Alexa-Skills-Äquivalent für Google Assistant Top Google Actions für Google Home im kompakten Überblick

Der Smart Home-Lautsprecher Google Home ist später auf den deutschen Markt gekommen als Amazon Echo und macht so einiges anders. Statt Skills, die vom Nutzer für alle möglichen Zwecke aktiviert werden, wendet der integrierte Google Assistant Actions an. Neben den Funktionen der Home App und den Ergebnissen der Suchmaschine greift der digitale Assistent mit Google Actions auf die Anwendungen von Drittanbietern zu, um die Sprachsteuerung im vernetzten Zuhause umfassender zu gestalten. Unter den ersten acht Partnern für Google Actions in Deutschland: Zalando, TV Spielfilm und comdirect. home&smart hat eine Übersicht der Google Actions erstellt.

Sprachassistent Google Assistant greift auf Google Actions statt Alexa-Skills zu

Was machen Google Actions?

Google Actions erlauben es Drittanbietern, ihre Services in den Smart Home-Lautsprecher Google Home zu integrieren. Ähnlich wie Alexa-Skills für Amazon Echo erweitern sie das Anwendungsspektrum des digitalen Assistenten Google Assistant, aktivieren Streamingdienste, Smart Home-Geräte oder lösen Aktionen aus und halten Informationen bereit. Drittanbieter ermöglichen über Google Actions einen vereinfachten Zugang zu ihren Anwendungen via Sprachbefehl. Im Vergleich zu Amazons Alexa mit hunderten von Skills kann Google Assistant vor allem in der deutschen Version noch nicht mit vielen Actions glänzen. Nachdem nun die Einführung der ersten neun Google Actions für Deutschland angekündigt wurde, gibt es zumindest einige Drittanbieter-Actions, auf die sich Home-Nutzer freuen können. Unsere Google Actions-Übersicht liefert Inspiration dafür.

 

Übersicht: Diese Google Actions sind mit der Home App nutzbar

Bislang sind die Drittanbieter-Services noch nicht verfügbar, beim letzten Google-Event im Anfang Oktober 2017 wurden jedoch bereits zwei Actions der ersten deutschen Partner angeteasert:

  • Zalando Geschenkefinder: Die Onlineshopping-Plattform Zalando macht mit dieser Google Action das virtuelle Einkaufen auch über Google Home möglich. Um mit Google Assistant das passende Geschenk zu finden, müssen dem Zalando-Chatbot fragen zum Beschenkten und dessen Interessen beantwortet werden. Die Informationen werden verarbeitet und resultieren in Produktempfehlungen aus dem Zalando-Angebot. Ob diese dann in der Zalando-Action direkt gekauft werden können, bleibt abzuwarten.
  • ROCK ANTENNE Rock Quiz: Über die TuneIn-Integration ist der Live-Stream von Antenne Bayern bereits mit Google Home-Lautsprechern möglich. Zusätzlich wird in Kürze mit der Google Action von Antenne Bayern das Rockwissen der Hörer geprüft - über die Rock-Quiz-App.
  • TV Spielfilm: „Die ganze Welt des Fernsehens“ bringt diese Google Action auf die Google Home-Lautsprecher - mit der 14-Tage-Vorschau aufs TV-Programm von 190 Sendern. Das Programm lässt sich generell abfragen, etwa mit „Hey Google, was läuft jetzt gerade?“, aber auch auf Sender bezogen, etwa mit „Hey Google, was läuft um 20:15 Uhr auf ARD?“.
  • WetterOnline: Die Google Action WetterOnline liest den aktuellsten lokalen Wetterbericht vor, stellt Prognosen für die kommenden Tage und gibt auch die Daten für beliebige Orte weltweit aus.
  • TorAlarm: Fußballfans kommen an dieser Google Action nicht vorbei - sie hat alle Spielergebnisse und Tabellen der ersten, zweiten und dritten Liga, Champions und Europa League und des DFB-Pokals. Google Assistant weiß damit die Antwort auf Fragen wie „Ok Google, wie hat Dortmund gespielt?“ und die Daten zukünftiger Spiele.
  • OTTO: Neben Zalando hat es sich auch der Versandhandel OTTO nicht nehmen lassen, eine Google Action für täglich wechselnde Angebote und Servicefragen zu entwickeln. Mögliche Fragen sind: „Was ist heute der Daily Deal?“, „Wie hoch sind die Versandkosten?“ oder „Welche Aktionen gibt es zur Zeit bei Otto?“
  • Bring Einkaufsliste: Die Bring! Einkaufsliste gibt es auch als Alexa-Skill, für Google Assistant hat sie dieselbe Funktion. Mit einem Bring!-Konto können Einkaufslisten erstellt und über Google Home per Zuruf ergänzt werden, wenn man im Vorbeigehen gerade an einen Artikel denkt.
  • comdirect: Der Kontostand kann mit der Google Action von comdirect leider nicht abgefragt werden - aus Datenschutzgründen. Dafür gibt Google Assistant Kurse zu Wertpapieren, wesentlichen Währungen, Rohstoffen und Indizes in Echtzeit und Börsennachrichten aus.
Auch ohne viele Actions ist Google Home ein adäquater Smart Home-Assistent

