Digitale Sprachassistenten im Vergleich Amazon Echo vs. Google Home | Kaufberatung

Die digitalen Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant erobern immer mehr private Haushalte. Wir zeigen die Vor- und Nachteile von Google Home und Amazon Echo, so dass genau das richtige Gerät den Weg in Ihr Zuhause findet. Vorab: Wer seinen Schwerpunkt auf Entertainment legt, trifft mit Amazon Echo eine gute Wahl, wer dagegen mehr Wert auf Smart Home-Integration legt, sollte einen Blick auf Google Home werfen. Richtig falsch machen kann man aber bei beiden Geräten nichts.

Sprachassistenten auf Wohnungssuche: Google Home und Home Mini sowie Amazon Echo und Echo Dot

Funktionen des Google Home und Amazon Echo

Digitale Sprachassistenten sind der erste Schritt ins private Internet der Dinge (IoT). Sie verbinden zwei Funktionen: Die Erleichterung des Alltags sowie die Vernetzung und Integration von Geräten, die sich dann über Amazon Alexa oder Google Home per Sprache steuern lassen. Letzteres erreichen die Geräte damit, dass sie wie eine echte Person ansprechbar sind und Assistenten-Jobs erledigen wie Einkaufs- oder To-do-Listen führen, ihre Besitzer morgens aufwecken oder an Termine erinnern.

Gewünschte Aktionen werden über ein Schlüsselwort initiiert, damit die Assistenten wissen, dass sie gemeint sind. Beim Amazon Echo ist dies voreingestellt der Name der Sprachassistentin „Alexa“, das Google Home-Gerät will mit „Hey Google“ oder „Ok Google“ aktiviert werden. Nutzer von Android-Smartphones kennen dies bereits von ihrem Handy. Ein typischer Sprachbefehl wäre beispielsweise „Alexa, wieviel Uhr ist es?“ oder „Ok Google, was für einen Tag haben wir heute?“ Sowohl Google Home als auch Amazon Echo zeigen über ein Aufleuchten auf der Geräteoberseite, dass sie zuhören und antworten dann dem Fragesteller.

Gerade die „Vermenschlichung“ durch die persönliche Ansprache und das verbale Feedback machen die Sprachassistenten schon sehr bald zu gern genutzten Helfern, die man nicht mehr missen will. Es ist einfach natürlicher und zeitsparender, eine Frage zu stellen und umgehend eine Antwort zu erhalten als erst nach einem Stift und Zettel suchen zu müssen oder eine Suchmaschine am Computer zu bemühen.

Die Frage, für wen sich die digitalen Sprachassistenten eignen, lässt sich also eindeutig beantworten: für jeden!

Amazon Echo vs. Google Home: Bedienung und Innenleben

Wer denkt, er erhält mit einem Amazon Echo oder Google Home ein Soundsystem mit perfektem Klangvolumen, wird enttäuscht. Zwar bieten beide Systeme integrierte Lautsprecher, beide können aber klanglich nicht mit Hi-Fi-Lautsprechern mithalten. Das macht aber nichts, Hauptschwerpunkt eines Sprachassistenten ist schließlich das Verstehen von Sprachbefehlen, vor allem wenn im Raum auch noch Nebengeräusche sind, zum Beispiel Verkehrslärm von draußen oder Unterhaltungen von anderen Personen im gleichen Raum. Sowohl Amazon Echo wie auch Google Home meistern das dank integrierter Near-Field-Kommunikationstechnologie.

