistik zur Windstärke für den Tag deutlich steigen.

 

Windmesser getestet: 5 km/h gepustet

Netatmo-App: benutzerfreundliches Verwaltungstool für die Wetterstation

Die Netatmo-App führt nicht hervorragend durch die Erstinstallation der Wetterstation, sie ist auch für den täglichen Gebrauch hilfreich, um alle Funktionen des Netatmo-Wetterpakets auszuloten. Sie ist übersichtlich aufgebaut und bietet eine Übersicht zum aktuellen Wetter mit verdeutlichender Grafik in der 7-Tage-Prognose, durch Anklicken gelangt der Nutzer eine Ebene tiefer zur Aufschlüsselung der Werte mit Diagrammen.

Alle Wetterdaten im Überblick mit der Netatmo-App

Die Netatmo-App zeigt auch Werte wie Luftdruck, die gefühlte Außentemperatur, die relative Luftfeuchte oder den Taupunkt an. Derart detaillierte Angaben sind im Alltag zwar eher uninteressant, für die genaue Wetteranalyse aber eine gute Basis. Findet sich zu Werten ein i-Icon, kann das in der App angetippt werden, um eine Erläuterung zu erhalten.

Weiter unten zeigt die Start-Oberfläche der Netatmo-App die Innentemperatur, den CO2-Gehalt im Raum und den Geräuschpegel mittels Sonometer sowie die Luftfeuchte an. Hier bietet die Informationsfunktion über i-Icons Hintergrundfakten zu AQI (Außenluft-Qualitätsindex) und Normwerten zu Sonometer und CO2-Werten. Für das Einschätzen der gesammelten Daten sind diese Informationen ziemlich praktisch.

Legende der CO2-Werte: Die Netatmo-App liefert auch Hintergrundwissen

Ein Community-Faktor ist in der Netatmo-App ebenfalls enthalten: In den Einstellungen lässt sich die eigene Wetterstation freigeben, dann ergibt sie gemeinsam mit weiteren freigegebenen Stationen in der Umgebung eine smarte Weathermap.

Netatmo Wetterstation als Ersatz für den Healthy Home Coach?

Neben den zu erwartenden Wetterdaten wie Außentemperatur, Windstärke und Regenwahrscheinlichkeit ist die Netatmo Wetterstation auch für die Analyse der Raumparameter zuständig. Neben der Werte des Sonometers zur Lärmbelastung ist hier vor allem die Einschätzung zur CO2-Analyse ein erfreuliches Feature: Im Test haben wir das Innenmodul direkt im Schlafzimmer platziert und konnten so einerseits feststellen, ob überdurchschnittlicher Lärm nachts den Schlaf beeinträchtigt haben könnte und vor allem, wie niedrig das Sauerstofflevel tatsächlich bis zum Morgen war. Auf kurzes Drücken der Basis nach dem Aufstehen hin zeigte die dunkelorange LED an, dass es besser gewesen wäre, das Fenster zumindest gekippt zu lassen. Der Healthy Home Coach soll noch bessere Sensorik und die HomeKit-Integration mitbringen – wir fanden, auch die Netatmo Wetterstation bringt bereits ausreichend Aufschluss über die Luftqualität in Innenräumen.

 

Alexa-Anbindung mit Amazon Echo (Dot) und dem Netatmo-Skill

Um den Netatmo-Skill mit unserem Echo Dot zu verbinden, nutzten wir den Sprachbefehl „Alexa, aktiviere Netatmo-Skill“. Für die Integration mit Amazon Echo gilt selbstverständlich dasselbe. Leider braucht der Skill zur vollständigen Aktivierung eine Identifikation, dafür muss dann doch die Alexa-App geöffnet werden. Dort wartet bereits der Link zur Netatmo-Seite, wo das Login mit den Kontodaten erfolgt und schon ist die Verbindung zwischen Wetterstation und Amazons Alexa hergestellt.

Eine Übersicht über alle verfügbaren Skills finden Sie im  Alexa Skills Store.

 

Über die Alexa-App wird der Netatmo-Skill aktiviert und verifiziert

Leider erwies sich der Skill als weitaus weniger hilfreich als die Netatmo-App. „Ich kann die Wetterdaten deiner Netatmo-Geräte abrufen, zum Beispiel Temperatur oder Luftfeuchtigkeit. Was möchtest du wissen?“, lockt Alexa aus dem Dot-Lautsprecher. Die meisten unserer Testfragen wurden jedoch nicht zufriedenstellend beantwortet. „Wie ist die Raumluftqualität?“ ergab den aktuellen CO2-Wert ohne Referenzrahmen, stattdessen hätte ein „Bedenklich“ oder „Gut“ als Einschätzung mehr Nutzen gebracht. Auf „Muss ich lüften?“ gibt der Skill die aktuelle Windstärke durch, zu „Ist die Raumluft gefährlich?“ fällt Alexa nur die Temperatur ein. Eine Messung per Sprachbefehl lässt sich nicht auslösen. Einfache Abfragen der Temperatur oder Luftfeuchtigkeit sind hingegen problemlos möglich.

Für uns ergibt sich mit dem Netatmo-Skill trotz Sprachbedienung durch den limitierten Einsatz kein Mehrwert. Dadurch, dass der Skill vor jeder einfachen Frage zur Temperatur zunächst geöffnet werden muss, statt Alexa direkt fragen zu können, ist der Griff zum Smartphone mit der weitaus umfassenderen App leichter. Ob es an Alexa liegt, die sämtliche Anfragen missversteht, oder ob ihr für die Interaktion mit der Wetterstation nur begrenzte Stichworte zur Verfügung stehen – wir fanden den Netatmo-Skill wenig attraktiv.

Fazit zum Praxistest der Netatmo Wetterstation mit Regen- und Windmesser

Die Netatmo Wetterstation an sich ist eine wertvolle und praktische Ergänzung für das Smart Home, da sie gleichzeitig als Raumluftmesser dient. Das Basispaket mit Innen- und Außenmodul hat sich im Test allerdings als völlig ausreichend für den Durchschnittsnutzer ergeben. Die ergänzenden Wind- und Regenmesser überzeugten wenig in ihrer Ausführung, die Anschaffung der Extrakomponenten lohnt sich höchstens für die Landwirtschaft oder meteorologisch Interessierte. Auch die Verbindung zu Amazon Echo oder Dot mittels des Netatmo-Skills hat uns noch nicht überzeugt – hier bietet die Netatmo-App einfach zu viele Vorteile gegenüber dem sehr eingeschränkten und mühseligen Befragen mit Alexa. Weniger ist in diesem Fall also mehr – wir sprechen für die Netatmo Wetterstation eine eindeutige Empfehlung aus.

 

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homeandsmart.de Redaktion Sarah Mall

Studium der Kultur- & Medienwissenschaft, freiberufliche Tätigkeiten als Übersetzerin, Lektorin und Texterin. Neugierig und gerne auf Entdeckungsreise. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de. Smart-Home-Technik als neues Terrain, das erforscht werden will. Mit positiver Energie und sonnengelbem Schal die Solaranlage der Redaktion.