Smartes Zuhause mit Google Google Home macht Amazon Echo im Smart Home Konkurrenz

Apples Siri, Amazons Alexa und jetzt Google Assistant – Sprachassistenzsysteme ziehen ins Smart Home ein. Sie ermöglichen die einfache Steuerung per Stimme, beantworten Fragen und stellen Multimedia-Angebote zur Verfügung. Mit Google Home drängt eine große Konkurrenz auf den Markt, die Innovationen im Bereich der Sprachsteuerung vorantreiben könnte.

Google Home - Der Sprachassistent für das Smart Home

Aufholjagd der Sprachassistenten

Amazons Alexa, Apples Siri – immer mehr Sprachassistenten begegnen uns im Technikalltag. Sie begrüßen uns auf dem Smartphone, dem Fernseher, der Armbanduhr und immer öfter sind sie auch in Smart Home Geräte integriert, die sich bequem per Sprache steuern lassen. In diesem Jahr bekommen Alexa und Siri neue Konkurrenz: Google Home soll den Markt der Sprachsteuerung kräftig aufwirbeln.

Noch allerdings muss sich der Internetriese Google anstrengen, um an den mächtigen Funktionsumfang von Amazon Echo anzuknüpfen. Mit der weltweit größten Suchmaschine im Rücken und jahrelanger Erfahrung mit Spracherkennung sollte das für einen Konzern wie Google allerdings keine allzu große Hürde darstellen.

Tatsächlich erinnert Google Home in jeder Hinsicht an den smarten Lautsprecher Amazon Echo. Es handelt sich um ein kompaktes Gerät, ausgestattet mit hochsensiblen Mikrofonen und einem HiFi-Lautsprecher, das Sprachbefehle entgegennimmt, sich mit Drittdiensten vernetzt und selbstverständlich auch Musik abspielen kann. Amazon hat mit seiner intelligenten Sprachassistentin Alexa den Weg für die vernetzte Wohnwelt geebnet, indem der Konzern eine einheitliche, intuitive Steuerung per Sprache erdacht hat.

Google reagiert jetzt mit zwei Jahren Verzögerung auf diesen Vormarsch in die Welt des Smart Homes und schlägt dafür den gleichen Weg ein. Im Preis möchte man die Konkurrenz sogar noch unterbieten, lediglich 129 US-Dollar soll der auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgestellte Heimassistent kosten. Im November wird Google Home in den Vereinigten Staaten auf den Markt kommen, in Deutschland muss man sich noch bis kommendes Frühjahr gedulden.

Ästhetisches Design trifft auf unerschöpflichen Wissensvorrat

Mit seinem schicken Gehäusedesign erinnert Googles smarter Lautsprecher auf den ersten Blick an eine Vase oder einen Aroma-Diffusor. Er verzichtet bewusst auf das typische Technik-Grau und fügt sich damit gut in das Wohnambiente ein. Google Home besteht aus einem oberen, in weiß gehaltenen, Teil und einem farbigen Unterbau, der in verschiedenen Farben und Materialien erhältlich sein wird. Stoff oder Metall, Mango, Marineblau, Grau, Violett, Schwarz, Weiß oder Kupferfarben – der Lautsprecher passt sich ganz dem Geschmack seines Besitzers an. Fast vollständig kommt Googles Gehäusedesign ohne Knöpfe aus. Stattdessen reagiert die Oberfläche auf Berührung, mit einem Fingerzeig lässt sich beispielsweise die Lautstärke einstellen. Auf einen Blick ist es zu erkennen: Dieses Gerät möchte mit Sprache, nicht über Knöpfe gesteuert werden.

Eine erste Kontaktaufnahme ist über das Aktivierungswort „Ok Google“ möglich. Wie von Zauberhand erwacht der Google-Assistent aus seinem Schlaf, sobald seine Mikrofone diesen Ausdruck registrieren. Er ist dann bereit, Befehle entgegenzunehmen und auf Fragen zu antworten.

Mit seiner Hilfe können Aufgaben und Termine verwaltet, Erinnerungen gesetzt, Kinotickets gebucht oder Tische im Restaurant reserviert werden. Hinter dem Assistenten steckt eine selbständig lernende Maschine, eine künstliche Intelligenz, die mit jeder Spracheingabe ein wenig besser funktioniert. Dank der Verknüpfung mit der immensen Wissensdatenbank von Google, dem so genannten Knowledge-Graph, holt man sich mit Google Home einen kleinen Besserwisser ins Haus. Er kann Wissensfragen präzise beantworten und weiß sogar über neuste Nachrichten und Wetterinformationen Bescheid.

Multimedia- und Smart Home-Integration

Eine weitere Stärke des Google-Assistenten sind seine umfassenden Multimedia-Funktionen. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal, gerade im direkten Vergleich zur Konkurrenz Amazon Alexa. Google Home verbindet sich mit sämtlichen Google-Cast-Lautsprechern und Chromecasts im Haus. Ganz einfach per Sprachbefehl lässt sich die Musik auf allen Lautsprechern steuern, sogar echtes Multi-Room-Audio, also die exakt synchrone Musikwiedergabe über mehrere Räume und Lautsprecher hinweg, ist möglich.