Google Home und Amazon Alexa bieten sich im Vergleich ein Kopf-an-Kopf-Rennen
 AlexaGoogle
SuchsystemBingGoogle
Touchpad-BedienungNeinJa
Design / ErscheinungsbildTechnischEdel
Mikrofon manuell abstellbarJaJa
AntwortqualitätKurz und bündigAusführlich
LautsprecherqualitätÄhnlich wie gutes RadioÄhnlich wie gutes Radio
Multiroom-FunktionJaJa
Punkte6/76/7

Wem die Klangqualität der smarten Lautsprecher nicht ausreicht, kann die Geräte mit Bluetooth-fähigen Lautsprechern verbinden. So lassen sich Sonos Multiroom Lautsprecher mit der digitalen Sprachassistentin Alexa verbinden oder man koppelt einen Bluetooth-Lautsprecher mit den Systemen. Die Sound-Ausgabe erfolgt dann über die verbundene Bluetooth-Box, während die Sprachbefehle weiter über die im Echo oder Google Home verbauten Near-Field-Mikrofone aufgenommen werden.

Fazit zu Bedienung und Innenleben: Gleichstand zwischen Google Home und Amazon Echo

Sowohl Google Home wie auch Amazon Echo bieten gute Leistung fürs Geld. Google Home überzeugt aber etwas besser durch die ausführlicheren Antworten bei Fragestellungen. Eine Kernfunktion für einen Sprachassistenten. Hier profitiert Google Home von der Nutzung der Google Suchmaschine, während Amazon Echo bei Bing nach Antworten sucht. Das schlägt sich in den Antworten nieder, die bei Google ausführlicher ausfallen. Design ist Geschmackssache, Google Home erinnert mit seiner geschwungenen Form an ein Deko-Objekt, während Amazons geradlinige Röhrenform eher technik-affine Personen ansprechen dürfte. Google Home bietet eine Touchpad-Bedienung am Gerät, was uns gut gefallen hat, die man aber erlernen muss. Amazon Echo setzt hier auf Druckknöpfe, bei denen man sofort weiß, was sie bedeuten. Welches Bedienkonzept besser gefällt, ist in unseren Augen ebenfalls Geschmackssache.

Der smarte Lautsprecher  Amazon Echo 2  ist für 79,99 Euro bei Amazon erhältlich. (Stand: 14.12.2017)

 

Sehr gut: Beim Google Home und auch beim Amazon Echo lässt sich das Mikrofon manuell abschalten, zum Beispiel, wenn Privatsphäre gefordert ist. Denn beide Systeme benötigen einen offenen Kanal zu ihrer Cloud, um Anfragen beantworten zu können und zeichnen Geräusche auf. Ein toller Mehrwert ist die Multiroom-Funktion. Sind mehrere Echos oder Google Home Geräte im Haus verteilt im Einsatz, lassen sich diese zu Gruppen zusammenfassen und können so gleichzeitig Musik abspielen. Wie das funktioniert erklären wir für den Google Home im Artikel Musik einrichten und abspielen mit Google Home und Mini und für den Amazon Echo im Artikel Multiroom-Funktion für Alexa-fähige Lautsprecher einrichten.

Der Amazon Dot bietet ein tolles Extra: Eine 3,5 mm-Buchse zur Verbindung mit anderen Geräten

Auch die platzsparenden Gerätevarianten Google Home Mini und Amazon Echo Dot bieten die oben aufgeführten Funktionalitäten. Allerdings ist die Soundqualität bedingt durch die kleinere Größe weniger gut. Der Google Home Mini gefällt durch seine stoffbespannte Oberfläche und einen – für seine Größe - erstaunlichen guten Bass. Die Bedienung erfolgt ebenfalls berührungssensitiv, während der Echo Dot das gleiche Bedienfeld wie der Amazon Echo aufweist. Wertiges Extra beim Amazon Echo Dot: Amazon Echo Dot verfügt über eine 3,5 mm Klinkenbuchse, über die der Nutzer Kopfhörer oder via Kabel einen Lautsprecher anschließen kann, der dann einen besseren Sound liefert.

Der kompakte  Google Home Mini  ist bei tink für 32,95 Euro erhältlich. (Stand: 14.12.2017)

 

Wer bietet mehr Unterstützung? Amazon Echo oder Google Home?

