Alexa Skill Store Alexa Skills richtig anwenden

Viele Besitzer eines Amazon Echo oder Echo Dot stürzen sich begeistert auf die große Auswahl an Skills im Alexa Store und erleben dann die Ernüchterung: Ganz so einfach wie von Amazon versprochen ist die Installation und Anwendung nicht. Das Ziel, Alexa zum universellen Betriebssystem für alle Internetanwendungen zu machen, ist von Missverständnissen zwischen Mensch und Maschine gesäumt. Wir klären die wichtigsten Fakten um Alexa Skills.

Auch der Echo Dot kann über Skills genutzt werden

Was sind Alexa Skills?

Wer sich einen Amazon Echo kauft und glaubt, damit sofort jede beliebige Lampe einschalten zu können, der irrt sich gewaltig. Denn Alexa ist kein Dschinn, der auf magische Weise Wünsche erfüllen oder Gedanken lesen kann. Um genau zu wissen, welches Gerät welcher Marke an welchem Standort gemeint ist, braucht sie kleine Hilfsprogramme, sogenannte Alexa Skills. Die werden in der Regel vom Produkthersteller entwickelt und so angepasst, dass sie die Sprachsteuerung verstehen. Dadurch kann zum Beispiel ein Heizthermostat von Tado durch den Tado-Skill erkennen, wann er adressiert wird und sich dementsprechend nach den verbal geäußerten Wünschen richten.

Derzeit gibt es bereits mehrere Dutzend namhafte Hersteller, die ihre Produkte durch Alexa Skills mit der Sprachassistentin kompatibel gemacht haben. Einige funktionieren bereits sehr gut, andere sind noch fehlerhaft. Wie bei Amazon Echo gilt auch hier: Wer zu den ersten Nutzern gehören möchte, muss mit Einschränkungen rechnen. Vor allem informative Alexa Skills können direkt nach der Markteinführung oft nur eine spärlich bestückte Datenbank und dementsprechend wenige Informationen vorweisen.

Wir haben viele der Alexa Skills bereits in der Praxis getestet und 65 Top Alexa-Skills zusammengefasst. Außerdem nennen wir 10 Skills, von denen jeder besser die Finger lassen sollte. 

Wie nutze ich Alexa Skills besonders effektiv?

Am besten funktioniert Alexa, wenn sie nur die Komponenten eines Smart-Home-Systems steuern muss. Sind diese auch noch korrekt benannt - umso besser. Die Konfiguration der einzelnen Bestandteile sollte dabei immer dieser Reihenfolge folgen: Zuerst den gewünschten Alexa Skill im Alexa Store herunterladen und installieren. Dann die Produktsuche starten und abwarten, bis die App sie unter „meine Geräte“ anzeigt.

Sofern die bei der Geräteinstallation vergebenen Gerätenamen korrekt benutzt werden, lassen sich nun zum Beispiel auf Kommando das Licht und die Kaffeemaschine ein- und die Heizung ausschalten. Gelingt das nicht, weil Alexa zum Beispiel statt „Licht WC“ immer „Licht PC“ versteht, kann der Gerätename in der Original-App verändert werden.

Auf Wunsch ist es auch möglich, alternativ in der Alexa-App sogenannte Smarthome-Gruppen anzulegen und mit individuellen Namen zu benennen. Der Name der gesamten Gruppe muss dabei nicht unbedingt dem des einzelnen Gerätes entsprechen. Der Gruppenname „Badezimmer“ kann also mehrere Lampen umfassen - die einzelnen Lampen bleiben trotzdem über ihre unterschiedlichen Gerätenamen einzeln steuerbar.

