Kommunikation im Smart Home Thread - wird dieses Ipv6-Protokoll der Smart-Home-Standard?

Die vor noch nicht allzu langer Zeit quasi als revolutionär gerühmten Funkstandards WLAN und Bluetooth könnten schon bald als antiquiert gelten. Gerade in der Hausautomation werden neue Wege eingeschlagen und eine funktionsfähige und umfassende Vernetzung von Smart-Home-Geräten. Ein Protokoll, das auf den Namen Thread hört, wird diesbezüglich vielleicht die bisherigen Standards zukünftig ins Abseits drängen und im Laufe der Zeit konsequent ablösen. Dabei soll der neu implementierte Funkstandard im Vergleich zu den reichlich Energie verbrauchenden WLAN und Bluetooth kräftig Energie sparen. Die Clients sollen dabei mit nur einer einzigen AA-Batterie mehrere Jahre lang funktionstüchtig bleiben. Der Verzicht auf einen zentralen Router ist ein weiteres innovatives Charakteristikum des neuen Protokolls; stattdessen kommt ein Mesh-Netzwerk zum Einsatz.

Thread Ipv6-Protokoll @ threadgroup.org

Energie sparen: Google, Samsung und Co. wollen mit Thread den Energieverbrauch drosseln

Entwickelt wird das IP-fähige Protokoll von einem expliziten Konsortium, das von Branchengrößen wie Google, Samsung, Freescale Silicon Labs und ARM gegründet wurde. Das US-amerikanische Unternehmen Google ist dabei sogar direkt über seine Tochtergesellschaft Nest, die in den USA durch vernetzte Thermostate öffentliche Aufmerksamkeit generieren konnte, an Thread beteiligt. Das Thread-Konsortium versteht sich dabei als eine offene und nichtkommerzielle Industrievereinigung, in der neben den Gründungsmitgliedern auch weitere Unterstützer Platz finden. Bereits 2014 sind unterstützende Unternehmen wie zum Beispiel Big Ass Fans, Yale Security oder ARM in dem Konsortium, das sich den bezeichnenden Namen Allianz Thread Group gegeben hat, aufgenommen worden.

Thread-Konsortium treibt Entwicklung des IP-fähigen Protokolls zielorientiert voran

Das Konsortium treibt die Entwicklung von Thread dabei immer mit Fokussierung auf einen minimierten Energieverbrauch voran. Bluetooth und WLAN verbrauchen nach Meinung der Allianz Thread Group nämlich deutlich zu viel Energie. So sollen dank des neuen Protokolls elektrische Geräte, die über keinen festen Stromanschluss verfügen, mit lediglich einer AA-Batterie über Jahre hinweg laufen. Von einer Entwicklung dieser Art profitieren dann insbesondere Geräte wie zum Beispiel Rauchmelder, Fernbedienungen, Thermostate, Türschlösser oder auch Sensoren. Nest verwendet für seine Thermostate bereits das Protokoll; weitere Smart Home Geräte werden zukünftig nachziehen und auf Thread setzen.

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Zudem kann sich das Netzwerk mit Thread selbst organisieren. Aufgrund dieser Möglichkeit kann jedes Gerät Client, Router oder auch Border-Router sein. So können bis zu 250 Geräte innerhalb eines Netzes (Low Power) untergebracht werden, wobei es kein hervorstechendes Einzelelement mit funktionellen Sonderaufgaben mehr gibt. Sämtliche integrierte Geräte werden dabei mit Internetzugang und Schnittstellen zu Cloud-Diensten ausgestattet. Bei den bislang vornehmlich verwendeten Hub-and-Spoke-Konzepten hängt die Kommunikation der jeweiligen Smart-Home-Geräten demgegenüber von lediglich einem zentralen Element ab. Dieses kann schnell einmal ausfallen und damit die gesamte Kommunikation zum Erliegen bringen.

Technische Rahmenbedingungen: Eine neue Hardware wird nicht benötigt

Im Hinblick auf den Einsatz von Thread ist es auf jeden Fall vorteilhaft, dass keine geänderte Hardware benötigt wird. Das Protokoll setzt in diesem Fall auf den bekannten IEEE-Standard 802.15.4, der bereits für Anwendungen wie zum Beispiel das Protokoll Zigbee genutzt wird. Es lassen sich dann auch so bezeichnete Wireless Personal Area Networks (WPAN) aufbauen; hierbei handelt es sich um vergleichsweise kleine Netze mit kurzen Distanzen. Auch bereits bestehende Funkmodule sollten sich dank des verwendeten Standards, der dazu passend bei geringen Datenübertragungsraten eine vergleichsweise niedrige Leistungsaufnahme aufweist, mit dem neuen Protokoll kombinieren lassen.

Das Konsortium hat diesbezüglich bereits klar zum Ausdruck gebracht, dass es bei Thread zu einer Kombination der jeweils besten Elemente der aktuellen Techniken kommt. So sind neben dem Standard IEEE 802.15.4 zum Beispiel auch die Spezifikationen Ipv6 sowie 6LoWPAN an Bord. Gerade der Einsatz von Ipv6 (Internet Protocol Version 6) als standardisiertes Verfahren zur Übermittlung von Datenmaterial in paketvermittelnden Rechnernetzen ist diesbezüglich als ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Funklösungen wie zum Beispiel Bluetooth zu bewerten. Dies ist alleine aus dem Grund ein wesentlicher Faktor, da in einem konsequent vernetzten Zuhause schon einmal Dutzende IP-Adressen benötigt werden.

Die Hausautomation erlebt ihre persönliche digitale Revolution

Zusammenfassend kann also konstatiert werden, dass Thread weder eine Verbindungsplattform noch ein Applikation-Protokoll darstellt, sondern dass es sich hierbei vielmehr um ein Ipv6-Protokoll handelt, das auf offenen Standards basiert bzw. aufbaut. Konzipiert wurde es für energiesparende 802.15.4-Netzwerke; zudem ermöglicht Thread den Betrieb von bereits existierenden Produkten wie zum Beispiel den Smart-Home-Geräten von Nest. Ein kleines Software-Update reicht dabei aus, damit existierende kabellose Geräte das IP-fähige Protokoll sofort zuverlässig unterstützen können. Per Tablet, Smartphone oder auch einem anderen Computer sollen sich dann laut des Konsortiums zeitnah und komfortabel weitere Geräte hinzufügen lassen; die Kompatibilität mit Android soll dabei zu jeder Zeit gewährleistet sein.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von Thread oder in der Pressemitteilung von Silabs

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homeandsmart.de Redaktion

Selbständiger Service-Designer und Webseiten-Betreiber. Liebt sein Smart Home. Interessiert sich für Internet-Technologie, Wirtschaft, Technik, Internet of Things – einfach alles Digitale. Passionierter Macher. Entwickelt, baut und berät Internet-Portale. Der erste Tweet am Morgen: sicherlich von Kai. Das Thema: sicherlich das Neueste aus der Smart Home Welt.

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