Sowohl Google Home als auch Amazon Echo bieten vorinstallierte Funktionen, welche die Sprachassistenten nutzen, um ihre Besitzer gut durch den Tag zu bringen. So kann der Nutzer jederzeit vom Google Assistant eine tägliche Zusammenfassung anfordern, die sich individuell konfigurieren lässt. Das Kurz-Briefing enthält aktuelle Nachrichten, das Wetter, Informationen zum Arbeitsweg sowie Termine und Erinnerungen. Für die Nachrichten kann der Nutzer aus einem Set vorinstallierter Nachrichtenlieferanten wählen, wie etwa N-TV, Deutschlandfunk oder Euronews, um einige zu nennen. Nach Belieben lassen sich zusätzliche Nachrichtenquellen hinzufügen. Fragt man den Google Assistant: „Was steht heute an?“, erhält man die aggregierten Informationen vorgetragen.

Wichtige Sprachassistenten-FunktionenAmazon EchoGoogle Home
Eigene Spachbefehle mit Aktionen verknüpfenJaJa
EinkaufslisteJaJa
To-do-ListeJaJa (manuelles Hinzufügen)
NewsJaJa
WetterJaJa
Termine / ErinnerungenJaJa
ArbeitswegJaJa
WeckerJaJa
TimerJaJa
Punkte 9/99/99/9

Fazit Sprachassistenten-Funktionen: Unentschieden zwischen Amazon Alexa und Google Assistant

Sowohl Alexa als auch Google Assistant überzeugen mit ihren Angeboten an Services, die dem Benutzer ab der ersten Minute zur Verfügung stehen. Besonders nützlich ist das Hinzufügen von eigenen Sprachbefehlen, die man mit bestimmten Aktionen verknüpfen kann. Bei Alexa heißt diese Funktion Routinen, beim Google Assistant ist die Rede von Verknüpfungen.

 

Fragt man Alexa beispielsweise morgens im Bett nach der „täglichen Zusammenfassung“, erhält man schon die Nachrichten, das Wetter und andere gewünschte Informationen vorgetragen. Das macht Spaß und bringt echten Mehrwert. Zwar sind diese Informationen auch über ein Radio abrufbar, aber dafür muss man pünktlich vor Ort sein, um die Nachrichteneinspielung mit anschließendem Wetterbericht zu hören. Insgesamt hält sich das Angebot an den vorinstallierten Assistentenfunktionen die Waage. Beide Assistenten leisten gute Dienste.

Auch die Voreinstellungen in der Alexa-App lassen eine schnelle Einbindung von unterstützten Musikdiensten zu

Google oder Amazon - wer bietet die bessere Musik?

Ein weiteres Hauptanwendungsfeld der Sprachassistenten Google Home und Amazon Echo ist das breite Themenfeld Unterhaltung. Allen voran die Sprachsteuerung der Musikwiedergabe dürfte in der Regel eine der ersten Funktionen sein, die neue Nutzer ausprobieren. Bei den Sprachassistenten geschieht dies in erster Linie über Streamingdienste. Das Einbinden von eigener Musik ist zwar auch möglich, aber nur über den Umweg eines systeminternen Programms oder einer systeminternen App. Beim Google Home geschieht das Einbinden von Musik über Google Play Music und bei Amazon über Amazon Music, in deren Cloud der Nutzer seine eigene Musik hochladen kann. Eine Anleitung finden Google Home Nutzer im Artikel Musik einrichten und abspielen mit Google Home und Mini und Echo-Nutzer im Artikel Musikdateien zur Amazon Music-Bibliothek hinzufügen. Der Umweg ist nötig, da die Sprachbefehle der Assistenten mit den Funktionen der Musikdienste verknüpft sind.

