NFC-Chips inzwischen sogar zur Selbst-Implantation erhältlich Diese Werbung geht unter die Haut - Bank wirbt mit Chip-Implantat

Sensible Daten nicht nur bei sich, sondern im wahrsten Sinne per Chip in sich zu tragen, ist schon lange keine Zukunftsvision mehr: Inzwischen gibt es auch in Deutschland Anbieter von DIY-Kits. Eine Bank wirbt sogar mit der kostenlosen Implantation bei Buchung bestimmter Finanzierungspakete. Wir erklären, wozu NFC-Chips gut sind und mit welche Nachteile Nutzer haben können.

Manche Anbieter (z.B. Digiwell) bieten auch DIY Starter-Sets

Was sind NFC-Chips und wozu dienen sie?

Moderne Chips mit Near Field Communication (dt. Nahfeldkommunikation) sind oft gerade einmal so groß wie ein Reiskorn und können daher nur eine begrenzte Menge an Daten speichern. Ihre Leistung reicht jedoch aus, um durch das Hinterlegen entsprechender Passwörter damit z.B. vernetzte Türen zu öffnen oder Computer zu entsperren. Alternativ haben Nutzer auch die Möglichkeit persönliche Informationen zu speichern, z.B. solche zu ihren Gesundheitswerten oder Adressdaten.

Ursprünglich wurden solche Chips vor allem zum Registrieren und späteren Wiedererkennen von Haus- oder Wildtieren genutzt. Zum Auslesen der Chips war ein spezielles Lesegerät nötig, das Viele von ihrem Tierarzt kennen werden.

Die winzigen Daten-Chips können an verschiedenen Stellen im Körper eingesetzt werden

Wer bietet NFC-Chips an? Kann ich sie einfach so kaufen und ausprobieren?

Laut eigener Aussage ist Digiwell „Europas führender Spezialist für Biohacking-Implantate.“ Darüber hinaus kooperiert das Unternehmen seit vielen Jahren mit den beiden weltweit führenden RFID-Implantat-Herstellern Dangerous Things sowie Vivokey Technologies. Kein Wunder also, dass die Produktpalette riesig ausfällt. Standard RFID-Implantate gibt es im Onlineshops schon ab 39 Euro. Für Premium-Modelle mit extra großem Speicher und Leuchtfunktion, die z.B. Tatoos zum Strahlen bringen, zahlen Kunden hingegen deutlich mehr. Obwohl im Shop auch DIY-Kits mit antiseptischen Tüchern, sterilen Spritzen und weiterem Hygiene-Zubehör erhältlich sind, empfehlen Experten jedoch grundsätzlich die Implantation durch einen Arzt oder Piercer durchführen zu lassen. 

Welche Risiken gibt es bei der Chip-Implantation?

Entgegen vieler Vorurteile sind NFC-Chips nicht aus der Ferne per WLAN oder GPS auslesbar, es muss also niemand Angst vor Datenspionage haben. Nur wer sich sehr nah am Chip befindet und das richtige Lesegerät besitzt, kann auf die Daten zugreifen.

Kritischer sehen wir hingegen die Implantation selbst. Denn bei unkundiger Einführung des Chips kann es zu Verletzungen oder nachträglichen Entzündungen kommen. Zudem ist die Entfernung eines defekten Chips umständlich. Der Anbieter Digiwell verspricht zwar eine lebenslange Garantie auf seine Produkte, zur Reklamation müssen diese jedoch erst fachgerecht herausoperiert und eingesendet werden.

NCF-Chip gratis erhalten - diese Werbekampagne macht es möglich

Einen intelligenten Chip als kostenlosen Türöffner vermarktet auch eine große Bank im Rahmen ihrer Werbekampagne #seianders. Wer dort bis zum 31.03.2020 ausgewählte Kredit- oder Darlehensverträge abschließt, erhält einen Digiwell-Implantat-Gutschein für zwei Personen im Wert von rund 600 Euro.

Wir sind gespannt, wie viele Anwender sich in Zukunft für diese außergewöhnliche Technik entscheiden werden und bleiben dran.

homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Sammelte schon im Studium Erfahrungen mit innovativen Ambient Assisted Living Geräten und bloggte viele Jahre darüber. Mariella Wendel gehört von Anfang an zum home&smart-Redaktionsteam und testete die Echo Lautsprecher bereits vor der Markteinführung in Deutschland. Außerdem verfasste sie 2017 die erste umfassende Übersicht Alexa kompatibler Geräte. Heute zählen außerdem intelligente Haushalts-Gadgets und fernsteuerbare Gartengeräte zu ihren Lieblingsthemen.