Welche Gesetze gelten beim Balkonkraftwerk Kauf in Österreich? Balkonkraftwerk in Österreich: Leistung und Kosten im Überblick

Wer an seinem Balkon, einem Flachdach oder einer Hausfassade eine Mini-Solaranlage nachrüstet, kann sich partiell von den rasant steigenden Energiepreisen unabhängig machen. In Österreich sind solche Balkonkraftwerke teilweise sogar förderfähig, so dass Privatnutzer umfangreiche Zuschüsse beantragen können. Wir erklären, welche Gesetze und Regeln dabei gelten.

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Das Wichtigste zur Balkonkraftwerknutzung in Österreich in Kürze

  • Leistung: Während Balkonkraftwerke in Deutschland aktuell maximal 600 Watt Einspeiseleistung aufweisen dürfen, wurde die Grenze in Österreich inzwischen auf 800 Watt hoch gesetzt. Bedingung dafür ist, dass sie fest mit dem Netz verbunden werden.
  • Formalitäten: Um eine Mini-Solaranlage gesetzeskonform nutzen zu können, muss diese beim Netzbetreiber angemeldet werden.
  • Anschluss: Klassische Haushaltssteckdosen reichen für Balkonkraftwerke völlig aus. Alle, die auf Nummer sicher gehen möchten, können jedoch auch zu einem Wielandstecker für Balkonkraftwerke greifen.
  • Zuschüsse: In Österreich gibt es zahlreiche Solar-Fördermöglichkeiten, wobei diese in der Regel allerdings auf herkömmliche Photovoltaikanlagen und nicht auf Balkonkraftwerke ausgelegt sind.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk in Österreich?

Für Einsteiger können die zahlreichen Solar-Fachbegriffe erst einmal verwirrend sein. Dennoch ist es empfehlenswert etwas Zeit und Geld in die Anschaffung eines Balkonkraftwerks zu investieren.

Schließlich stellt der österreichische Staat seinen Bürgern für die Nachrüstung von umweltfreundlichen Solarlösungen verschiedene Zuschuss- und Fördermöglichkeiten zur Verfügung.

Außerdem erhöhen Nutzer eines Balkonkraftwerks ihre Unabhängigkeit von dem eigenen Stromversorger, da sie weniger Strom beziehen müssen.

Nicht zuletzt stellt auch die Mitnahmemöglichkeit beim nächsten Umzug für Mieter einen klaren Vorteil im Vergleich zu einer klassischen Photovoltaikanlage dar. Die Anschaffung eines Balkonkraftwerkes ist sinnvoll und lohnt sich in Österreich.

Kauftipp 1: Green Solar 400 W Set als günstige Lösung für Einsteiger

Diese leicht zu installierende und wartungsarme Mini-Solaranlage erreicht eine Leistung von 400 Watt. Dafür verfügt sie über vier 100 Watt Module, die aus hochwertiger monokristalliner Silizium-Solarzelle mit hoher Energieausbeute bestehen. 

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Kauftipp 2: Auf der Garage mit Yuma Flat 800 PRO Solarenergie gewinnen

In unserem Balkonkraftwerk Test überzeugte uns Yuma Flat 800 Pro durch sehr gute Ergebnisse. Als Vorteile bewerteten wir u. a. den leichten Aufbau, den Support und die lange Garantie (Stand: 06/2023). Besonders praktisch: Dank seiner flexiblen Halterung, die einfach mit Gehwegplatten beschwert werden kann, lässt sich Yuma Flat 800 Pro sogar ohne Bohren oder Schrauben im Garten, auf der Garage oder auf dem Balkon aufstellen.

Yuma Flat 800 Pro
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Kauftipp 3: priwatt priFlat Duo 

Wer sich für das ebenfalls von uns mit sehr gut bewertete priwatt priFlat Duo entscheidet, erhält auch hier zwei Solar-Module. Diese erreichen jeweils 410 Wp Leistung und haben somit noch etwas mehr Power als bei Yuma Flat 800 Pro.  Eine Aufständerung ist ebenfalls Teil des Lieferumfangs. Der Wechselrichter ist bei diesem Set zwar gemäß deutschen Standards auf 600 Watt gedrosselt, lässt sich für den Einsatz in Österreich allerdings auf 800 Watt upgraden. 