 Musikdienste AlexaMusikdienste Google
SpotifyJaJa
Google Play MusicNeinJa
Amazon Music, Prime & UnlimitedJaNein
iTunesNeinNein
PandoraNein (US-Version: Ja)Nein (US-Version: Ja)
TuneInJaJa
iHeartRadioNein (US-Version: Ja)Ja
YoutubeMusicNeinNein (US-Version: Ja)
DeezerNeinJa
AudibleJaNein
KindleJaNein
Eigene MusikJa, über Amazon Music CloudJa, über Google Play Music Cloud
Punkte6/126/12

Fazit Entertainment Musikstreaming: Gleichstand zwischen Google Home und Amazon Alexa

Sowohl Google Home als auch Amazon Echo haben bereits große Streamingdienst-Anbieter in Ihre Sprachassistenten integriert, welche sich über die Google Home-App oder die Alexa-App aktivieren lassen. Voraussetzung ist jeweils, dass der Nutzer ein Konto bei einem der integrierten Dienste hat. Danach lässt sich die Musikauswahl und Wiedergabe bequem per Sprache steuern. Anbieter wie Spotify bieten auch Gratis-Konten mit eingeschränkten Funktionsumfang an, so dass man ohne Zusatzkosten Musik auf einem Google Home oder Amazon Echo wiedergeben kann. Allerdings lassen sich dann zum Beispiel keine eigenen Playlisten erstellen und per Sprache aufrufen. Die Sprachassistenten rufen stattdessen vordefinierte Playlisten ab, welche in den kostenlosen Streaming-Accounts enthalten sind.

Die in Google Home integrierten Musikdienste können durch einfaches Antippen aktiviert werden

Negativ fällt auf, dass beide Lösungen ihre eigenen Musikdienste bevorzugen und den direkten Mitbewerber ausschließen – das geht auf Kosten der Kundenfreundlichkeit. Wer bereits den Google Play Musik-Service nutzt, sollte hier Google Home den Vorzug geben, Kunden von Amazon Music, Amazon Prime Music oder Amazon Music Unlimited sind auf jeden Fall beim Amazon Echo besser aufgehoben.

Bessere Video-Streamingdienste - beim Google Home oder Amazon Echo?

Neben dem Musikhören zählt auch das Ansehen von Filmen zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder YouTube haben sich mittlerweile als Alternative zu den TV-Programmen der privaten und öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten etabliert. Auch hier unterscheiden sich Google Home und Amazon Echo im derzeitigen Funktionsumfang.

 

 Videodienste Amazon EchoVideodienste Google Home
NetflixJa (über FireTV)Ja
Google PhotosNeinJa (über Chromecast)
YouTubeNeinJa (über Chromecast)
Amazon Prime VideoJa (über FireTV)Nein
Punkte 4/42/43/4

Fazit Entertainment Video-Streaming: Vorteil für Google Home

Beide Anbieter tun sich noch schwer mit der nativen Sprachsteuerungen von Videostreaming-Angeboten. Das trifft sogar auf die hauseigenen Dienste zu. Hier muss der Nutzer erst eine Brücke bauen, zwischen dem TV-Gerät und dem Sprachassistenten. Bei Google über den Streaming-Stick Chromecast und bei Amazon über FireTV. Aber auch der Harmony Hub von Logitech eignet sich als Brücke. Wie die Verbindung zwischen Google Home und Chromecast funktioniert, erklären wir in unserer Anleitung Google Home mit Fernseher ganz einfach verbinden. Wie die Sprachsteuerung eines Samsung TVs mit Alexa klappt, zeigen wir im Ratgeber So lässt sich der Fernseher über Alexa steuern.

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Logitechs Harmony-Fernbedienung hilft Alexa bei der Sprachsteuerung von TV-Geräten

 

Bei der nativen Sprachsteuerung von Fernsehern hat Google einen Vorteil: TV-Gerätehersteller können das Google Betriebssystem Android TV direkt in ihre Fernseher oder Set-Top-Boxen verbauen. Wer die Anschaffung eines solchen TV-Gerätes vorhat, darf sich dann auf ein einfaches Zusammenspiel mit Google Home freuen. Erste Android-Fernseher von Sony sind in den USA bereits auf dem Markt.

