Safety First! Sicherheit im Smart Home - Panasonic KX-HN6014 im Praxistest

Der Bereich Sicherheit ist neben Komfort und Energieeinsparung ein großes Thema für Smart Home-Anwendungen. Auch bei dem Panasonic Smart Home KX-HN6014 Starter Kit Plus handelt es sich um ein auf Home Security getrimmtes Smart Home-Starterset. Es umfasst eine Basisstation, einen Fenster- bzw. Türsensor, einen Wasserschadenssensor, einen Glasbruchsensor und eine Innensirene. Damit enthält das Kit auch Sensoren, die nicht unbedingt zum Standard zählen.

Panasonic KX-HN 6014 Smarthomesystem Einsteigerset Produktansicht

Auspacken und Bestandsaufnahme

Panasonic verwendet für sein großes Smart Home Starter Kit Plus KX-HN6014 eine recht handliche Produktverpackung, bei der nach dem Öffnen, zunächst die vielen kleinen Kartons auffallen, in denen die einzelnen Komponenten nochmals individuell eingepackt sind. Zu jeder einzelnen Komponente gibt es Zubehör (Schrauben, Montageklebestreifen, Batterien) und eine eigene Installations- und Bedienungsanleitung. Zusätzlich gibt es eine übergreifende Schnellanleitung für das Starter Kit selbst, welche sich als praktisch für die Erstbenutzung der App erwiesen hat.

Hat man sich erfolgreich von Karton- und Plastikverpackungen befreit, hält man die einzelnen Komponenten in den Händen, die komplett aus Kunststoff gefertigt sind und wertig wirken. An Zubehör finden sich Stromkabel für die Basisstation und Sirene, ein Telefonkabel zum Anschließen von Panasonic DECT-Telefonen, Schrauben, Klebestreifen, Batterien sowie Wandhalterungen für Basisstation, Türsensor und Glasbruchsensor. In dem Starter Kit Paket von Panasonic ist also alles vorhanden um sofort loslegen zu können.

Panasonic bringt Kit zum sofortigen losegen

Die mitgelieferten Komponenten nochmals im Überblick:

  • Basisstation: Diese wird zwingend benötigt und dient zur Vernetzung der Sensoren und Aktoren, sowie als Gateway, wo sie über WLAN mit dem Router verbunden ist. Damit wird ein Zugriff mit Endgeräten möglich. Die Komponenten selbst kommunizieren untereinander per DECT ULE-Funkstandard. Panasonic ist damit neben AVM ein weiterer großer Vertreter, der dieses Funkprotokoll einsetzt.
  • Tür- und Fenstersensor: Dieser Sensor verwendet einen Magneten zur Erkennung, ob Türen oder Fenster geöffnet oder geschlossen sind.  Bei aktiviertem Alarm, wird dann nach einer definierbaren Zeit ein Alarm ausgelöst, sollten Türe oder Fenster offen sein oder geöffnet werden.
  • Glasbruchsensor: Der Glasbruchsensor erkennt das Geräusch von brechendem Glas und löst dann einen Alarm aus.
  • Wasserschadenssensor: Hiermit sollen Wasserschäden frühzeitig erkannt werden und einen Alarm auslösen, bevor der ganze Raum überflutet wird.
  • Innensirene: Diese Komponente gibt sowohl eine akustische als auch eine optische Warnmeldung (Stroboskop-Alarmlicht) aus sobald einer der Sensoren auslöst.

Das gesamte Set ist auf Sicherheit in den eigenen vier Wänden ausgelegt. Kurioserweise weist Panasonic in den Bedienungsanleitungen darauf hin, dass die Glasbruch- und Wasserschadenssensoren nicht in Bereichen eingesetzt werden sollen, in denen eine hohe Zuverlässigkeit erforderlich ist. Damit will sich der Hersteller wahrscheinlich absichern, denn natürlich kann auch ein Sicherheitssystem mal ausfallen. Eine 100%-ige Sicherheit kann also nicht garantiert werden.

Installation und Inbetriebnahme von Panasonic KX-HN6014

Nachdem die Installationsanleitungen einmal (aus)sortiert sind, ist die Installation eigentlich recht simpel. Bei den mitgelieferten Sensoren und der Sirene entfällt die Registrierung der Komponenten an der Basisstation, da diese schon ab Werk an der Basis angemeldet sind. Panasonic ist hier vielen anderen Herstellern voraus, denn eine Vorkonfiguration ist noch lange nicht Standard, auch nicht bei einem vordefinierten Kit. Alle anderen benötigten Informationen zur Inbetriebnahme finden sich in den Anleitungen, wenn auch in etwas unübersichtlicher Form.