Musik lässt sich direkt vom Smartphone streamen, bereits über 100 Audio-Apps haben dafür das Chromecast-Streaming integriert. Google Home kann sich die gewünschten Songs aber auch direkt aus Online-Bibliotheken wie Spotify, Pandora oder Google Play Musik ziehen. „Spiele Jazz im Wohnzimmer“ oder „Spiele meine Wochenend-Playlist in der Küche“ – ein Sprachbefehl genügt und schon füllt Google Home das Haus mit wohligen Klängen. Alternativ kann der Lautsprecher auch auf das Radioprogramm von TuneIn und iHeartRadio, auf Podcasts und neueste Nachrichten zugreifen. Selbst Videos bringt der Lautsprecher auf den Fernseher, aktuell leider nur über Youtube, doch eine Kooperation mit Netflix steht bereits in Aussicht.

In Verbindung mit Smart Home-Geräten mausert sich Google Home zur Kommandozentrale. Per Sprachbefehl ist es möglich, Lampen zu schalten und zu dimmen oder die Raumtemperatur zu steuern. Da Googles Mutterkonzern Alphabet selbst mit Nest auf dem Smart Home-Markt aktiv ist, gestaltet sich die Integration der Thermostate nahtlos.

Bereits zur Markteinführung sind mit Samsung SmartThings, Philips Hue und dem Internetdienst IFTTT drei weitere große Namen an Bord, die den Bedarf vieler Kunden abdecken dürften. Google plant bereits jetzt die Integration weiterer Smart Home-Geräte. Im nächsten Jahr soll darüber hinaus ein Software Development Kit (SDK) veröffentlicht werden, mit dessen Hilfe auch Drittanbieter ihre Dienste und Geräte mit dem Google-Assistenten verknüpfen können.

Google vs. Amazon: Wer kann bei Smart Home-Besitzern punkten?

Es scheint, als habe sich Google bereits seit Jahren auf ein Produkt wie Google Home vorbereitet. Der für seine Suchmaschine bekannte Internetriese arbeitet bereits seit vielen Jahren an der Technik der Spracherkennung. Angefangen hatte Google mit einem Telefondienst, über den Benutzer Fragen an die Suchmaschine stellen konnten. Weiter ging es mit Sprachdiensten wie Google Voice, die es dem Konzern ermöglichten, Stimmaufnahmen zu sammeln und die eigenen Algorithmen an verschiedene Dialekte und Ausdrucksvarianten heranzuführen.

Amazon Echo Dot

Dennoch kommt Google mit seinem smarten Lautsprecher überraschend spät auf einen Markt, der bereits von Amazon mit dem Echo und dem Echo Dot erfolgreich besetzt wurde. Man merkt dem Produkt die zweijährige Verzögerung an, Amazon hat bei der Integration von Drittanbietern, Diensten und Geräten eindeutig die Nase vorn.

Bis sich Google Home im nächsten Jahr mit dem SDK für Entwickler öffnet, wird es dem Amazon Echo hinterherhinken müssen. Schließlich hat dieser bereits heute eine schier unüberschaubare Zahl von Produkten in seinen Dienst integriert. Jeden Tag machen sich mehr Anbieter für den Echo bereit, da es Amazon Entwicklern mit dem Alexa Skills Kit sehr einfach macht, an den Sprachservice anzuknüpfen. Amazon Kunden müssen sich für ihre Lichtinstallation nicht auf Philips Hue beschränken sondern können darüber hinaus zwischen Cree Connected Bulbs oder LIFX wählen. Smarte Zwischenstecker von Belkin WeMo integrieren auch Ventilatoren oder Kaffeemaschinen in die Alexa-Welt und über Chamberlains MyQ öffnet die Sprachassistentin sogar Garagentore.

Wer also wird sich am Markt durchsetzen können? Noch ist es zu früh, um diese Frage zu beantworten. Denn während Amazon von einem zeitlichen Vorsprung profitiert ist es unbestreitbar, dass Google in den Bereichen Spracherkennung und künstliche Intelligenz mehr Erfahrung vorzuweisen hat. Beispielsweise ist Google Home anders als Amazon Alexa in der Lage, Folgefragen zu erkennen – selbst wenn diesen nicht erneut ein „Ok Google“ vorangestellt wurde. Dank der Integration mit anderen Google-Produkten wie dem beliebten Chromecast hat der smarte Lautsprecher einen weiteren Vorteil gegenüber der Konkurrenz aufzuweisen. Mit dem günstigeren Preis wird Google aber auf lange Sicht nicht überzeugen können. Schließlich hat Amazon gerade mit dem Echo Dot eine kleinere Variante seines Lautsprechers vorgestellt, die gerade einmal 60 € kostet.

Quelle: Google Home – Made by Google

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