Den Smart TV  Sony-KDL40WD655  können Sie aktuell bei Amazon für 599 € kaufen (Stand: 11.08.17).

 

Wehrmutstropfen für Nutzer von Amazon Echo und FireTV-Geräten: Google hat angekündigt, die Unterstützung für seinen Videodienst YouTube für FireTV ab dem nächsten Jahr einzustellen, weil Amazon die Chromecast- und Google Home-Geräte nicht auf seiner E-Commerce-Plattform listet. Wer Wert darauf legt,  YouTube mit seinem Sprachassistenten zu koppeln, sollte hier der Google-Systemlandschaft den Vorzug geben.

Die HDMI-Streamingbox  Google Chromecast ist bei tink für 39,95 Euro erhältlich.  (Stand: 25.10.2017)

 

Amazon Echo vs. Google Home: Alexa Skills und Google Actions

Bei den Sprachassistenten Alexa und Google Assistant handelt es sich um offene Systeme. Das bedeutet, sie können von Drittparteien um neue Funktionen erweitert werden. Im Prinzip handelt es sich dabei um das von Apple bekannte App-Modell. Amazon hat diese Apps bzw. Zusatzfunktionen Skills genannt, beim Google Assistant heißen die kleinen Programme Actions. Für den deutschen Sprachraum stehen bereits hunderte Alexa-Skills zur Verfügung, Google Assistant kann hierzulande noch nicht viele Actions vorweisen. Eine Auswahl finden Google Home-Nutzer in unserem Artikel Die besten Google Skills für Google Home. Nutzer von Amazon Alexa haben dagegen die Qual der Wahl: Ob Spiele, Lifestyle, Produktivität, Spiele oder Sport, kaum ein Lebensbereich, der inzwischen nicht von einem Alexa-Skill abgedeckt wird. Insgesamt stehen 3.360 Skills in 22 verschiedenen Kategorien in Deutschland zur Verfügung, wie wir ermittelt haben (Stand 8.12.2017). Weltweit sind laut unbestätigten Angaben zirka 16.000 Alexa-Skills verfügbar. Damit der Einstieg in die Alexa-Skill-Welt perfekt gelingt, haben wir die 65 Top Alexa-Skills in einer Übersicht zusammengestellt.

 AlexaGoogle
Anzahl Skills für deutsche Nutzerhoch (3.360 Skills in 22 Kategorien)niedrig
Punkte3/31/3

Fazit: Zusatzfunktionen via Alexa Skills und Google Actions

Alexa gewinnt das Rennen um Erweiterungen via Zusatz-Apps haushoch vor dem Google Home. Insgesamt 22 deutschsprachige Kategorien mit 3.360 Skills stehen den deutschen Nutzern von Amazons Echo zur Verfügung, um den Alltag zu erleichtern. Der frühe Markteintritt von Amazon trägt Früchte. Google erhält hier nur einen Trostpunkt. Wer nach Actions für den Google Assistant sucht findet sich auf der US-amerikanischen Actions-Entwicklerseite wieder. Es darf aber damit gerechnet werden, dass sich die Anzahl mit der Zeit und der zunehmenden Verbreitung von Google Home schnell steigern wird.

Amazon Echo oder Google Home - wer ist kompatibler im Smart Home?

Eine weitere Pionierarbeit die Google Home und Amazon Echo leisten, ist die Integration von Smart Home Geräten. Warum mit Entertainment-Funktionen aufhören, wenn sich nicht nur das Musik- und Viedoprogramm per Sprache steuern lässt, sondern auch smarte Thermostate, intelligente Steckdosen oder mitdenkende Lampen? Wer sich einmal an die bequeme Sprachbedienung eines digitalen Assistenten gewöhnt hat, will diese Erfahrung auch mit anderen Geräten machen. Was als „Internet of Things“ (IoT) einen abstrakten und komplizierten Beigeschmack erhält, wird mit Google Home und Amazon Echo zur einfachen und positiven Erfahrung.