Wie kann ich Google Actions nutzen?

Die von Drittentwicklern erstellten Google Actions müssen nicht aktiviert beziehungsweise installiert werden, sie lassen sich einfach als Frage oder Sprachbefehl formulieren. Dabei ist zu beachten, dass im Gegensatz zu Alexa-Skills oft mehrere Formulierungen zum gewünschten Effekt führen, es muss kein exaktes Wording befolgt werden. Möglich ist etwa zur Aktivierung der Google Action für Netflix der Befehl „Hey Google, zeige mir Stranger Things auf Netflix“, um die entsprechende Aktion auszuführen.

Verfügbar sind die Google Actions auf sämtlichen Geräten, die den Google Assistant nutzen: Smartphones wie Google Pixel 2 sowie die Smart Speaker Google Home, Google Home Max oder Google Home Mini.

 

Dienste, die sich mit Google Home bereits nutzen lassen

Im Menü der Home App finden sich unter „Weitere Einstellungen“ Dienste, die Google Home bereits anbietet:

  • Musik: Hier können Streaming-Anbieter wie Google Play Music, Spotify und Deezer integriert werden. Bei Spotify ist die Verwendung des Free Accounts möglich, dann spielt Google Assistant mit dem Befehl „Hey Google, spiele George Michael“ eine Playlist mit dem Thema George Michael ab. Allgemeiner sind die Aufforderungen „Ok Google, spiele etwas Musik/Reggae/Rock“, aber auch die Frage nach bestimmten Songs wird angenommen – hierfür ist allerdings bei der Nutzung von Spotify etwa ein Spotify Premium-Account nötig. Ebenfalls ohne kostenpflichtigen Account nutzbar ist das Angebot von TuneIn, dann aktiviert „Ok Google, spiele [Radiosender]“ den jeweiligen Sender, falls er regional verfügbar ist.
  • Smart Home-Steuerung: Hier lassen sich mit Google Home kompatible Geräte wie Philips Hue-Leuchten hinzufügen und in Räume aufgliedern, um sie strukturiert verwalten zu können. Für mit Google Home kompatible Systeme, Geräte und Dienste haben wir bereits eine umfassende Zusammenfassung erstellt.
  • Nachrichten: Hier sind die Quellen auszuwählen, aus denen Google Assistant News zusammenstellt und sie etwa auf den Befehl „Ok Google, sag mir die Nachrichten“ hin vorträgt. Auch in die Tageszusammenfassung kann diese Auswahl aufgenommen werden. Verbunden sind beispielsweise die Anwendungen von Deutschlandfunk, Golem, N24 oder BILD.
  • Mein Tag: Hier wird die Tageszusammenfassung individuell erstellt. Durch Häkchen setzen sind Wetter, der Arbeitsweg, die nächste Besprechung und Erinnerungen auszuwählen. Dann wird festgelegt, ob der Assistent zum Schluss Nachrichten verliest oder nicht. Dafür sind Voreinstellungen zu Standort, Adresse des Arbeitsplatzes und eine Verbindung zur Google Kalender-App nötig. Noch sind der deutschen Version des Google Home hier Grenzen gesetzt: Google Assistant kann derzeit weder auf den Kalender noch die Navigationsfunktion von Google Maps zugreifen und auch keine Erinnerungen erstellen. Auf „Hey Google, wie sieht mein Tag aus?“ reagiert Google Home also mit dem Wetter und den individualisierten Nachrichten.