Hinweis: Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland liefert priwatt auch nach Österreich und in die Schweiz. Ab einem Warenwert über 250 Euro ist der Paketversand nach Österreich jedoch kostenlos. Als Sperrgut können individuelle Kosten für ein gesondertes Speditionsangebot anfallen. (Stand: 06/2023)

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Kauftipp 4: Mit dem Green Solar 800 W Set lässt sich der maximale Ertrag sichern

Statt vier 100 Watt Modulen wie bei unserem Kauftipp 1 bietet dieses Balkonkraftwerk Komplettset gleich doppelt so viele Panele und dementsprechend auch mehr Leistung. Abgesehen davon lässt es sich ebenso einfach mit wenigen Handgriffen montieren, wie die 400 Watt Variante.

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Kauftipp 5: PiE AIR superLIGHT HC 800+ COMBO FULL BLACK ist besonders flexibel

Dieses Modell besteht aus vier 200 Watt Modulen, die mit je drei Kilo besonders leicht sind. Zudem funktioniert die Montage dank der Klett-Gurtbänder einfach und ist auch an Gitterbalkonen kein Problem. Die Half-Cut-Technologie sorgt für eine hohe Solar-Ausbeute, da sich dadurch die Zellenanzahl verdoppelt.

Dass sich die Module einfach befestigen lassen und die Paneele besonders leicht sind, bewerteten wir auch in unserem PiE AIR superLIGHT HC 800+ COMBO FULL BLACK Test als Pluspunkte. Wir vergaben die Gesamtnote „Sehr gut“ (Stand: 05/2023). Der Wechselrichter ist auf 600 Watt limitiert, lässt sich jedoch remote ohne Aufpreis auf 800 Watt entdrosseln. 

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Wie groß darf ein Balkonkraftwerk in Österreich sein?

Gemäß der ÖNORM E 8001-4-712 dürfen Solarzellen in Österreich aus versicherungstechnischen Gründen nur genutzt werden, wenn sie über eine feste Verbindung ins Netz integriert sind.

Die Einspeiseleistung eines Balkonkraftwerks darf außerdem 800 Wp nicht übersteigen. 800 Watt entsprechen dabei etwa zwei Standardmodulen mit einer Fläche von 170 mal 100 Zentimetern.

Besteht in Österreich eine Meldepflicht für Balkonkraftwerke?

Für die Nutzung von steckerfertigen Solarzellen ist eine schriftliche Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich, die zwei Wochen vor Inbetriebnahme erfolgen sollte.

Erfolgt innerhalb von zwei Wochen kein Einspruch von Seiten des Netzbetreibers, darf die Mini-Solaranlage in Betrieb genommen werden.

Wichtig: Auch die Nutzer von kleinen Solaranlagen müssen den Anforderungen der österreichischen Netzbetreiber gerecht werden und je nach Region z. B. die TOR D4 Regelung beachten. Sie umfasst u. a. die ENS Vorschrift (Einrichtung zur Netzüberwachung mit zugeordneten Schaltorganen), laut der sich eine PV-Anlage bei Stromausfall ausschalten muss, damit Rückspeisungen ins Netz verhindert werden.

Sonst könnte z. B. ein Elektriker, der an einer scheinbar toten Leitung arbeitet, einen gefährlichen Stromschlag erhalten.

Was kostet ein Balkonkraftwerk?

Alle, die sich eine Mini-Solaranlage zulegen möchten, sollten mit Balkonkraftwerk Kosten in Höhe von mindestens 500 Euro bis 1.000 Euro rechnen. (Stand: 07/2023)

Positiv: Je nachdem wie viel Strom die Anlage produziert und wie hoch der eigene Verbrauch ausfällt, kann sie sich nach zwei bis sechs Jahren amortisieren.

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Macht ein Balkonkraftwerk mit Stromspeicher Sinn?

Gerade nicht benötigten Strom einfach auf Vorrat zu sammeln klingt verlockend, ein Balkonkraftwerk mit Speicher lohnt sich wegen der hohen Anschaffungskosten für den Energiespeicher bei einer kleinen PV-Anlage allerdings nicht.

Österreichische Besitzer eines Balkonkraftwerks haben im Gegensatz zu deutschen Nutzern allerdings den Vorteil, dass sie bis zu 800 Watt statt nur 600 Watt an Strom selbst ins Netz einspeisen dürfen. Dieser wird anschließend über die OeMAG zum Marktpreis anteilig an verschiedene Stromhändler verkauft. Wie viel Ökostrom sie erhalten, hängt dabei davon ab wie groß ihr Marktanteil ist.