Mit Alexa- und Google Assistant-kompatiblen Geräten wie Philips Hue, lässt sich das Smart Home per Sprache steuern

Die intelligenten Smart Home-Geräte werden in der Regel über das WLAN-Netz eingebunden, in dem auch die „Gehirne“ von Google Home und Amazon Echo zuhause sind. Gemeint sind die Google Home-App und die Alexa-App, in welchen die Funktionen der Sprachassistenten liegen und die sowohl Steuerzentrale als auch Bindeglied zwischen den Geräten und der jeweiligen System-Cloud sind. Bedient werden die Apps in der Regel über das Smartphone. Einmal eingebundene Geräte lassen sich dann bequem per Sprache steuern.

Google und Amazon bieten Smart Home-Geräteherstellern APIs an, über welche sie Gerätefunktionen als sprachbasierte Variante für die Sprachassistenten Alexa und Google Assistant zur Verfügung stellen. Diese Applikationen heißen bei Alexa Skills und bei Google Assistant Actions. Der Nutzer navigiert in den Skill- bzw. Action-Katalog und kann sie dort aktivieren.

Da immer mehr Hersteller von Smart Home-Geräten ihre Geräte kompatibel zu den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa machen, erweitert sich die Liste ständig.  Einen guten Überblick über Alexa-kompatible Geräte finden Sie im Artikel Diese Produkte sind mit Alexa steuerbar und für den Google Assistant im Beitrag Diese Geräte sind mit dem Google Home kompatibel.

Wir haben in den drei wichtigen Smart Home-Kategorien Thermostate, Steckdosen und Lichtsysteme die mit am beliebtesten Produkte auf Ihre Kompatibilität mit Google Home und Amazon Echo überprüft:

Beliebte Smart Home-GeräteAmazon EchoGoogle Home
Smarte Thermostate  
Nest RaumthermostatJaJa
tado° smartes HeizkörperthermostatJaJa
NETATMO NAV01-DE HeizkörperthermostatJaJa
Smarte Steckdosen (Plugs)  
Steckdose TP-LINK HS110JaJa
mydlink™ Home Smart PlugJaJa
Zwischenstecker Queta PlugJaNein
Smarte Lichtsysteme  
Lichtsystem Philips HueJaJa
IKEA TRÅDFRI LichtsystemJaNein
Nanoleaf AuroraJaJa
Punkte (9/9)9/97/9

Fazit Smart Home: Vorteil für Amazon Echo und Alexa

Geht es um die Integration von Smart Home-Geräten in die Sprachsteuerung von Amazon Alexa und Google Assistant haben die Amazon Echo-Geräte eindeutig die Nase vorn. Hier kommt Alexa der frühe Marktstart zugute und die einfache Integration neuer Funktionen via Skills. Viele Gerätehersteller haben die Zeit genutzt und ihre Geräte Alexa-kompatibel gemacht. Hinzu kommt, dass Alexa durch In-Skill-Käufe Drittanbietern einen weiteren Weg zur Monetarisierung an die Hand gibt. Denkbar wären zum Beispiel der In-Skill-Kauf von Premiumfunktionen. Dieses zusätzliche Monetarisierungspotenzial macht die Amazon Systemlandschaft attraktiv für Unternehmen und geben Anreize, fleißig Skills für Alexa zu entwickeln. Google wird aber nachziehen, hat es doch – wie bereits erwähnt – mit seinem Android-Betriebssystem bereits eine breite Entwicklerbasis am Start und die meisten Smart Home-Gerätehersteller haben bereits Android-Apps für ihre Smart Home-Systeme.