Die Installation des Panasonic Kits geht dann auch leicht von der Hand. Für alles, inklusive Auspacken, Sortieren und Lektüre der Bedienungsanleitungen wird etwa eine Stunde Installationszeit benötigt. Zusätzlich muss noch Zeit für ein etwa 20-minütiges Firmware-Update miteinberechnet werden, bevor das Kit einsetzbar ist. Externe Hilfe oder weiterführende Internetrecherche waren nicht notwendig, da die Installation wirklich einfach und problemlos durchzuführen ist. Manche Komponenten sehen es vor, diese mit den mitgelieferten Schrauben zu befestigen, wohingegen für andere Klebestreifen beigelegt sind. Für unseren zweiwöchigen Testzeitraum war uns eine rückstandslose Entfernung wichtig und da nicht für alle Sensoren Klebestreifen vorhanden sind, wurde hier mit eigenen Montagestreifen Abhilfe geschaffen. Schöner wäre es jedoch, wenn Panasonic für alle Komponenten eine Klebeoption vorgesehen  und beigelegt hätten, denn die Bohrmaschine will nicht unbedingt jeder ansetzen.

Zum Betrieb, zur Steuerung und zur Konfiguration des Systems wird WLAN benötigt, denn der Zugriff erfolgt hier ausschließlich mit einem Smartphone/Tablet via Basisstation, die dann die Steuerbefehle in den DECT ULE-Funkstandard übersetzt. Die Basisstation und die Sirene benötigen ferner eine Steckdose zur Stromversorgung. Die Sensoren sind alle batteriebetrieben.

Was ist kompatibel mit Panasonic KX-HN6014?

Das Panasonic KX-HN6014 ist das größere der beiden verfügbaren Starter Kits. Im Vergleich dazu beinhaltet das kleinere Starter Kit KX-HN6011 neben der Basisstation, dem Tür- / Fenstersensor und der Innensirene, einen Bewegungsmelder, verzichtet aber auf den Glasbruch- und den Wasserschadenssensor. Gegen Aufpreis können beide Kits noch mit einem 24 monatigen Allianz Assist (Rund-um-die-Uhr-Notfallassistance) Paket ergänzt werden. Bei diesem Servicepaket kümmert sich dann ein Dienstleister um die Überprüfung des Eigenheims, sollte der Alarm auslösen, aber selbst verhindert sein, nach dem Rechten zu sehen.Neben dem Starter Kit gibt es noch weitere Panasonic-Smart Home Produkte, die in das Smart Home System eingebunden werden können. Aktuell stehen zur Erweiterung des Starter Kits folgenden Komponenten zur Verfügung:

  • Bewegungssensor
  • Smart Plug
  • Zugangstastenfeld
  • Schlüsselanhänger-Fernbedienung
  • Außenkamera
  • Innenkamera
  • DECT-Telefone
  • DECT-Verstärker
  • Notstrombatterie

Ein Koppeln von anderen Geräten, wie beispielsweise Smart Home Produkte anderer Hersteller, digitalen Assistenten wie Amazon Echo oder Google Home oder auch Diensten wie IFTTT oder ioBroker ist derzeit nicht möglich. Durch diese Entscheidung bindet Panasonic seine Kunden an die eigenen Smart Home Produkte, andererseits gewährleistet es aber auch eine geringere Störanfälligkeit. Das ist für ein Sicherheitssystem natürlich besonders wichtig. Dennoch - eine Integration mit Alexa oder dem Google Assistant fänden wir wünschenswert.

Test des Systems – wie gut funktioniert die App?

Wie bereits erwähnt ist für die Inbetriebnahme des Panasonic Systems neben WLAN auch ein Smartphone oder Tablet notwendig. Hier lässt Panasonic die Wahl zwischen Android (mindestens Version 4.0) oder iOS (ab Version 6.0). Getestet wurde hier ausschließlich die Apple Version auf einem iPhone 6 mit iOS 10.3.2. Die Verwendung von Windows Phone oder einer Weboberfläche im Browser wird nicht unterstützt.