Deutlich schwieriger wird die Verbindung voneinander unabhängiger Geräte unterschiedlicher Hersteller. Wer in einem solchen Fall alle Komponenten eines Raumes ähnlich benannt hat, muss damit rechnen, dass es zu Kommunikationsschwierigkeiten mit Alexa kommt. Denn die Spracherkennungssoftware kann keinen Kontext lesen und deshalb auch nicht erkennen, ob bei gleichen Bezeichnungen nun ein Thermostat oder eine Lampe gemeint ist. Selbst ähnlich klingende Bezeichnungen wie „Thermostat Küche“ und „Lampe Küche“ bergen Fallstricke: Unter Umständen versteht die Sprachsteuerung nur den Begriff „Küche“. Auch hier gilt also wieder: Je einzigartiger die smarten Haushaltsgeräte benannt sind, desto weniger Missverständnisse treten auf. So kann zum Beispiel eine Lampe in der Leseecke als „Lounge“, eine in der Küche als „Kitchen“ bezeichnet werden.

Das steckt hinter den Alexa-Skills

Amazon stellt Entwicklern das Alexa Skills Kit (ASK) zur Verfügung. Mit diesem lassen sich zwei verschiedene Arten von Alexa Skills erstellen:

Customs Skills können direkt mit Menschen kommunizieren und sogar „Gespräche“ führen. Bei einem Custom Skill fragt Amazon Alexa unter Umständen nach und merkt sich Informationen aus dem aktuellen Gespräch. Der Entwickler kann dabei die Begriffe relativ frei wählen und einzelne Schlüsselworte als Variable festlegen. Custom Skills sind immer an ihren vorgegebenen Szenen und dem zu verwendenden Rufnamen erkennbar. Dieser könnte zum Beispiel lauten: „Alexa, sage Smart Butler, er soll…“ Wird der Rufname weggelassen, kann Amazon Alexa die gewünschte Aktion dagegen nicht dem richtigen Skill zuordnen. Eine Kombination aus mehreren Rufnamen ist deshalb nicht vorgesehen. Schließlich können Custom Skills nur Produkte ihres Herstellers steuern.

Smarthome Skills sind deutlich einfacher in der Programmierung, weil sie sich an einem von Amazon vorgegeben Befehlsatz orientieren. Dieser beinhaltet bestimmte Standardaufgaben wie die Befehle „einschalten“, „ausschalten“ oder „dimmen“. Zusätzlich können Wertangaben, zum Beispiel „Grad“ oder „Prozent“ ausgewählt werden. Sobald Amazon Alexa den Gerätenamen und eine dazugehörige Aktion hört, handelt sie entsprechend. Sie verwertet dabei nur die für sie wichtigen Begriffe und blendet nahe liegende Bezeichnungen aus. Der Satz „Alexa, bitte das Licht in der Küche jetzt einschalten“ entspricht für sie dem kurzen Kommando „Alexa Küche einschalten“. Wer also seine Küchenlampen ansprechen möchte, muss sie in diesem Beispiel als „Küche“ benennen. Um dieses Problem zu lösen, stellt Amazon eine Befehlsbibliothek mit prägnanten Kommandos (ohne extra Rufname) zur Verfügung. So können Geräte schnell und bequem gesteuert werden - allerdings bisher nur mit ausgewählten Funktionen.

Eine Übersicht über alle verfügbaren Skills finden Sie im  Alexa Skills Store.

 

Noch kein eigener Echo Dot?

Extratipp: Wenn Ihnen der Amazon Echo zu teuer ist und Sie das System nicht hauptsächlich zum Musik hören nutzen möchten, lohnt sich der Kauf der kleineren Variante. Der Echo Dot ist bereits ab 60 Euro (UVP, Stand April 2017) erhältlich.

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Studium Germanistik und Multimedia, zahlreiche Film- und Schreibprojekte, freie Autorin im Bereich Medizin, Pflege und Erlebnispädagogik. Stellt sich immer neuen technischen Herausforderungen. Kreativ und handwerklich geschickt. Heute Redakteurin bei home&smart. Mit Leidenschaft an der Entwicklung neuer Formate beteiligt. Lässt sich von Bedienungsanleitungen nicht aus der Ruhe bringen. Am Ende läuft alles rund.