Für den Endverbraucher dürfte es keine große Rolle spielen, anders als bei den systemgebundenen Services von Amazon oder Google, ist es nicht in deren Interesse, bestimmte Nutzergruppen als Kunden auszuschließen. Es darf also mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, dass Produkte von Drittherstellern, die bisher nur Alexa-Skills am Markt haben, auch eine Integration für Google Home anbieten.

Wer bietet mehr Privatsphäre? Amazon Echo vs. Google Home

Was geschieht mit all den Daten, welche die Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant in Laufe der Zeit sammeln? Eine berechtigte Frage, denn jeder Sprachbefehl und jede Frage wird von den digitalen Helfern transkribiert und online an die jeweilige Google- oder Amazon-Cloud zur weiteren Auswertung oder an Suchmaschinen weitergeleitet. Die Daten sind im Internet, aber sie sind einsehbar. Denn beide Systeme wollen ihre Dienste verbessern, so kann der Nutzer in der Google Home-App oder in Amazons Alexa-App jederzeit sehen, welche Anfragen oder Befehle er bereits getätigt hat. In der Alexa-App kann der Nutzer sogar jede Aktion bewerten, ob die Aktion richtig verstanden wurde. Diese Information lässt Alexa lernen und sich besser auf ihren Nutzer einstellen. Das gefällt! Ähnlich wie bei einem Browser-Verlauf kann die Historie auch wieder gelöscht werden, was dann aber zum Beispiel Alexas Lerneffekte abnehmen lässt. Hier verraten wir, wie sich die Google Home Suchhistorie in nur 3 Schritten löschen lässt und hier lesen Nutzer eines Amazon Echos, wie sich die Alexa Suchhistorie in nur 3 Schritten löschen lässt.

 Sicherheit Amazon EchoSicherheit Google Home
Suchhistorie löschbarJaJa
Punkte 1/11/11/1

Fazit Sicherheit: Gleichstand zwischen Amazon Echo und Google Home

Es führt kein Weg daran vorbei: Die Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa sammeln Daten und sind deshalb nicht für Paranoiker geeignet. Letztendlich muss jeder für sich selbst beantworten, ob er bereit ist, Daten von sich preiszugeben, um dafür im Gegenzug eine Erleichterung im Alltag zu erhalten. Mitunter kann eine Orientierung am eigenen Browserverhalten helfen: Wer sich über ein virtuelles privates Netzwerk einwählt, seine IP-Adresse auf Indien oder Russland verstellt und nur über den Privat-Browser-Modus im Internet surft, sollte definitiv vom Einsatz eines Google Home oder Amazon Echo Abstand halten. Alle anderen, die ganz normal im Internet unterwegs sind, dürften vom Einsatz eines Google Home oder Amazon Echo profitieren.

Überzeugen mit sinnvollen Funktionen: Google Home und Amazon Echo sowie Mini und Dot

Gesamt-Fazit: Google Home oder Amazon Echo?

Zählt man alle Punkte zusammen, kommt Amazon Echo auf insgesamt 36 und Google Home auf 33 von 45 möglichen Punkten. Die Siegermedaille hat sich Amazon Echo durch die breite Alexa Skill-Unterstützung und bislang noch bessere Kompatibilität mit Smart Home-Geräten verdient. Hier kann Google Home mit einer geringeren Auswahl seiner Actions noch nicht mithalten. Die Lücke beider Systeme zur Gesamtpunktzahl entsteht durch das gegenseitige Ausgrenzen der jeweiligen Musik- und Film-Streamingdienste des Mitbewerbers. Das ist schade und konträr zum so oft betonten kundenorientierten Denken.

