HomeKit mit Homebridge einfach erweitern Homebridge und Rapsberry Pi einrichten fürs Apple Smart Home

Wer das eigene Smart Home über die Sprachassistentin Siri steuern möchte, kommt an Apples HomeKit und der Home-App auf iPhone oder iPad nicht vorbei. Doch damit stößt man schnell an Grenzen: Das Smart Home-System aus Cupertino unterstützt nur eine kleine Auswahl von Sensoren, Türschlössern, LED-Lampen, Thermostaten und Co. Mithilfe der Software Homebridge basteln wir aus einem Raspberry Pi den ultimativen HomeKit-Hub – und schon lassen sich WeMo, Netatmo oder SmartThings per Siri ansprechen. Ein perfektes DIY-Projekt für das Wochenende!

Smart Home-Steuerung alá Apple: In Sachen Gerätekompatibilität benötigt Siri noch Nachhilfe.

Problem: Siri-Smart Home bringt Kompatibilitätsprobleme mit

Siri im eigenen Smart Home nutzen zu können ist besonders bequem: „Siri, dimme die Lichter im Wohnzimmer!“ „Siri, stelle den Thermostat im Schlafzimmer auf 20 Grad Celsius!“ – und die Technik im Haus hört aufs Wort. Und da Apples Assistentin auf dem iPad, dem Smartphone in der Hosentasche oder über die Apple Watch am Handgelenk sowieso immer mit dabei ist, kann man sich das lästige Suchen nach der richtigen Steuerungs-App einfach sparen. Künftig wird auch der HomePod, ein Lautsprecher nach dem Vorbild des Amazon Echos, im Apple-Haushalt nach Sprachbefehlen lauschen.

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Doch ein Wermutstropfen trübt die Freude am Siri-Smart Home: Die Liste der kompatiblen Geräte ist vergleichsweise kurz. Das liegt an den strengen Hardware-Anforderungen, die Apple in der Vergangenheit an die Produkthersteller stellte. Diese wurden zwar unlängst abgeschafft, dennoch konnte HomeKit an die umfangreiche Geräteliste von Amazon Alexa nicht anknüpfen. Theoretisch kann zwar jeder Hersteller die HomeKit-Zertifizierung für seine Produkte nachreichen, doch nur in den wenigsten Fällen wurde das bislang gemacht. Außerdem gibt es viele Komponenten, bei denen die Integration mit Apples Smart Home schlicht unwahrscheinlich ist: Das gilt für Konkurrenzsysteme wie Samsungs SmartThings ebenso wie für diverse Smart TV-Modelle oder Eigenbauten von Bastlern.

Open Source-Projekt Homebridge erweitert Apples HomeKit

Apple HomeKit Licht & Sicherheit Starter ermöglicht den einfachen Einstieg ins smarte Zuhause
Perfekt für iPhone und Co. Works with Apple HomeKit

Smart sein und sparen: Die Apple HomeKit Startersets von tink.de ermöglichen iOS-Nutzern mit wenigen Klicks den Einstieg ins smarte Zuhause. Die Geräte lassen sich anschließend direkt im Control Center steuern.

Zu tink

Genau an dieser Stelle tritt das Open Source-Projekt Homebridge auf den Plan: Die Software macht aus einem herkömmlichen Mini-Computer wie dem Raspberry Pi den ultimativen HomeKit-Hub. Was der Raspberry Pi mit Homebridge nicht kann: Diese Open Source-Lösung stellt keinen Ersatz für einen Apple TV oder ein iPad in Apples Smart Home dar. Ausschließlich in Kombination mit diesen Geräten erlaubt es HomeKit, von unterwegs Geräte zu steuern und diese über Regeln zu automatisieren.
Per Plugin erlernt Homebridge die Kommunikation mit den unterschiedlichsten Geräten – vom Sensor über den Smart TV, sogar Router und Elektroautos von Tesla sprechen mit der Software. Einmal über Plugin eingebunden, stehen all diese Komponenten in der Home-App zur Automatisierung oder zur Sprachsteuerung per Siri bereit. Sie verhalten sich ganz genau wie die Geräte, die offiziell HomeKit unterstützen und können in Szenen verknüpft, Räumen zugeteilt oder über Regeln nach Zeitplänen gesteuert werden.

Homebridge rüstet Siri-Funktionen für viele Geräte nach, z. B. die Wetterstation von Netatmo

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Die besten Plugins für Homebridge: Siri-Sprachsteuerung für Hue, iTunes, Netatmo & Co.

Homebridge bietet schier unendliche Möglichkeiten, die Fähigkeiten von Siri zu erweitern. Diese sieben Plugins machen bisher inkompatible Smart Home-Geräte HomeKit-fähig:

  • homebridge-smartthings: Samsungs SmartThings ist ein echtes Multitalent unter den Smart Home-Systemen. Von Thermostaten über Türschlösser bis hin zum Alarmsystem kann fast alles gesteuert werden. Dabei zeigt sich Samsung offen und bietet eine breite Kompatibilität über viele Hersteller hinweg. Dank des Homebridge-Plugins wird das eigene SmartThings-System jetzt fit für Siri. Einmal eingebunden, stehen sämtliche SmartThings-Komponenten in der Home-App bereit und können per Sprachbefehl an das iPhone gesteuert werden.
  • homebridge-itunes: Mit iTunes und AirPlay hat Apple ein eigenes Universum für Musikliebhaber geschaffen – Multiroom-Funktionen inbegriffen. Schade nur, dass dabei die Steuerung mit Siri außen vor blieb. Homebridge holt diese verpasste Chance nach. Mit dem iTunes-Plugin lässt sich die Musiksoftware auf dem Mac steuern, außerdem können AirPlay-Lautsprecher einfach per Stimmkommando zu- oder abgeschaltet werden.
  • homebridge-roomba und homebridge-neato: Saugroboter sind an und für sich schon echte Haushaltslieblinge. Mit Homebridge hören sie jetzt auch noch aufs Wort! Ein Befehl genügt, und schon surrt Roomba oder Neato durch die Wohnung und erledigt brav seine Arbeit.
  • homebridge-fritz: Die FRITZ!Box von AVM ist längst weit mehr als ein bloßer WLAN-Router. Für Einsteiger ist sie eine ideale Smart Home-Zentrale. Über DECT steuert sie ganz kabellos Zwischenstecker und Thermostate an. Das Homebridge-Plugin kann sowohl Zwischenstecker als auch Powerline-Adapter ein- oder ausschalten, FRITZ!DECT Thermostate steuern und FRITZ!DECT Repeater als Temperatursensoren in HomeKit einbinden. Außerdem lässt sich das Gäste-WLAN bei Bedarf bequem über Siri zuschalten.
  • homebridge-bravia und homebridge-samsungtv: Fernseher sind heute zwar allesamt „smart“, ins Smart Home wagen sie sich aber noch nicht recht vor. Homebridge bindet sie einfach in die Home-App auf iPhone und iPad ein. „Hey Siri, schalte den Fernseher ein!“ – das Plugin kann den TV aber nicht nur ein- oder ausschalten, sondern sogar den Sender wechseln und die Lautstärke kontrollieren.
  • homebridge-netatmo: Die beliebte Wetterstation von Netatmo erhält mit diesem Plugin endlich den lang ersehnten Einzug in HomeKit. „Hey Siri, wie kalt ist es auf der Terasse?“ – jetzt weiß die smarte Sprachassistentin von Apple die Antwort.
  • homebridge-hue: Philips Hue Lampen sind zwar bereits mit HomeKit kompatibel, allerdings nur im Verbund mit der neueren, quadratischen Bridge. Wer noch das ältere, runde Modell sein Eigen nennt, kann sich dank Homebridge den Kauf neuer Hardware sparen. Das Plugin integriert nicht nur Lampen und Leuchtmittel, sondern auch die Hue Sensoren und Schalter.

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Mit dem KIY HomeKit-Hub lassen sich sogar Saugroboter wie der Roomba auf Zuruf steuern

Homebridge per App auf dem Raspberry Pi spielend einfach einrichten - in 4 Schritten

Homebridge auf dem Raspberry Pi einrichten klingt kompliziert? Keine Angst, die Installation vom Homebridge ist inzwischen nicht mehr den Technikversierten vorbehalten. Besonders einfach klappt´s mithilfe der Homebridge-App (5,49 Euro, für iPhone und iPad) von Niklas von Weihe. Die App für das iPhone übernimmt die komplette Installation auf dem Raspberry Pi, per Fingerzeig schaltet sie einige der beliebtesten Plugins frei.

Voraussetzung ist ein Raspberry Pi, vorzugsweise der dritten Generation, auf dem das angepasste Betriebssystem des Entwicklers installiert wurde.

  1. Homebridge-App starten. In der App sollte Pi automatisch gefunden werden, nach der Passwortvergabe startet die Installation von Homebridge.
  2. Sobald die Installation beendet ist, zeigt die App oben rechts den HomeKit-Code an.
  3. Danach einfach die Home-App auf iPhone oder iPad öffnen, ein neues Gerät hinzufügen
  4. Jetzt den zuvor angezeigten Code eingeben – schon sind Siri und Raspberry Pi miteinander verknüpft.

Jetzt, da die grundlegende Installation abgeschlossen ist, ist es an der Zeit, Geräte mit dem neuen HomeKit-Hub zu verbinden. Dafür stellt die App Plugins zur Verfügung, die einfach durch Klicken aktiviert werden können. Im Handumdrehen lassen sich beispielsweise IKEA TRADFRI-Lampen oder der Logitech Harmony Hub mit Siri steuern.

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Einrichten, verwalten, erweitern, steuern: Die Homebridge-App erleichtert den Umgang mit dem Raspberry Pi

Homebridge mit Raspberry Pi über das Eingabe-Terminal manuell einrichten

Etwas mehr Flexibilität und Kontrolle erlaubt die manuelle Installation über das Terminal. Voraussetzung dabei ist wieder ein Raspberry Pi, diesmal mit vorinstalliertem Raspbian-Betriebssystem. Im ersten Schritt wird NodeJS und die benötigten Pakete installiert, dann kommt Homebridge auf das System. Die gesamte Einrichtung wird manuell über die Konfigurations-Datei vorgenommen. Auch die Plugins müssen eigenhändig installiert und eingerichtet werden. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findet sich auf der Projekt-Homepage des Open Source-Projekts.

Weitere Fragen und Antworten finden Sie in unserem Homebridge Forum.

 

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homeandsmart Redakteurin Franzsika Pfeiffer

Studium Germanistik und Multimedia in Karlsruhe, Mitarbeiterin der Arbeitsstelle Bertolt Brecht am KIT, freiberufliche Texterin für verschiedene Onlineformate. Vertraut mit Raspberry Pi und dem Smart Home Marke Eigenbau, für homeandsmart.de immer auf der Suche nach spannenden Open Source-Projekten.