Diese hat uns jedoch nur teilweise überzeugt: Sie ist wenig ästhetisch, relativ umständlich in der Bedienung und mit sehr vielen Untermenüs versehen. Auch gab es während des Testzeitraums mehrmals nicht nachvollziehbare Abstürze der App. Dass dieser Fehler per Software-Updates behoben wird, bleibt zu hoffen. Die Hauptfunktionen zur Einstellung des Alarms sind jedoch gut bedienbar. Hier lassen sich drei Modi für den Tür- / Fenstersensor festlegen:

  • Alarm aus: Die beiden Sensortypen lösen keinen Alarm aus. Ideal, wenn man (wach) zu Hause ist.
  • Alarm Zuhause: Hier kann die Eingangsverzögerung (das ist die Zeit, um die Wohnung zu betreten und das Alarmsystem per App auszuschalten), die Alarmdauer, Alarmlautstärke, sowie die Zuweisung der Sensoren konfiguriert werden.
  • Alarm Außer Haus: Neben der Eingangsverzögerung lässt sich hier auch die Ausgangsverzögerung konfigurieren, also die Verzögerung nach Verlassen des Hauses bevor die Alarmanlage aktiviert wird. Ebenso lassen sich hier auch die Alarmdauer, Alarmlautstärke, sowie die Zuweisung der Sensoren konfigurieren.
Damit wird das Panasonic Smart Home bedient

Praxistest der Komponenten

Wie kann nun das KX-HN6014 Sicherheitssystem getestet werden? Man wartet auf eine Überschwemmung durch ein verstopftes Abflussrohr, bis jemand das Fenster einwirft oder gar ein Einbrecher in der Wohnung steht? Nein, der Einbrecher waren wir in diesem Fall selbst, aber eine Fensterscheibe wollten wir ebenso wenig opfern, wie die Waschküche unter Wasser setzen. Hier mussten ein Glas Wasser und eine Tonaufnahme eines brechenden Glas herhalten.

Der magnetische Tür- und Fensterkontakt

Zunächst haben wir den Türsensor näher unter die Lupe genommen. Dieser Sensor hat in unserem Test tadellos funktioniert: Sobald sich die beiden Sensor-Einheiten mehr als 2,5 cm voneinander entfernen, wird dies registriert und je nach getätigten Einstellungen ein Alarm ausgelöst. Dieser zeichnet sich durch Alarmgeräusch der Basisstation, Auslösung der Sirene mit Stroboskoplicht und Push-Mitteilung auf dem Handy aus. Der Alarm muss dann über die App wieder deaktiviert werden.

Panasonic verwendet magnetische Sensoren

Ein lauschender Glasbruchsensor

Der Glasbruchsensor soll durch das Geräusch von brechendem Glas ausgelöst werden. Damit bei unserem Test aber kein Glas zerbrochen werden muss, bietet die App auch einen Funktionstest an, bei dem das Geräusch von zerberstendem Glas abgespielt wird.  Das Smartphone wird dafür in die Nähe des Sensors gehalten und dann das Geräusch abgespielt. Leider führte dies zu keinem Auslösen. Auch das Austauschen der Batterie, das Zurücksetzen des Sensors sowie mehrmaliges Ab- und Anmelden an der Basis führte zu keinem Erfolg. Kann es sein, dass unser getesteter Sensor vielleicht defekt war? Ein Glas wollten wir dann aber trotzdem nicht zertrümmern und somit bleibt uns der Glasbruchsensor seine Funktion noch schuldig.

Der sensible Wasserschadensensor

Ein Test mit einem Glas Wasser, dessen Inhalt auf den Küchenboden verteilt wurde, löste einen sofortigen Alarm aus. Dieser funktioniert also bestens. Um genau zu sein sogar etwas zu gut, denn wird der Alarm über die App deaktiviert und man fängt an, den "Wasserschaden" aufzuwischen, wird der Alarm erneut ausgelöst, wenn man dabei zu nah an die Messeinheit kommt. Der Kontakt ist sogar so sensibel, dass das gleichzeitige Anfassen der beiden Fühler zu einem Alarm führt. Und hier ist nicht die Rede von Schweißhänden. Dies ist zwar auf den ersten Blick etwas störend und unpraktisch, hat uns aber von der Zuverlässigkeit des Sensors vollends überzeugt. Leider löste sich im Verlauf des Tests die Messeinheit von der Wand. Der mitgelieferte Klebestreifen wurde danach durch einen eigenen ersetzt.