Gesamt-Fazit: Amazon Echo mit Alexa

Amazon Echo überzeugt mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis und der großen Skill-Vielfalt, über die sich das Gerät um neue Funktionen erweitern lässt und dem System letztendlich auf das Siegertreppchen verholfen hat. Insgesamt ist von mehr als 16.000 Skills die Rede, die Zahl ist aber mit Vorsicht zu genießen, da englischsprachige Skills in Deutschland oft nicht zur Verfügung stehen, bzw. die Gerätesprache auf Englisch umgestellt werden muss. Trotzdem hat Alexa hier einen riesigen Vorsprung vor Google Home. Außerdem sind die Echo-Geräte erste Wahl für Amazon Prime-Kunden. Diese haben sofort Inhalte wie das im Prime-Abo enthaltene Musik-Streaming zur Verfügung. Ebenso macht die Alexa Vorlese-Funktion für Kindle-Bücher Spaß, sofern sie die Funktion unterstützen. Auch im Smart Home-Bereich hat Amazon Alexa derzeit noch die Nase vorn. Wer nur eine kleine Wohnung hat, ist mit dem günstigen Echo Dot gut beraten, für guten Sound kann der Winzling via Klinkenstecker oder Bluetooth mit einer Audioanlage oder einem Bluetooth-Lautsprecher verbunden werden.

Der smarte Lautsprecher  Amazon Echo 2  ist für 79,99 Euro bei Amazon erhältlich. (Stand: 14.12.2017)

 

Gesamt-Fazit: Google Home mit Google Assistant

Google Homes Stärke liegt in der guten Verzahnung und Marktmacht seines Android-Betriebssystems. Wer viele Funktionen seines Android-Handys wie Kalender, Adressbuch usw. nutzt, profitiert hier von Synergie-Effekten. Aber auch andere Android-gestützte Geräte werden sich schon bald per Sprachbefehl an den Google Assistant steuern lassen. Einen Vorgeschmack bietet hier Android TV, das Geräteherstellern die einfache Entwicklung von Smart TV-Geräten ermöglicht. Dies vermittelt bereits einen Ausblick, auf was sich die Besitzer eines Google Home freuen dürfen: Die einfache Zusammenarbeit ihres Sprachassistenten mit Geräten ohne großem Installationsaufwand. Auch YouTube-Liebhaber sind beim Google Home gut aufgehoben, da Googles Videoplattform nicht von Alexa unterstützt wird.

 

Beide Systeme halten ihr Versprechen und biete jede Menge Unterhaltung und Alltagserleichterung. Egal, für welchen Sprachassistenten man sich entscheidet, man wird nicht enttäuscht werden. Die Spracherkennung ist in beiden Systemwelten sehr gut und Dritthersteller unterstützen beide Systeme. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist die Egomanie, mit der Google und Amazon gegenseitig Zäune um die eigenen Streamingdienste errichten. Hier ist der Nutzer der Leidtragende.

Preise und Verfügbarkeit von Google Home und Amazon Echo

Google Home und Google Home Mini sind im Google-Shop für 149 Euro und 59 Euro verfügbar. Amazon Echo kostet rund 100 Euro, der Echo Dot ist für rund 35 Euro beim E-Händler erhältlich.

Amazon Echo (2. Generation) in Stoff Hellgrau
Preissturz und neue Technik
Amazon Echo (2. Generation)

Neues Design in Holz- und Stoffoptik: Amazon Echo erfährt in seiner zweiten Generation unzählige Verbesserungen und ist bereits ab 79,99 Euro erhältlich. (Stand: 23.11.2017)

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homeandsmart Redakteur Ulrich Klein

Ausbildung als Verlagskaufmann und Studium der Betriebswirtschaft, danach mehrjährige Tätigkeit als Redakteur und freier Journalist für verschiedene Print- und Online-Publikationen. Nach einem mehrjährigen Schwenk ins Marketing als Copywriter jetzt Redakteur bei home&smart. Immer neugierig auf die Technik- und Digitaltrends von morgen und wie sie schon heute unser tägliches Leben verändern.