Finanziert wird die OeMAG-Förderung seit 2012 durch die Ökostrompauschale bzw. den Ökostromförderbeitrag der Endverbraucher und durch Gebühren der Stromhändler selbst.

Gibt es in Österreich Balkonkraftwerk Förderung?

Österreich will bis 2040 klimaneutral werden und bereits 2030 seinen Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien beziehen.

Deshalb unterstützt der Klima- und Energiefonds der Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung regionaler Ressourcen.

Im Jahr 2022 standen laut Medienberichten österreichischen Besitzern von PV-Anlagen und Stromspeichern insgesamt über 285 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Wer allerdings davon profitieren wollte, musste schnell sein. Denn als die österreichische Abwicklungsstelle für Ökostrom (OeMAG) z. B. im April 2022 auf ihrem Internetportal eine Onlineaktion startete, bei der man sich ein Zuschuss-Ticket sichern konnte, waren innerhalb von nur 45 Minuten bereits über 30.000 davon vergriffen.

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigte sich die Regierung gegenüber weiteren Fördermaßnahmen offen. So zitierte z. B. das Nachrichtenportal ORF im Juni 2022 Lukas Hammer, den Energiesprecher der Grünen mit den Worten: „Alle, die heuer eine Förderung für ihre Photovoltaik-Anlage beantragen, sollen auch eine erhalten.“

Wann und in welchem Umfang Balkonkraftwerke 2023 konkret gefördert werden, ist uns bisher allerdings noch nicht bekannt. (Stand: 01/2023) Sobald es jedoch weitere Informationen dazu gibt, werden wir sie hier ergänzen.

Tipp: Laut dem Expertenteam von dachgold.de gibt es in Österreich aber immerhin mehr als 100 Zuschussmöglichkeiten für klassische Photovoltaikanlagen, die z. B. beim Bund, dem Land oder direkt bei der eigenen Gemeinde beantragt werden können.

Weiterführende Informationen dazu liefern z. B. folgende Webseiten:

Amt der Burgenländischen Landesregierung
Energieinstitut Voralberg
Zuschuss Übersichtsseite Bundesland Kärnten
Zuschuss Übersichtsseite Bundesland Oberösterreich
Zuschuss Übersichtsseite Bundesland Salzburg
Zuschuss Übersichtsseite Bundesland Steiermark
Zuschuss Übersichtsseite Bundesland Tirol
Zuschuss Übersichtsseite Stadt Wien

Mini-Solaranlage in Österreich – Checkliste für Einsteiger

Für alle, die in Österreich ein Balkonkraftwerk auf dem Garagendach, dem Balkon oder der Terrasse betreiben wollen, haben wir hier nochmals die wichtigen Schritte zusammengefasst.

  • Ein komplettes Balkonkraftwerk mit einem oder mehreren Solarmodulen und passendem Wechselrichter kaufen.
  • Dieses beim eigenen Netzbetreiber anmelden.
  • Die Mini-Solaranlage an einem sonnigen Platz montieren. Wir empfehlen dafür Südausrichtung mit 30 Grad Neigung.
  • Den Stecker des Balkonkraftwerks mit dem Stromkreislauf verbinden.

Wo finde ich Hilfe bei Fragen oder Problemen?

Wer sich unsicher ist, welches Modell er auswählen soll oder Fragen zur Nutzung hat, wird im Netz z. B. in Photovoltaikforen fündig.

Weiterführende Informationen zu österreichischen Balkonkraftwerken

Klima und Energiefonds: Photovoltaik Förderung für Privatpersonen
Österreichische Koordinierungsstelle für Energiegemeinschaften: Serviceseite
Energieinstitut Voralberg: SUSI – Die Strom-Unabhängigkeits-Simulation

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Mariella Wendel ist Redakteurin und SEO-Expertin bei der homeandsmart GmbH. Ihre Expertise umfasst u.a. Mähroboter, Balkonkraftwerke, Smartwatches und Sprachassistenten wie Alexa. Außerdem ist sie als Fotografin aktiv und hat bereits mehrere Fach-Bücher veröffentlicht. 

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