 

Überblick: Google Actions machen Anwendungen von Drittanbietern für Google Home zugänglich
  • Fernseher und Boxen: Hier lassen sich Chromecast-Geräte hinzufügen und mit Google Home steuern. Dann ist über den smarten Lautsprecher oder externe Boxen das Musikstreaming mit Spotify, Google Play Music, Deezer und weiteren Diensten möglich oder Videos und Filme von Youtube und Netflix lassen sich per Sprachbefehl starten, pausieren und stoppen.
  • Einkaufsliste: Hier setzt Google Assistant mit „Hey Google, füge [Gewünschtes] zu meiner Einkaufsliste hinzu“ den jeweiligen Artikel auf die virtuelle Einkaufsliste. Diese lässt sich in der App einsehen und mit weiteren Nutzern synchronisieren. Auch über „Ok Google, was steht auf meiner Einkaufsliste?“ liest der Smart Home-Assistent alle Einträge vor. Löschen lassen sich einzelne Posten allerdings nicht verbal, das ist vorerst nur über die Home App möglich. Ab Herbst soll Google Home mit Walmart zum Online-Shoppingbegleiter werden, wir sind gespannt, ob für die Einkaufsfunktion noch Google Actions hinzukommen, die über eine bloße Erinnerungsfunktion hinausgehen.
  • Verknüpfungen: Hier lassen sich nützliche und unterhaltsame Insider mit Google Assistant einrichten, sodass dieser auf ein Codewort oder eine bestimmte Formulierung hin die gewünschte Aktion ausführt. „Hey Google, ab ins Bett“ führt etwa dazu, dass alle mit Google Home verbundenen Lampen ausgeschaltet werden – dazu ist die Integration von Philips Hue-Leuchten Voraussetzung. „Ok Google, ich brauche Schokolade“ veranlasst den Assistenten, Schokolade auf die Einkaufsliste zu setzen und „Hey Google, muntere mich auf“ bewirkt, dass Google Assistant lustige Katzenvideos auf Youtube zeigt. Dies funktioniert natürlich nur über die Einbindung von Google Chromecast und einem Fernseher.
  • Videos und Fotos: Hierfür ist ebenfalls Chromecast oder ein TV mit integrierten Chromecast nötig, dann veranlasst diese Google Action das Abspielen von Sendungen oder Filmen über Netflix beziehungsweise zeigt Bilder von Google Photos.
Überblick: Verknüpfungen in der Home App machen mit Google Actions Spaß

Google Home glänzt auch ohne große Zahl an Actions

Google sollte sich bemühen, weitere Drittanbieter über Google Actions einzubinden. Auch mit der kleinen Zahl an Actions on Google - in Deutschland bald 9 gegenüber rund 15.000 Skills für Amazon Alexa - ist der Lautsprecher Home Nutzern eine Hilfe. Es überrascht nicht, dass Google Assistant mit der Suchmaschine des Google-Imperiums im Rücken einiges an Trivia auszugeben vermag – erfolgreicher als Amazon Echo mit Bing. Die Themen reichen hier vom Wetter über Sportergebnisse zu allgemeinen Wissensfragen, auch über seine eigene Existenz scheut sich der smarte Assistent nicht, Informationen herauszurücken. Übersetzungen, Informationen zum nächsten Bürgeramt oder McDonald’s, günstige Flüge zu Wunschzielen, Spiele und Witze – all das steckt in der künstlichen Intelligenz des Google Home. Die 100 wichtigsten Sprachbefehle für Google Home haben wir in einer anderen Übersicht bereits vorgestellt.

Der smarte Lautsprecher  Google Home ist bei tink für 115,95 Euro erhältlich.  (Stand: 09.11.2017)

 

Google Actions mit API und SDK selbst erstellen

Die Entwicklung von Google Actions ist wie bei den Alexa-Skills offen. Über eine API oder lokal per SDK ermöglicht Google es Anwendern, ihren Google Assistant durch eigene Actions zu erweitern. Eine Übersicht und Anleitungen dazu findet sich auf der Google Developers-Seite.

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homeandsmart.de Redaktion Sarah Mall

Studium der Kultur- & Medienwissenschaft, freiberufliche Tätigkeiten als Übersetzerin, Lektorin und Texterin. Neugierig und gerne auf Entdeckungsreise. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de. Smart-Home-Technik als neues Terrain, das erforscht werden will. Mit positiver Energie und sonnengelbem Schal die Solaranlage der Redaktion.