Panasonics Wasserschadensensor für die Küche oder den Waschraum

Die Sirene als Meldeeinheit

Die Sirene tut genau das, was sie soll. Meldet einer der Sensoren einen Alarm, löst sie aus und ein lauter Alarm von 110 dB ertönt, der zweifelsfrei auch die Nachbarn wecken kann. Wem das zu laut ist: Die Alarmlautstärke lässt sich auch konfigurieren. Zudem blinkt ein Stroboskoplicht.

Reaktionszeiten und Reichweite des Systems

Die Reaktionszeiten, sowohl im Netzwerk, als auch im Fernmodus, wenn das Handy nicht im eigenen WLAN angemeldet ist, sind ausreichend schnell. Lediglich einige Sekunden dauert es, bis man eine Push-Benachrichtigung von einem ausgelösten Alarm erhält. Jedoch sind die Reaktionszeiten innerhalb des Systems (Sensor -> Basis -> Sirene) ziemlich lang. Was für eine Lichtsteuerung unheimlich störend wäre, ist aber für diesen Anwendungszweck noch völlig akzeptabel.

Trotz Altbauwänden und einem 6 Meter langem Wohnungsflur gab es keine Reichweitenprobleme. Die weiteste Entfernung (Basis <–> Wohnungseingangstür) betrug in unserem Test 10 Meter. Größere Entfernungen wurden nicht getestet, aber auch hier sollte eine gute Verbindungsqualität zu erwarten sein, denn hier spielt die DECT ULE-Technologie ihre Vorteile aus. Der Hersteller verspricht eine maximale Reichweite von 300 m.

Vorteile von Panasonic KX-HN6014

  • Einfache Installation
  • Störungsarmer DECT ULE-Standard
  • Eigene Notstrombatterie im Programm
  • Optionaler Allianz Assist Service erhältlich

Nachteile von Panasonic KX-HN6014

  • Fensterbruchsensor auf Geräuschbasis hat im Test nicht vollends überzeugt
  • Keine Kompatibilitäten zu IFTTT, Alexa oder Google Home
  • App läuft teilweise instabil
  • System wirkt stellenweise unausgereift
  • Unnötig viel Verpackungsmaterial

Fazit zu Panasonic KX-HN6014

Das Panasonic Sicherheitssystem soll mehr Sicherheit in den Alltag bringen. In Teilbereichen schafft es dies auch, wie unser Test des Tür- und Fenstersensors gezeigt hat. Auch der Wassersensor, wenn auch hypersensibel, funktioniert einwandfrei. Lediglich der Glasbruchsensor konnte uns nicht überzeugen. Dass er auf die eigene Testfunktion nicht reagiert, verstärkt das Bedenken, dass ein Sensor, der auf das Geräusch von brechendem Glas reagieren soll, durchaus zu Fehlalarmen neigen wird. Es ist auch weiterhin zu bedenken, dass man mit dem Panasonic Sicherheitssystem eine Insellösung erwirbt, für die es bislang noch keine nennenswerten Anknüpfungspunkte und Kombinationsmöglichkeiten zu anderen etablierten Smart Home Produkten und Diensten gibt.Insgesamt eignet sich das Panasonic Smart Home Starter Kit Plus KX-HN6014 daher vor allem für Smart Home-Einsteiger, die ein überschaubares, einfaches Sicherheitssystem installieren möchten. Als mögliche Alternative ist zurzeit das Smart Home System von Gigaset elements zu sehen, welches allerdings keinen Wassersensor enthält.

Preise und Verfügbarkeit von Panasonic KX-HN6014

Das Panasonic KX-HN6014 Starter Kit Plus ist im Panasonic Webshop verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung von Panasonic dafür liegt bei 249 Euro.

Das Smarthomesystem Panasonic KX-HN 6014 ist aktuell  für 248,95 Euro bei tink verfügbar.  (Stand: 16.08.2017)

 

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Michael Artmann

Ausbildung in Kommunikationselektronik und Informationstechnik. Mehrere Jahre bei einem internationalen PC-Hersteller tätig – Lieblingsaufgabe: Prototypen-Tests für den Europäischen Markt. Schwerpunkte: Video/3D/Netzwerke. Nachgelegt: Studium Energiemanagement. Sieht die Welten von IT und Energiewirtschaft zusammenwachsen. Heute business developer bei einem Energiekonzern und unersetzliche Unterstützung der homeandsmart.de-Redaktion.